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Als Wolframstahl bezeichnet man einen hochlegierten Stahl, der einen beträchtlichen Masseanteil an Wolfram enthält. Zu seiner Herstellung werden ca. 90 Prozent der Weltproduktion von Wolfram in Form von Ferrowolfram eingesetzt[1], das einen Wolframgehalt von 60 bis 80 % aufweist[2]. Entsprechend stellt Wolframstahl eine der bedeutendsten technischen Anwendungen des chemischen Elements Wolfram dar.

Reiner Wolframstahl – ohne weitere hinzulegierte Elemente – bildet nur ein Zwischenprodukt in der Stahlherstellung. In der Gruppe der Werkzeugstähle erfährt Wolframstahl praktische Anwendung erst durch Zulegieren weiterer Legierungselemente, wobei in dem auf diese Weise entstehenden Stahl Ausscheidungen in Form von Wolframkarbid in einem austenitischen Stahl mit eutektisch erstarrten ledeburitischen Gefügebereichen eingelagert vorliegen.[3] Wolfram fungiert hierin neben anderen Legierungselementen des hochlegierten Stahls als sogenannter Sondercarbidbildner, wobei derartige Sondercarbide dem Stahl größere Härte verleihen.[3] Ein in der Praxis eingesetzter Vertreter der so entstehenden Stähle ist der Schnellarbeitsstahl vom Typ HS18-1-2-10, der aus 69 Massenprozent Eisen, 18 Massenprozent Wolfram, 1 Massenprozent Molybdän, 2 Massenprozent Vanadium und 10 Massenprozent Cobalt besteht.[3]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wolfram. In: Lexikon der Chemie. Spektrum Akad. Verl., www.wissenschaft-online.de-Internetportal, ohne Jahresangabe (Online-Version).
  2. Hans Peter Latscha, Uli Kazmaier: Chemie für Biologen. 3. Auflage. Springer, 2008, ISBN 3-540-78843-3, S. 355 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b c Eckard Macherauch, Hans-Werner Zoch: Praktikum in Werkstoffkunde. 11., vollst. überarb. u. erw. Aufl., Vieweg-Teubner, Wiesbaden 2011, S. 241–246