Verkehrszeichen 101-12: Viehtrieb als Rechtsaufstellung (Deutschland)

Der Viehtrieb ist das Treiben des Viehs auf die Weide oder in den Stall. Er stellt einen zentralen Bestandteil der Almwirtschaft von Bergbauern dar. Da jahreszeitlich bedingt im Sommer Weidewirtschaft in höheren Gebirgslagen möglich ist, lassen Bergbauern für diese Zeit ihr Vieh in entsprechenden Stallungen vor Ort unterbringen. Im Frühjahr, je größer die Höhenlage des Zielortes, desto später, wird aufgetrieben, der sogenannte Almauftrieb, während im Herbst nach umgekehrtem Schema abgetrieben wird, der sogenannte Almabtrieb. In den Zentral- und Westalpen sind zwischen unterem und oberem „Senntum“ sowie bei komplizierten Alpverhältnissen zwischen entlegenen Alpen, Umtriebe nicht ungewöhnlich. Auch Schneefall im Hochsommer kann zu Umtrieben auf tiefer gelegene Alpen führen.

Soweit möglich, wird in heutiger Zeit gerne die Verladung auf Transporter genutzt. In Höhenlage mit nur schmalen Fahrwegen oder Fußwegen wird dagegen wie in alter Zeit die Herde durch Knechte und Mägde sowie die Bauern selbst auf ihrem Weg geführt. Hütehunde werden teilweise zur Unterstützung genutzt.

Da ein solcher Viehtrieb über schlechte Straßen mit Gefahr von Steinschlag, Muren oder gar Lawinen und damit durchaus auch zum Tod von Mensch und Tier führen kann, findet sich in zahlreichen Regionen Brauchtum, welches die erfolgreiche Rückkehr der Hirten aus den Gebirgsregionen feiert. Nicht zuletzt bedeutet eine solche Heimkehr auch das Abliefern diverser Wertobjekte (Käse, Speck) die während des Sommers auf den Almen produziert wurden und dementsprechend war auch zeitgleich eine kräftige Entlohnung der Helfer angesagt. Insbesondere extra zu diesem Anlass angebrachter bunter Hörnerschmuck aus Blumen, grünen Ästen und anderem bei Kühen zählt zu den bekanntesten Ausprägungen dieser Feierlichkeiten zur Rückkehr. Waren beim Abtrieb Verluste von Mensch oder Tier zu verzeichnen, so unterbleibt diese Ausschmückung in der Regel. In heutiger Zeit wird die Brauchtumsschmückung nur noch in begrenztem Maß praktiziert, nicht zuletzt wegen der oftmals frühzeitigen Verladung der Tiere auf Fahrzeuge.

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