Ein Zweibein (engl. Bipod) ist eine zweibeinige Stütze für verschiedene Anwendungsbereiche.

WaffentechnikBearbeiten

Ein Zweibein ist eine Waffenkomponente, die meist bei schweren und/oder langen Schusswaffen (zum Beispiel Maschinengewehren oder Scharfschützengewehren) zur Auflage der Waffe und Verbesserung des Anschlags verwendet wird.[1]

Das Zweibein ermöglicht es dem Schützen, das Ziel anzuvisieren, ohne dabei den Großteil des Gewichts der Waffe halten zu müssen, da diese durch das Zweibein abgestützt wird. Das hat vor allem den Vorteil, dass die Bewegungen des Schützen (Atmung, Zittern bei Kälte, Herzschlag usw.) sich nicht mehr so stark auf die Waffe übertragen beziehungsweise dass der Schütze länger ruhig im Anschlag bleiben kann. Nachteilig beim Zweibein ist, dass die Waffe dadurch sperriger und schwerer wird, was die Flexibilität der Handhabung einschränkt. Zweibeine sind in der Regel abnehmbar, beim MG3 kann es dabei auch weiter im Mittelpunkt der Waffe befestigt werden, um den Schwenkbereich zu erhöhen. Die Länge der Beine kann fest oder verstellbar sein.[1] Das Zweibein des FN Minimi kann auch als Sturmgriff benutzt werden, wenn man die Beine aneinander klappt.[2] Einige Sturmgriffe haben ein integriertes Zweibein (engl. foregrip bipod). Das Zweibein des Galil hat einen integrierten Drahtschneider und Flaschenöffner. Im rechten Bein des PK ist ein Putzstock untergebracht.

Wird zusätzlich zum Zweibein noch ein drittes „Bein“ (Erdsporn) verwendet, spricht man von einer Dreipunktauflage (beispielsweise beim G22)

Zweibein als RettungsgerätBearbeiten

Ein Zweibein anderer Art dient Bergrettern als Stütze für eine Seilrolle, um einen in eine Gletscherspalte Gestürzten hochzuziehen, oder als Abspreizung von einer Felswand, um beim Ab- oder Aufseilen eines Verletzten Abstand von der Wand zu erzielen. Die typisch 3 m langen Beine werden aus Carbonfaserrohrelementen zusammengesteckt und sind für axiale Druckaufnahme konstruiert.

Ein Zweibein wird in der Regel in zwei Richtungen abgespannt, um es gegen Kippen um die Achse der zwei Aufstandspunkte zu sichern. Ein Dreibein, das alternativ aus denselben Elementen aufgebaut sein, steht hingegen auch ohne Abspannung stabil, sofern die Resultierende der Seilkräfte (und der halben eigenen Schwerkraft) durch das Dreieck der Aufstandspunkte läuft.[3][4][5]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Chris Bishop: The Encyclopedia of Weapons of World War II, Sterling Publishing Company, Inc., 2002, ISBN 978-1-58663-762-0.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Chris Bishop: The Encyclopedia of Weapons of World War II
  2. Terry Gander: Moderne Maschinengewehre: Eine internationale Übersicht, S. 98. Motorbuch, 1. Januar 2000.
  3. http://tirol.orf.at/news/stories/2742338/ 30 Meter in Gletscherspalte gestürzt, orf.at, 15. November 2015, abgerufen 15. November 2015.
  4. http://tyromont.com/produkte/categories/zwei-dreibeine.html Tyromont – Alpine Recue Equipment, abgerufen 16. November 2015.
  5. http://www.meinbezirk.at/schwaz/chronik/die-bergrettung-kaltenbach-beim-aufbau-vom-zweibein-m7110977,1076208.html Stefan Schwaiger: Die Bergrettung Kaltenbach beim Aufbau vom Zweibein, www.meinbezirk.at, abgerufen 16. November 2015.