Studénka (deutsch Stauding) ist eine Stadt in der tschechischen Region Mähren-Schlesien. Sie liegt in den letzten Ausläufern der Oderberge im breiten Tal der Mährischen Pforte. Auf 31 Quadratkilometern wohnen etwa 10.000 Menschen.

Studénka
Wappen von Studénka
Studénka (Tschechien)
Studénka (Tschechien)
Basisdaten
Staat: Tschechien Tschechien
Region: Moravskoslezský kraj
Bezirk: Nový Jičín
Fläche: 3123 ha
Geographische Lage: 49° 43′ N, 18° 4′ OKoordinaten: 49° 43′ 6″ N, 18° 4′ 26″ O
Höhe: 239 m n.m.
Einwohner: 9.326 (1. Jan. 2023)[1]
Postleitzahl: 742 13
Verkehr
Bahnanschluss: Břeclav–Bohumín
Studénka–Veřovice
Studénka–Bílovec
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 3
Verwaltung
Bürgermeister: Ladislav Honusek (Stand: 2008)
Adresse: nám. Republiky 762
742 13 Studénka 3 – Butovice
Gemeindenummer: 599921
Website: www.mesto-studenka.cz
Das Neuschloss

Geschichte Bearbeiten

Die Stadt wurde 1431 erstmals erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg brannten polnische Truppen sie 1620 nieder. Bis zur Vertreibung aus dem Kuhländchen 1946 waren etwa 10 Prozent der Einwohner Deutschmährer. 1959 wurde Butovice nach Studénka eingemeindet.

In den Vormittagsstunden des 8. August 2008 kam es nahe der Stadt auf der Hauptbahnstrecke zu einem folgenschweren Eisenbahnunfall, bei dem 8 Reisende getötet und mindestens 67 verletzt wurden, als der EuroCity-Zug EC 108 „Comenius“ von Krakau nach Prag mit ca. 140 km/h in die Trümmer einer einstürzenden Straßenbrücke fuhr.

Am Morgen des 22. Juli 2015 wurde Studénka ein weiteres Mal Schauplatz eines schweren Eisenbahnunfalls: Auf einem beschrankten Bahnübergang kollidierte eine Einheit der ČD-Baureihe 680 als SC 512 BohumínFrantiškovy Lázně mit einem steckengebliebenen LKW, nachdem der Lastwagenchauffeur die Warnsignale missachtet hatte. Beim Aufprall kamen zwei Menschen ums Leben, weitere wurden lebensgefährlich verletzt, darunter auch der Lokführer des Zuges.[2] Eine weitere Person erlag später ihren Verletzungen im Krankenhaus.[3]

Stadtgliederung Bearbeiten

Die Stadt Studénka besteht aus den Ortsteilen Butovice (Botenwald), Nová Horka (Neuhübel) und Studénka (Stauding).

Wappen Bearbeiten

Blasonierung: „Geviert von Rot und Blau beidseitig eines goldenen Balkens, darin ein rechts flacher und links gewölbter, einander zugewandter schwarzer Eisenbahnpuffer, in 1 und 4 ein aus einem silbernen Kelch in zwei bogigen silbernen Fontänen springender Quell, in 2 und 3 eine goldene Lilie.“

Verkehrsanbindung Bearbeiten

Studénka liegt an der Bahnstrecke Břeclav–Bohumín (ehemalige Österreichische Nordbahn). Nebenbahnen führen von Studénka nach Veřovice und ins sieben Kilometer entfernte Bílovec.

Wirtschaft Bearbeiten

Ein traditionsreiches Unternehmen war der Waggonhersteller Vagonka Studénka (früher Vagonka Tatra). Die Fabrik verlagerte 2001 die Produktion nach Ostrava, wo modernisierte Fabrikhallen zur Verfügung standen.

Sehenswürdigkeiten Bearbeiten

Ein Eisenbahnwagenmuseum befindet sich im Barockschloss Studénka. Sehenswert sind auch die Sankt-Bartholomäus- und die Allerheiligenkirche sowie die Windmühle.

Söhne und Töchter der Stadt Bearbeiten

Studénka ist die Geburtsstadt von Kardinal František Tomášek, der von 1977 bis 1991 Erzbischof von Prag war.

Botenwald
  • Hugo Gorge (1883–1934), österreichischer Architekt
  • Rudolf Metter (1903–1972), deutscher Politiker
  • Franz Gold (1913–1977), Generalleutnant des Ministeriums für Staatssicherheit

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB)
  2. Frankfurter Rundschau Online, abgerufen am 22. Juli 2015.
  3. http://ostrava.idnes.cz/nehoda-ve-studence-ma-treti-obet-zemrel-jeden-z-tezce-zranenych-pvc-/ostrava-zpravy.aspx?c=A150723_071802_ostrava-zpravy_jog (cz), abgerufen am 23. Juli 2015

Weblinks Bearbeiten

Commons: Studénka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien