ARBED

luxemburgischer Stahlkonzern (1911-2002)

ARBED (Akronym für Aciéries Réunies de Burbach-Eich-Dudelange, deutsch „Vereinigte Stahlhütten Burbach-Eich-Düdelingen“) war ein luxemburgischer Stahlkonzern.

Ehemaliges ARBED-Hauptgebäude in der Avenue de la Liberté in Luxemburg-Stadt

Das Akronym steht für folgende Orte:

  • Burbach, ein Stadtteil Saarbrückens
  • Eich, heute ein Vorort in Luxemburg-Stadt
  • Düdelingen, eine Stadt im Süden Luxemburgs.

GeschichteBearbeiten

Das Unternehmen entstand im Jahr 1911 durch eine Fusion; die Geschichte der damals zusammengeschlossenen Unternehmen reicht bis zum Jahr 1882. Hierzu gehörte seit 1982 auch die Arbed Saarstahl GmbH in Völklingen bzw. deren Vorgänger Völklinger Hütte, Burbacher Hütte und Neunkircher Eisenwerk. Im Jahr 1992 hatte Arbed zudem die Maxhütte (Unterwellenborn) gekauft.

Um die zur Stahlproduktion erforderliche Koksversorgung zu gewährleisten, schloss die ARBED 1913 einen Interessenvertrag mit dem Eschweiler Bergwerks-Verein (EBV). Die enge Zusammenarbeit zwischen ARBED und EBV endete 1993 mit der Übernahme der EBV-Zeche Westfalen in Ahlen durch die Ruhrkohle AG. Diese Zeche stellte am 30. Juni 2000 die Förderung ein.

Im Zweiten Weltkrieg setzte der Konzern mit dem Zwangsarbeiterlager im Blechwalzwerk in Burbach mehrere hundert Zwangsarbeiter und Kriegsgefange aus der Sowjetunion, Frankreich, Belgien, Polen und Italien ein.[1][2]

2002 fusionierte der Konzern mit Aceralia und Usinor zur Arcelor; 2007 fusionierten Arcelor und Mittal Steel zu ArcelorMittal.

Heute besteht der Name ARBED z. B. bei ARBED Spundwand GmbH in Deutschland fort. Ihre Bekanntheit ist der Grund für die Beibehaltung der Marke ARBED am deutschen Markt für Spundwandprofile.

2011 präsentierte das Luxemburger Nationalarchiv – anlässlich des 100. Geburtstages der Entstehung von Arbed, der Gründung der Interessengemeinschaft zwischen den Hauts-Fourneaux et Aciéries de Rümelingen-St. Ingbert (deutsch: Hochöfen und Stahlhütten/Stahlwerke von ...) und der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hüttenaktiengesellschaft von Differdange sowie der Einweihung der Adolf-Emil-Hütte in Belval – seine Dokumentationen der letzten hundert Jahre der luxemburgischen Eisenindustrie in einer Ausstellung.[3]

LiteraturBearbeiten

  • Charles Barthel: Bras de fer 1918 - 1929. Les maîtres de forges luxembourgeois, entre les débuts difficiles de l'UEBL et le Locarno sidérurgique des cartels internationaux (1918-1929). saint-paul Luxembourg, 2006. ISBN 978-2-87996-735-6; auch als (6.5MB; PDF) auf der Website des Centre d'études et de recherches européennes Robert Schuman
    • dsb.: Émile Mayrisch et les dirigeants de l'Arbed entre la Belgique, la France et l'Allemagne. Rivalités et complicités 1918 - 1925, in Michel Dumoulin Hg.: Réseaux économiques et construction européenne. Peter Lang, Brüssel 2004, ISBN 9052012342, S. 125–143

WeblinksBearbeiten

Commons: ARBED – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Verschleppung: Zwangsarbeit im Wadgasser Raum. Abgerufen am 17. August 2019.
  2. Marc Schoentgen: „Heim ins Reich“? Abgerufen am 17. August 2019.
  3. « Feierrout » - Le dernier siècle de la sidérurgie luxembourgeoise