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Wanktunnel

Tunnel in Garmisch-Partenkirchen

Der Wanktunnel ist ein geplanter Straßentunnel durch die Südwestflanke des 1780 m hohen, östlich von Garmisch-Partenkirchen gelegenen Wank im Zuge der Bundesstraße 2. Er soll die von Norden aus Richtung München und Augsburg über die A 95 und die Bundesstraßen 2 und 23 kommenden und nach Osten Richtung Mittenwald und weiter über Scharnitz und Innsbruck zur Brennerautobahn verlaufenden Verkehrsströme östlich um den bis an den Bergfuß heranreichenden Ortsteil Partenkirchen herumführen und diesen damit vom Durchgangsverkehr entlasten.[1] Die geplante Länge des Tunnels beträgt 3,6 Kilometer.

Wanktunnel
Nutzung Straßentunnel
Ort Garmisch-Partenkirchen
Länge 3600 m
Lage
Wanktunnel (Bayern)
Red pog.svg
Red pog.svg
Koordinaten
Westportal 47° 30′ 44″ N, 11° 6′ 27″ O
Ostportal 47° 29′ 7″ N, 11° 8′ 11″ O

Inhaltsverzeichnis

PlanungBearbeiten

Die ältesten Planungen reichen bis in das Jahr 1970 zurück. Der Abschluss des Raumordnungsverfahrens erfolgte 1982 und die Voruntersuchung des Planfeststellungsverfahrens im Jahr 1999. Der aktuelle Vorschlag sieht den nördlichen Tunneleingang am Wankfuß in Höhe des Kreisverkehrs am Südausgang des Farchanter Tunnels vor. In der Nähe der Abzweigung zum Garmischer Ortsteil Schlattan soll die Tunnelstrecke am südlichen Tunneleingang in die bestehende B 2 münden.

Aktueller StandBearbeiten

Das Projekt wurde 2004 aus dem vordringlichen Bedarf des seinerzeit gültigen Bundesverkehrswegeplans gestrichen und befindet sich seitdem im „weiteren Bedarf“ mit Planungsrecht. Am 8. Oktober 2009 veranlasste der bayerische Innenminister Joachim Herrmann die Wiederaufnahme der Planungen. Am 10. Dezember 2010 stellte das Staatliche Bauamt Weilheim Entwürfe für einen 3,6 Kilometer langen Wanktunnel vor.[2] Demnach sollte der Antrag auf Planfeststellung bis Mitte 2011 gestellt werden. Nachdem die Münchner Region nicht den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2018 erhalten hatte, kam es dazu nicht.[3]

Im Bundesverkehrswegeplan 2030Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren und im Ende 2016 geänderten Fernstraßenausbaugesetz ist das Vorhaben wieder in den vordringlichen Bedarf eingestuft.[4][5][6] Eine Bürgerinitiative befürchtet, dass ab Ende 2018, wenn der Tunnel Scharnitz fertiggestellt sein wird, noch mehr Verkehrsteilnehmer die dann noch attraktivere Verbindung durchs Werdenfelser Land Richtung Brennerautobahn nutzen werden, wodurch die Ortsdurchfahrt von Partenkirchen ohne den Wanktunnel noch mehr mit Verkehr belastet wird.[7]

Das staatliche Bauamt Weilheim nahm 2018 die Planungen wieder auf. Dazu wurde am 20. September 2018 eine Verkehrszählung in Garmisch-Partenkirchen durchgeführt. Mit dem Vorentwurf wird 2020 gerechnet.[8]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Positionspapier. Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, 22. März 2012, abgerufen am 26. März 2016.
  2. Umfahrung Partenkirchen: Planung für den Wanktunnel wird mit Kraft vorangetrieben. Merkur online, 10. Dezember 2010, abgerufen am 25. März 2016.
  3. Andreas von Delhaes-Guenther: Der Jahrhunderttag im Nadelöhr. Bayernkurier, 1. September 2015, abgerufen am 25. März 2016 (zum Wanktunnel siehe die Mitte des Textes).
  4. Gesamtprojekt: B002-G010-BY: B 2 OU Garmisch-Partenkirchen. In: Projektinformationssystem (PRINS) zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, abgerufen am 25. März 2016.
  5. Bundesgesetzblatt. Lfd. Nr. 187. Abgerufen am 8. Mai 2017.
  6. B 2, Ortsumfahrung Garmisch-Partenkirchen mit Wanktunnel. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 20. Mai 2016; abgerufen am 8. Mai 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stbawm.bayern.de
  7. Friedlicher Protest der Anwohner; in: Münchner Merkur vom 6. März 2017
  8. B 2 Ortsumgehung Garmisch-Partenkirchen mit Wanktunnel: Planungen wieder aufgenommen. Abgerufen am 6. Oktober 2018.