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Kleine Balkenwaage (so genannte „Samenwaage“), Süddeutschland, erstes Drittel 19. Jahrhundert, in der Mitte das nach oben gerichtete Zünglein

Mit Zünglein an der Waage bezeichnet man bildhaft einen ausschlaggebenden Umstand oder eine entscheidende Person in einer ansonsten ausgewogenen Situation, besonders in einer Pattsituation. Die metaphorische Redewendung will deutlich machen, dass eine kleine Ursache in bestimmten Situationen große Wirkung haben kann.

Beispiel: Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) ist aufgrund einer speziellen Minderheitenregelung trotz Unterschreitung der Fünf-Prozent-Hürde im Schleswig-Holsteinischen Landtag vertreten. Als es 1987 bei einem Antrag auf Neuwahlen zu einem Gleichstand zwischen den großen Fraktionen kam, wurde der einzige – und damit freie und fraktionslose – SSW-Abgeordnete Karl Otto Meyer mit seinem Abstimmungsverhalten als Zünglein an der Waage bezeichnet.[1]

Herkunft und KritikBearbeiten

Bei ungefähr gleichen Massen auf einer Balkenwaage ist nicht an der Höhe der Waagschalen erkennbar, welche der Massen in den beiden Waagschalen die größere ist, sondern nur am Zeiger. – Die Metapher führt allerdings in die Irre: Der Zeiger an der Waage dient nur der Anzeige, er hat keinen Einfluss auf das Ergebnis der Messung.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zünglein an der Waage (Memento des Originals vom 9. April 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sueddeutsche.de bei sueddeutsche.de

WeblinksBearbeiten

  Wiktionary: das Zünglein an der Waage sein – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen