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Welldeck

Konstruktionsmerkmal von Landungsschiffen
Ein LCU im gefluteten Welldeck

Welldeck, seltener auch Brunnendeck, Tiefdeck oder gesenktes Deck (englisch well deck), bezeichnet bei sogenannten Welldeck- oder Docklandungsschiffen den ungedeckten Bereich des Hauptdecks zwischen Back und Manöverdeck. Bei älteren Schiffen und Jachten wird dieser Bereich oft auch als Versaufloch bezeichnet, da er von überkommenden Brechern überspült wird.

Auch der zweigeschossige Laderaum im Heck amphibischer Angriffsschiffe, welcher bei Bedarf geflutet und achtern durch ein großes Tor von mitgeführten Landungsbooten befahren werden kann, wird als Welldeck bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise von Welldecks auf MilitärschiffenBearbeiten

 
Amtracks des USMC kehren ins geflutete Welldeck der USS Bonhomme Richard zurück
 
Trockenes Welldeck der Mistral-Klasse
 
Ein LARC V fährt aus dem Welldeck der USS Wasp heraus

Während der Überfahrt ist das Tor geschlossen und das Welldeck trocken. Erreicht das Schiff sein Einsatzgebiet, so werden große seitliche Ballasttanks mit Wasser gefüllt, bis sich das Heck des Schiffes so weit ins Meer senkt, dass das Welldeck geflutet wird. Die zusätzliche Eintauchtiefe beträgt bis zu 10 Meter. Das Schiff steht dabei still oder macht langsame Fahrt.

Aus Transportdecks im Innern der amphibischen Angriffsschiffe fahren Fahrzeuge, Lastwagen und Panzer über eine Rampe in die Landungsboote. Das voll beladene Landungsboot verlässt über das nun abgesenkte Tor den Rumpf des Schiffes und steuert in Richtung Küste, um dort seine Fracht zu entladen. Die Schiffe befinden sich dabei 50–100 Kilometer von der Küste entfernt in internationalen Gewässern und weitgehend geschützt vor feindlichem Feuer. Diese Operationsweise wird auch Over the Horizon (OTH, dt. hinter dem Horizont) genannt.

Für die Operation mit Luftkissenbooten des Typs LCAC ist das Fluten des Welldecks nicht nötig. Diese können über das offene Tor als Rampe direkt auf die Meeresoberfläche gleiten. Die Amtrac-Schwimmpanzer des Marine Corps benötigen keine Landungsboote, sondern fahren vom Welldeck aus direkt ins offene Meer.

Welldecks auf Docklandungsschiffen können über 100 m lang sein, so dass bei einigen für die raschere Beladung mittels Ladekran eine große Öffnung nach oben mittschiffs eingebaut wurde.

Alle entsprechenden Schiffe der US Navy müssen sich alljährlich für diese amphibischen Operationen qualifizieren, die sogenannte Well Deck Certification.

MaßeBearbeiten

Maße der Welldecks bekannter Schiffsklassen:

Klasse Marine Typ   Länge in m Breite in m Fläche m²
Tarawa-Klasse Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten LHA
Wasp-Klasse Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten LHD 81,4 15,2 1237
Whidbey-Island-Klasse Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten LSD 134,1 15,2 2038
Foudre-Klasse Frankreich  Frankreich LSD 122,0 14,3 1745
Ouragan-Klasse Frankreich  Frankreich LSD 120,0 13,2 1584
Mistral-Klasse Frankreich  Frankreich LHD 885
San-Antonio-Klasse Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten LPD 55,0 14,0 770
Albion-Klasse Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich LPD 60,0 15,0 900
Bay-Klasse Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich LSD 39,0 14,0 546
Canberra-Klasse Australien  Australien LHD 69,3 16,8 1164

Weitere Docklandungsschiffe werden von der italienischen, der niederländischen, der spanischen und der chinesischen Marine betrieben.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Well decks – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien