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Einladung zum 3. Ökumenischen Kirchentag nach Frankfurt: Die Präsidentin der Diözesanversammlung des Bistums Limburg, Ingeborg Schilai (rechts), die damalige Präsidentin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Christina Aus der Au und ZdK-Präsident Thomas Sternberg (2016)

Der Ökumenische Kirchentag 2021 ist der dritte ökumenische Kirchentag, der vom 12. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main stattfinden soll. Gastgeber sind die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und das Bistum Limburg. Beide gründeten im April 2018 eine gemeinsame Steuerungsgruppe. Für die Veranstaltung werden 200.000 Besucher erwartet.[1]

Inhaltsverzeichnis

PlanungBearbeiten

Im November 2011 sprach die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) eine Einladung an den Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) aus, womit sie sich bereit erklärte, 2021 Gastgeber dieses Großereignisses zu sein. In Frankfurt fanden bislang vier evangelische Kirchentage statt: 1956, 1975, 1987 und 2001. Seit 2012 begann die Landeskirche damit, zweckgebundene Rücklagen für dieses Ereignis zu bilden. Falls das Bistum Limburg eine Einladung dazu aussprechen würde, war die EKHN auch bereit, anstelle eines Evangelischen Kirchentages einen Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt zu unterstützen. Nach der Abberufung des Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst war das Bistum Limburg von 2014 bis 2016 aber nicht in der Lage, eine entsprechende Entscheidung zu fällen.[2]

Nachdem der Kirchenpräsident der EKHN, Volker Jung, und der Limburger Bischof Georg Bätzing dazu eingeladen hatten, entschieden sich im November 2016 sowohl das Präsidium des DEKT als auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken für Frankfurt als Ort des dritten Ökumenischen Kirchentages.

Bei der Abschlussveranstaltung des 101. Katholikentages in Münster am 13. Mai 2018 luden Ulrike Scherf, die stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN, und Bischof Bätzing die Teilnehmer offiziell zum Ökumenischen Kirchentag 2021 nach Frankfurt ein.

Am 26. September 2018 wurde im Frankfurter Römer der Verein „3. Ökumenischer Kirchentag Frankfurt 2021 e.V.“ gegründet, der für die rechtliche, finanzielle und organisatorische Vorbereitung des Kirchentages zuständig ist.

Am 7. Dezember 2018 trat das Gemeinsame Präsidium erstmals zusammen, das für die inhaltliche Planung des Ökumenischen Kirchentages zuständig ist. Dem Präsidium gehören 43 Personen an, die vom Deutschen Evangelischen Kirchentag, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, den gastgebenden Kirchen sowie der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen entsandt wurden. Evangelische Präsidentin ist Bettina Limperg, katholischer Präsident ist Thomas Sternberg.[3]

Auf dem Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund präsentierten sich EKHN und Bistum Limburg in der Innenstadt mit einem gemeinsamen Programm. Daneben arbeiten auch die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und die Bistümer Mainz und Fulda, zu denen die evangelischen und katholischen Gemeinden von mehreren in den 1970er Jahren eingemeindeten Frankfurter Stadtteilen gehören, künftig an den Vorbereitungen mit.

FinanzierungBearbeiten

 
Kritik an der Kirchentagsfinanzierung im öffentlichem Raum

Vereinzelt wird kritisiert, dass der Kirchentag als religiöse Veranstaltung zu einem erheblichen Teil mit öffentlichen Mitteln finanziert werde.

Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte am 22. März 2018 in namentlicher Abstimmung die Magistratsvorlage M 16[4] mit einem Barzuschuss von 3,9 Millionen Euro und unentgeltliche Sach- und Dienstleistungen mit einem Wert von bis zu einer Million Euro.[5] Die Höhe der Zuschüsse orientiert sich an früheren Kirchentagen und anderen Großveranstaltungen in Frankfurt. Redner der Oppositionsfraktionen kritisierten in der Debatte die städtischen Zuschüsse für „ein Sommerfest zweier christlicher Vereine“. Laut statistischem Jahrbuch seien Kirchenmitglieder in Frankfurt inzwischen eine Minderheit.[6]

Martin Wagner, Landessprecher in Hessen des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten, äußerte sich im Humanistischen Pressedienst: „Einen Kirchentag aus öffentlichen Mitteln zu subventionieren verstößt gegen die weltanschaulichen Neutralität des Staates, die auch für Kommunen zu gelten hat“.[7] Der Sprecher des Bistums Limburg begrüßte die finanzielle Unterstützung des Kirchentages durch die Stadt Frankfurt und das Land Hessen. Dies sei kein Privileg für die Kirchen, sondern geschehe auch bei anderen Großveranstaltungen wie Fußballspielen, Sportveranstaltungen oder Kulturfestivals.[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pressebericht 2018. In: Frankfurter Rundschau. 26. Januar 2018, abgerufen am 9. März 2019.
  2. Ökumenischer Kirchentag 2021 geplant. In: Frankfurter Rundschau. 18. November 2016, abgerufen am 6. Oktober 2018.
  3. Die Welt mitgestalten. Präsidiums des 3. Ökumenischen Kirchentages hat sich konstituiert. In: 3. Ökumenischer Kirchentag. 10. Dezember 2018, abgerufen am 29. Dezember 2018.
  4. Magistratsvorlage M 16 vom 26. Januar 2018 (PDF)
  5. Millionenhilfe für Ökumenischen Kirchentag von Stadt. In: Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. 26. Januar 2018, abgerufen am 6. Oktober 2018.
  6. Frankfurt am Main Statistisches Jahrbuch 2017. Abgerufen am 2. Januar 2018. (pdf)
  7. Red.: Frankfurt am Main zahlt 4,9 Millionen Euro für Kirchentag – Konfessionslose gegen Zuschuss für Frankfurter Kirchentag. In: hpd.de. Humanistischer Pressedienst, 5. März 2018, abgerufen am 4. März 2019.
  8. Red.: Streit um Finanzierung des Christentreffs. domradio.de, 6. März 2018, abgerufen am 4. März 2019.