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Die Volltondichte ist eine Messgröße im Druck und wird mit Hilfe eines Densitometers ermittelt. Sie ist die optische Dichte einer durchgehend mit Farbe bedeckten Fläche (Volltonfläche, im Gegensatz zur Rasterfläche).

Ergiebigkeitsdiagram eines Satzes von Skalenfarben auf einem Papier

Da die Farbschichtdicke an der Druckmaschine nicht messbar ist, wird die optische Dichte von Volltonfeldern als Hilfsmittel zur Farbsteuerung herangezogen. Aus Ergiebigkeitsdiagrammen[1][2] für Druckfarben lassen sich die quasilinearen Bereiche nutzen, um einer Dichtemessung einen Farbauftrag zuzuordnen. So werden in der Druckpraxis Maschinen mit Hand oder automatisiert gesteuert. Dies betrifft den Offset- und den Hochdruck, soweit Zonenregelungen[3] vorhanden sind. Die Tiefdruck-, Siebdruck- und die zonenfrei arbeitenden Offset- und Hochdruck- (meist Flexodruck-) maschinen müssen die Farbübertragung durch Modifikation der Druckform bzw. der Einfärbevorrichtung (hier: Rasterwalze) regeln.

Die Volltondichte einer Farbe hängt außer von der Dicke der Farbschicht noch von der Pigmentierung der Farbe[4] ab (Ergiebigkeit), der Oberfläche des Bedruckstoffes (Rauheit, Saugeigenschaften, Eigenfärbung)[5] und der Feinverteilung der Farbschichtdicke (Perligkeit)[6].

Für den normgerechten Skalendruck schreibt ISO 12647-2, in Deutschland eingebunden in den ProzessStandard Offsetdruck, farbmetrische Messwerte vor. Druckereien ohne Spektralfotometer (oder Densitometer?) benutzen dagegen häufig empirisch ermittelte Vorgaben der Volltondichten.

Die zunehmende Verwendung von Computern in Druckmaschinen und neue, kompakte Spektralfotometer erleichtern eine Steuerung der Farbzonen über farbmetrische Messungen. Insofern geht die Bedeutung der Volltondichte zurück. In der Messung von Tonwerten und Tonwertzunahmen ist sie jedoch noch immer unerlässlich, ebenso bei der Bestimmung des relativen Druckkontrastes.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Helmut Kipphan (Hrsg.): Handbuch der Printmedien. 1. Auflage. Springer, Heidelberg 2000, ISBN 3-540-66941-8, S. 104
  2. Rudi Riedl, Dieter Neumann, Jürgen Teubner: „Technologie des Offsetdrucks“, 1. Auflage, VEB Fachbuchverlag Leipzig 1989, ISBN 3343005274, S. 321
  3. H. Teschner: Druck- und Medientechnik, 13. Auflage. Christiani, Konstanz 2010, ISBN 978-3-86522-629-7, S. 604
  4. Helmut Kipphan (Hrsg.): Handbuch der Printmedien. 1. Auflage. Springer, Heidelberg 2000, ISBN 3-540-66941-8, S. 134
  5. Helmut Kipphan (Hrsg.): Handbuch der Printmedien. 1. Auflage. Springer, Heidelberg 2000, ISBN 3-540-66941-8, S. 132
  6. Auswirkung der Farbschichtdickenverteilung auf die Farbe im Mehrfarbenrasterdruck, FOGRA-Forschungsbericht 50.031 Autor Pertler, H.; Rosenberg, A. 2002