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Vogelbeobachter

Die Vogelbeobachtung ist ein praktisches Teilgebiet der Ornithologie (Vogelforschung), bei der Vögel meistens mit Hilfe eines Fernglases, auf weite Entfernungen auch mit einem Spektiv beobachtet und nach Art, Alter und Geschlecht bestimmt werden. Wird dabei eine Digitalkamera zur Dokumentation benutzt, nennt man dies Digiscoping. Vögel können auch nur anhand ihres Gesanges oder anderer Lautäußerungen bestimmt werden. Eine Bestimmung über die Spuren der Vögel, wie z. B. Nester, Federn und Gewölle, bleibt dagegen meist Fachleuten vorbehalten.

Neben umfangreichem Wissen über die Biologie der Vögel braucht der Vogelbeobachter (engl. Birdwatcher) vor allem Erfahrung in der Bestimmung von Vögeln. Grundlegendes Wissen erlangt man durch das Studium der zahlreich vorhandenen Vogelbestimmungsbücher, Hören von Vogelstimmenaufnahmen und durch Teilnahme an Führungen mit erfahrenen Vogelkundlern. Diese sind meistens in Naturschutzverbänden organisiert. Auch Ökotourismusunternehmen bieten Vogelerkundungsreisen an, die von erfahrenen Ornithologen und Naturfotografen geleitet werden. Inzwischen gibt es auch Zusammenstellungen für den PC und DVD-Player, die Vögel in Bild und Ton vorstellen, was das Erlernen von Bestimmungsmerkmalen weiter erleichtert. Das Interesse an der hobbymäßigen Vogelbeobachtung ist in den letzten Jahren gestiegen. Es wird auch als Vogelgucken oder als Birding bezeichnet. Als Vogelgucker oder Birder sind sowohl Männer als auch Frauen unterwegs.[1] Manche führen akribisch Listen mit den gesehenen oder gehörten Vogelarten, sogenannte Artenlisten. Andere beobachten Vögel zur Entspannung.[2] Neuerdings berichten Buchautorinnen und Buchautoren nicht nur biologisch-sachlich von ihren Vogelbeobachtungen, sondern auch vom Glück und den tiefgreifenden Erfahrungen beim Blick auf Vögel und ihr Verhalten.[3][4][5]

Wenn die Vogelbeobachtungsdaten für Zwecke der Forschung oder des Naturschutzes erhoben werden, spricht man auch von Kartierung, Bestandserfassung oder Monitoring. Amateurbeobachter haben hier vielfältige Möglichkeiten der Mitwirkung.

Die sportive Version des Vogelbeobachtens nennt sich „Twitchen“ bzw. Spotting.

Die weltweit erfolgreichste Twitcherin war Phoebe Snetsinger, die zwischen 1965 und ihrem Tod im Jahre 1999 ungefähr 8400 Vogelarten beobachten konnte und dafür einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde erhielt. Im Jahr 2017 hält Jonathan Hornbuckle (1943–2018) mit rund 9600 Vogelarten den Rekord.[6]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Christiane Habermalz: Wir müssen beim Birden mehr auf die Weibchen achten!. Abfrage: 4. Oktober 2018.
  2. Elke Brüser: Birding: Vogelbeobachtung im Trend. 25. September 2018.
  3. Helen Macdonald: H wie Habicht, 2. Auflage, Berlin 2016
  4. Johanna Romberg: Federnlesen. Vom Glück, Vögel zu beobachten, 2. Auflage, Köln 2018
  5. Norbert Scheuer: Die Sprache der Vögel, Frankfurt am Main 2016
  6. www.surfbirds.com – Englischsprachige Homepage für Vogelbeobachtung