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Der A-Punkt befindet sich im bauchseitigen Bereich der Einkerbung des Muttermunds (Anterior Fornix). Abgebildet ist eine natürliche anteflektierte Gebärmutter, d. h. der Fundus uteri zeigt nach vorn (ventral) zur Harnblase
Spekulumbefund eines äußeren Muttermundes (Cervix) einer Multipara. Am oberen Blatt des Spekulums („bei 12 Uhr“[1]) befindet sich das vordere Gebärmutterhalsgewölbe (Fornix cervicalis anterior, engl. „anterior fornix zone“ abgekürzt „AFE-zone“)
In der Hündchenstellung ist das Gesäß stark nach oben abgekippt und die Lendenwirbelsäule hyperlordiert, der eindringende Penis erreicht dadurch leichter die AFE-Zone.

A-Punkt steht für die englische Bezeichnung Anterior Fornix Erogenous Zone, kurz AFE-Zone, und stellt einen Bereich in der Vagina der Frau dar, der bei einigen Frauen empfindlich auf Stimulation reagiert. Er gehört zu den erogenen Zonen. Nach Ansicht des Gynäkologen Chua Chee Ann aus Malaysia sei der A-Punkt reizempfindlicher als der ebenfalls umstrittene G-Punkt. Chua Chee Ann gibt an, den A-Punkt zufällig bei einer Untersuchung gefunden zu haben, und testete daraufhin bei weiteren Frauen die Reaktion auf entsprechende Stimulation. Dabei seien mehrere spontan zum Orgasmus gekommen.

Zwischen der Vagina und der Harnblase befindet sich die sogenannte Halban’sche Faszie oder Septum vesicovaginale nach dem Gynäkologen Josef von Halban, sie stellt eine mesenchymale Lamelle dar, die mit einer fibroelastischen Schicht aus Kollagenfasern, elastischen und glattmuskulösen Fasern, einer reichlichen Blutversorgung und einer nervalen Versorgung mit Krause-Körperchen sowie pseudokorpuskulären Nervenenden. Bei der Stimulation dieses Bindegewebsraumes kommt es zu einer Vasokonstriktion und angenehmen erotischen Empfindungen.[2]

Der A-Punkt befindet sich Chua Chee Ann zufolge in der Scheidenvorderwand, etwa zwischen G-Punkt und Gebärmutterhals. Die Erreichbarkeit ist abhängig von der Lage bzw. Lageanomalie des Uterus.[3] Beschrieben wurde der A-Punkt von ihm auf dem Asian Congress of Sexology im Jahre 2003. Ann betonte vor allem die Bedeutung für Frauen mit starken Schmerzen beim Geschlechtsverkehr durch fehlende Feuchtigkeit. Bei einer Stimulation der Zone erhöhe sich die Lubrikation durch die Bartholinschen Drüsen. Außerdem reagiere nach Angaben des Gynäkologen ein Drittel der Frauen auf die Stimulation des A-Punktes mit multiplen Orgasmen.

Wird der A-Punkt im hinteren, oberen Scheidengewölbe angetastet, kann man mit sanftem aber gleichmäßigen, manuellem Druck von innen nach außen, Richtung Bauchdecke, die erogene Zone aktivieren. Die schaufelnde Fingerbewegung, im Sinne einer „Komm-her-Bewegung“, sollte im Sinne einer durch „feedback“ geleiteten Aufmerksamkeit rückgekoppelt sein.

Um durch eine penile Penetration während des Vaginalverkehrs eine Stimulation des A-Punktes zu erreichen, ist zum einen ein entsprechendes sexuelles Erregungsniveau bei der Frau nötig und zum anderen ist die Eindringtiefe bzw. -winkel des Penis von Bedeutung. Diese kann durch entsprechende Sexpositionen verbessert werden, aber auch durch eine verbesserte Technik. Geschlechtsverkehr wird bis zum Orgasmus zumeist durch eine rhythmische Vor- und Zurückbewegungen des Penis bzw. der weiblichen Genitalien hervorgerufen. Zur optimalen A-Punkt Stimulation empfiehlt es sich, nach jeder tiefen Vorwärtsbewegung, diese nochmals durch einen kleinen, starken, tiefen Stoß intravaginal zu verstärken, dadurch wird der Penis etwa weitere 1–2 cm tiefer eindringen. Ein direktes Anstoßen auf dem Muttermund (Cervix) kann u. U. als unangenehm empfunden werden. Auch die Lage der Gebärmutter, ob ante- oder retroflektiert[4] kann bedeutsam sein und bedarf dann möglicherweise einer Korrektur durch entsprechende Sexpositionen bzw. des hierzu perfekten Winkels für Penis und Vagina.

So kann es z. B. für die Sexualpartnerin in der a tergo Position hilfreich sein, das Gesäß stärker anzuheben und kniend in eine stärkere Hyperlordose in der Lendenwirbelsäule zu gehen. Das gilt insbesondere für Frauen die eine sogenannte retroflektierte Gebärmutterlage haben.[5] Damit verschiebt sich der Winkel für den eindringenden Penis insofern günstiger, dass die Anterior Fornix Erogenous Zone (AFE-Zone) besser erreicht werden kann.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Chua Chee Ann: A proposal for a radical new sex therapy technique for the management of vasocongestive and orgasmic dysfunction in women: The AFE Zone Stimulation Technique. In: Sexual and Marital Therapy. 12, 1997, S. 357, doi:10.1080/02674659708408179.
  • R. J. Levin: The physiology of sexual arousal in the human female: a recreational and procreational synthesis. In: Archives of sexual behavior. Band 31, Nummer 5, Oktober 2002, S. 405–411, PMID 12238607.
  • J. M. Schober, D. Pfaff: The neurophysiology of sexual arousal. In: Best practice & research. Clinical endocrinology & metabolism. Band 21, Nummer 3, September 2007, S. 445–461, doi:10.1016/j.beem.2007.04.006, PMID 17875491 (Review).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nach vorn, also bauchwärts ventral bzw. unter dem Schambein gelegen. Anatomische Nähe zur darüberliegenden Harnblase.
  2. Minh MH, Smadja A, De Sigalony JPH, Aetherr JF.: Role du fascia de Halban dans la physiologie orgasmique feminime. Cahiers de Sexuol Clin 1981; 7: 169.
  3. Anteflexio uteri die natürliche Beugung der Gebärmutter nach vorne. Als Retroflexio uteri wird ein rückwärtsgeneigter Uterus bezeichnet, der entweder mobil oder fixiert sein kann. Schematische Darstellung von Ante- und Retroflexion der Gebärmutter [1]
  4. Winkel des Gebärmutterkörpers gegenüber dem Gebärmutterhals (Flexio)[2]
  5. Normalerweise ist die anatomische Lage der Gebärmutter so, dass die Vorderwand der Gebärmutter auf der benachbarten (bauchwärts liegenden) Harnblase zeigt, während die Hinterwand zum Mastdarm hin ausgerichtet ist. Man nennt dies Anteflexio, Anteflexio uteri also die natürliche Beugung der Gebärmutter nach vorne. Als Retroflexio uteri wird ein rückwärtsgeneigter Uterus bezeichnet, der entweder mobil oder fixiert sein kann. Schematische Darstellung von Ante- und Retroflexion der Gebärmutter [3] [4]