Absenktunnel

In diesem Artikel wird beschrieben was ein Absenktunnel ist

Ein Absenktunnel ist ein am Grund von Gewässern verlaufender Tunnel, bei dem die Tunnelröhre aus einzelnen Röhrenelementen besteht, die wie Senkkästen, an Land gefertigt, an ihrer Zielposition versenkt und dann verbunden werden.

Tunnelquerschnitt

ZweckBearbeiten

Absenktunnel sind eine Alternative für Brücken. Sie dienen als Verkehrswege für Bahn, Kraftfahrzeuge und Fußgänger. Sie beinhalten je eine oder mehrere Fahrspuren in beide Richtungen, manchmal auch Standstreifen, Service-Spuren oder Rettungs-Spuren. Lange Absenktunnel haben auch Notausstiege.

KonstruktionBearbeiten

 
Bau eines Absenktunnels

Zuerst wird ein Graben in den Meeresgrund gebaggert, in den die Tunnelelemente abgesenkt werden. Zum Schluss wird dieser Graben wieder zugeschüttet und die Tunnelelemente mit Steinen und Sand zugeschüttet. Der Meeresboden ist anschließend wieder eben.

Die Tunnelelemente, die über 100 Meter lang sein können, bestehen in der Regel aus Beton und Stahl und werden in einem Trockendock gefertigt. Die offenen Enden werden mit Stahlschotten wasserdicht verschweißt. Das Dock wird geflutet und das Element an seinen Bestimmungsort geschleppt. Hier wird es an ein Spezialschiff gehängt, das wie ein Portalkran funktioniert. Indem im Tunnelelement befindliche Ballasttanks langsam mit Wasser gefüllt werden, wird das Bauteil kontrolliert abgesenkt. Dabei dient der Schwimmkran hauptsächlich zur Sicherung und zum Halten der Position. Grenzt das Teil passgenau an das benachbarte Röhrenstück, wird es zunächst von außen verschweißt oder anders abgedichtet, bevor innen das Schott geöffnet wird.[1]

Um die Tunnelröhre zu schützen, wird sie bei Absenktunneln meist in einem zuvor ausgehobenen Graben am Gewässerboden verlegt, der später aufgefüllt wird.

Beispiele für AbsenktunnelBearbeiten

Seit Name Absenklänge gesamt Breite
1910 Michigan Central Railway Tunnel 2,557 km
1961 Kanaltunnel Rendsburg 0,140 km 0,640 km
1975 Neuer Elbtunnel Hamburg (1.–3. Röhre) im Verlauf der Bundesautobahn 7 1,056 km 3,325 km 41,7 m
1976 Vlaketunnel im Verlauf des Rijksweg 58 in der Provinz Zeeland 0,327 km 0,774 km 29,8 m
1988 Guldborgsundtunnelen als Verbindung der dänischen Inseln Lolland und Falster 0,460 km
1990 Mainunterquerung des City-Tunnel Frankfurt 0,300 km
2000 Drogdentunnel (als Teil der Öresundverbindung zwischen Schweden und Dänemark) 3,510 km 4,050 km 38,8 m
2003 Warnowtunnel (Rostock) 0,790 km
2009 Marmaray-Tunnel (Bosporus)[2] 1,387 km 13,600 km
Fehmarnsundtunnel als Verbindung zwischen Großenbrode und Fehmarn, Fertigstellung für 2028 geplant. 1,700 km
Fehmarnbelttunnel als Verbindung zwischen Fehmarn (Deutschland) und Lolland (Dänemark), Baubeginn 2021 18,100 km 42,0 m
Wesertunnel Bremen als Teil der A 281 zur Verbindung der A1 und A28 mit der A27, Baubeginn 2019 1,095 km

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Femern A/S: Konsolidierter Technischer Bericht – Entwurf. S. 50f, Dezember 2011 (PDF; 11,8 MB (Memento vom 2. Januar 2016 im Internet Archive))
  2. Daniel Miller: Die größten Projekte der Welt – Tunnel unter dem Bosporus. (Discovery Channel, USA 2007)