Walter Schmadel

deutscher Journalist

Heinrich Erwin Walter Schmadel (* 16. November 1902 in Kirchheimbolanden; † 1944[1]) war ein deutscher Journalist.[2]

LebenBearbeiten

Als Sohn eines Vorbereitungslehrers geboren, studierte Schmadel Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und gehörte als Beisitzer dem Allgemeinen Studenten-Ausschuß der Universität an.[3] Er trat der NS-Freiheitspartei bei und nahm am 9. November 1923 am Marsch auf die Feldherrnhalle teil.[4] Er wurde 1923 Mitglied der Burschenschaft Danubia München und war von 1927 bis 1929 Vorsitzender der Deutschen Studentenschaft (DSt).[5] Der großdeutsch ausgerichtete Verband spitzte unter der Leitung des Nationalsozialisten Schmadel seine Aktivitäten gegen das geltende Staatsbürgerschaftsprinzip zu.[6] Universitär regte Schmadel an, Vertreter des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes in Korporationslisten aufzunehmen.[7]

Nach dem Studium war er 1933 als Mitarbeiter von Hans Sikorski für das vom Deutschen Studentenwerk herausgegebene Buch Wohin, ein Ratgeber zur Berufswahl der Abiturienten tätig.[8] 1935 begann Schmadel ein Volontariat beim Berliner Tageblatt.[9] Später war er Chefredakteur verschiedener Zeitungen.[2] 1941 wurde er Mitglied der NSDAP (Nr. 8886538).[10] 1944 fiel Schmadel als Soldat in der Nähe von Stalingrad.[2]

Zu Walther Schmadels Ehren wurde 1999 der 1982 von Ljudmila Georgijewna Karatschkina entdeckte Asteroid (8811) Waltherschmadel benannt.[2] Sein Sohn ist der Astronom Lutz D. Schmadel (* 1942; † 2016).[2]

LiteraturBearbeiten

  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 5: R–S. Winter, Heidelberg 2002, ISBN 3-8253-1256-9, S. 255–256.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nach Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 5: R–S. Winter, Heidelberg 2002, S. 255: Seit 1945 vermisst und am 31. Juli 1949 für tot erklärt.
  2. a b c d e Lutz D. Schmadel: Dictionary of Minor Planet Names. 6. Ausgabe. Springer, Berlin 2012, S. 655. (Elektronische Ressource)
  3. Ludwig-Maximilians-Universität München (Hrsg.): Personenstand der Ludwig-Maximilians-Universität München: Sommer-Halbjahr 1925. München 1925, S. 7 (PDF)
  4. Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 5: R–S. Winter, Heidelberg 2002, S. 255.
  5. Dieter Fricke: Die Bürgerlichen Parteien in Deutschland: Alldeutscher Verband-Fortschrittliche Volkspartei. VEB Bibliographisches Institut, 1968, S. 592 (online)
  6. Dietrich Heither: Gegner der Weimarer Demokratie. In: Dietrich Heither, Michael Gehler, Alexandra Kurth, Gerhard Schäfer: Blut und Paukboden. Eine Geschichte der Burschenschaften. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-596-13378-5, S. 77–112, hier: S. 90.
  7. Geoffrey J. Giles: Students and National Socialism in Germany. Princeton University Press, Princeton 1985, ISBN 0-691-05453-3, S. 35.
  8. Wohin. Ein Ratgeber zur Berufswahl der Abiturienten. Band 1, 1933, S. vi. (online)
  9. Margret Boveri: Wir lügen alle. S. 186 [1]
  10. Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 5: R–S. Winter, Heidelberg 2002, S. 256.