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Đinh Bộ Lĩnh

vietnamesischer Politiker und Staatsbegründer
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Đinh Bộ Lĩnh (chin. 丁部領), (* 924; † 979) war der erste vietnamesische Kaiser und Staatsbegründer. Sein Regierungstitel war Đinh Tiên Hoàng (chin. 丁先皇).

Politischer WerdegangBearbeiten

Vietnam, das zu jener Zeit Anhai genannt wurde, bestand aus mehreren Präfekturen. Davon waren die wichtigsten Jiao im Norden – nahe China –, Ai im Zentrum und Hoan im Süden. Dinh Bo Linh war Gouverneur von Hoan und somit den Kampf mit regelmäßigen Überfällen von Süden her gewohnt. Zu jener Zeit war China, das Annam über Jahrhunderte beherrscht hatte und sich nun auch politisch im Rückzug befand – in dem es Vietnam erst zum Protektorat, dann zum Bollwerk gegen den Süden gemacht hatte – politisch geschwächt und wirtschaftlich ausgezehrt. Dinh nutzte diese Gelegenheit und zog mit seinen Anhängern, die er im Süden unter den Bauern und mit der Regierung Unzufriedenen rekrutiert hatte, in die Region des Roten Flusses ein. Dort alliierte er sich mit dem Kantonesen Tran Lam, der ein mächtiger Handelspate war und Dinh später adoptierte. Die Grenze nach Norden wurde von Banditen beherrscht, daher war eine Intervention aus China nicht abzusehen. Mit seiner Streitmacht pazifizierte er die Region des Roten Flusses und die Krieger des Ngo-Klans unterwarfen sich ihm. Aus taktischen Gründen machte er Hoa Lư zu seiner Hauptstadt.[1]

966 ernennt sich Dinh Bo Linh zum Kaiser. Im sinitischen Weltbild war der Kaiser jedoch der Himmelssohn, somit konnte es nur einen davon geben. Mit der Ernennung zum Kaiser sagte Dinh sich und sein Reich Dai Co Viet von China los. Seinen Sohn Lien ernannte er 967 zum König von Nan Viet (Nanyue) in Anlehnung an die erste chinesische Dynastie auf vietnamesischen Boden unter Zhao Tuo, viet. Trieu Da. Als ersten Äranamen wählte er Thai-binh "großen Frieden".

Die Regierung Dinh Bo Linhs ähnelte in ihren Ministerien und Titeln der Chinesischen, die als einziges Konzept bekannt war, jedoch hatten auch Daoisten und Buddhisten eine hohe Stellung.

Die Basisregierung gestaltete sich so:

Kaiser und fünf gleichberechtigte Kaiserinnen (kein Konkubinat)
König von Nam Viet, Sohn des Kaisers
Fürst
Richter
General
zwei buddhistische Meister
ein daoistischer Meister
Schwiegersohn des Kaisers

Dinh Bo Linh errichtete, so wie es in China etwa für neue Herrscher üblich war, Schreine für die Götter von Erde und Getreide – allerdings entspricht der Gott der Erde nicht dem in China bekannten she 社 oder tudi 土地, sondern dem geomantischen julong. Dies wurde in der späteren Geschichtsschreibung ein Synonym für die Staatsgründung.

Da Dinh eine Invasion der Chinesen befürchtete, sandte er Tribut und seinen Sohn Lien im Namen des Reiches in das Tang-Reich. Dort wurde Lien mit dem Titel Annam Protektorgeneral anerkannt und 975 wurde Dinh Bo Linh selbst zum "König der Jiaozhi Präfektur" (alter chinesischer Terminus für Vietnam). Dies war der erste offizielle Königstitel, der für Vietnam gebraucht wurde.[2]

Das Ende Dinh Bo LinhsBearbeiten

Obwohl sein Sohn Lien sein einziger erwachsener Sohn und seine rechte Hand war, setzte er seinen Sohn Hang Lang – der noch ein Baby war – als Thronerben ein. Dies wurde von späteren Geschichtsschreibern scharf verurteilt und man unterstellte der Mutter Hang Langs politische Manipulationen, um die Macht für ihren Klan zu sichern. Dies hielt jedoch nicht lange an, denn Lien ließ Hang Lang ermorden.

Kurz darauf im Jahre 979 wurden sowohl Lien als auch sein Vater Dinh Bo Linh im Schlaf vom Marquis Do Thich ermordet. Sein Motiv bleibt unklar, in einem Text heißt es, er habe sich drei Tage im Palast versteckt, sei dann entdeckt und vom Volk "zerrissen und gegessen" worden. Dies sollte man jedoch nicht wörtlich nehmen, sondern in dem Sinne, dass er vernichtet wurde.[3]

Nach 10-jähriger Interimszeit unter Lê Hoàn bestieg 1009 Lý Công Uẩn, gefördert durch den buddhistischen Klerus, unter dem Herrschernamen Lý Thái Tổ den Thron, und begründete damit die Lý-Dynastie.

LegendenBearbeiten

In den frühsten Legenden wird seine Jugend als Knabe in einem Dorf beim Spielen oder Büffelhüten dargestellt. Dies sollte die Nähe des charismatischen Führers zu bäuerlichen Werten darstellen.[4]

Spätere Legenden sprechen von einer Prophezeiung, die Dinh Bo Linhs Tod vorhersagte. Damit wollten die Geschichtsschreiber ausdrücken, dass Dinh zwar ein Nationalheld war- aber nicht perfekt. Im 19. Jh. kommt die Legende auf, Dinh Bo Linh sei der Sohn eines Otters – einem magischen, gestaltwandelndem Wassergeist – gewesen. Durch eine List begrub er die Knochen seines Vaters an einer für die chinesischen Daoisten wichtigen Drachenvene am Grunde des Sees nahe seinem Dorf. Dadurch erhielt er das Mandat des Himmels und sollte ein wichtiger Herrscher werden. Jedoch rächte sich der chinesische Geomant, dem er das Geheimnis entlockt hatte, indem dieser ihn wiederum hinters Licht führte und so Dinh Bo Linhs Schicksal verdarb, was zu dessen Tod führte.

Diese Legende hat mehrere Motive:

  • Die Unabhängigkeit Vietnams
  • Die Rache der Chinesen, die später noch mehrmals in Nordvietnam einfielen
  • Die Investitur des Herrschers durch eine Wassergottheit oder einen Wassergeist, wie es sich zuvor und v. a. in der retroperspektiven Geschichtsschreibung des 14.–15. Jh. in Vietnam, eingebürgert hatte. Dies stellte eine alternative Legitimationsmethode im Kontrast zur chinesischen imperialen Investitur dar.[5]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Đinh Tiên Hoàng – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Taylor, Keith. The Birth of Vietnam. Berkeley, 1983. S. 278–279.
  2. Taylor, Keith. The Birth of Vietnam. Berkeley, 1983. S. 283–285.
  3. Taylor, Keith. The Birth of Vietnam. Berkeley, 1983. S. 286–289.
  4. Taylor, Keith. The Birth of Vietnam. Berkeley, 1983. S. 275–277.
  5. Taylor, Keith. The Birth of Vietnam. Berkeley, 1983. S. 289–292.