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Vertikaler Erdkilometer

Vertikaler Erdkilometer ist ein Kunstwerk, das von Walter De Maria zur documenta 6 im Jahr 1977 auf dem Kasseler Friedrichsplatz geschaffen wurde.

Das Kunstwerk ist eine ein Kilometer tiefe Bohrung, welche mit verschraubten Messingstäben mit 5 cm Durchmesser ausgefüllt wurde. Der heute sichtbare Teil befindet sich mitten auf der Sichtachse Fridericianum und dem Denkmal von Landgraf Friedrich II. und ist eine Messingscheibe – Ende der Stäbe – und ist mit einer quadratischen Sandsteinplatte umfasst. Finanziert wurde das 750.000 DM teuere Kunstwerk[1] durch die US-amerikanischen Dia Art Foundation.

Das Kunstwerk sollte daran erinnern, dass das 1779 eröffnete Museum Fridericianum die historischen Instrumente des Landgrafen zur Vermessung des Himmels und der Erde beherbergt hatte. Zugleich wollte er dazu einladen, über den Ort des Menschen in der Welt nachzudenken.[1]

Ursprünglich sollte De Maria auf Vorschlag seines Galeristen Heiner Friedrich einen Vertikalen Erdkilometer im Rahmen des Kunstprogramms zu den Olympischen Spielen 1972 installieren, was von der Münchner Stadtverwaltung abgelehnt wurde.[2]

RezeptionBearbeiten

Das Kunstwerk war eines der umstrittensten der documenta 6 und es gab sowohl regional als auch überregional Proteste dagegen. Zu der Zeit war im Zeitgeist verankert, dass ein Künstler seine Kunstwerke in die Landschaft stellte, aber noch nicht akzeptiert, dass er mit der Landschaft arbeitete. Nicht das Ergebnis wurde fälschlicherweise von der Bevölkerung als das Kunstwerk angesehen, sondern der Bohrprozess selber.[1]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Documenta-Kunstwerke in der Stadt. In: merian.de. 8. Juni 2012, abgerufen am 3. November 2018.
  2. Laura Weissmüller: Kein Wort zur Kunst. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Juli 2011.

Koordinaten: 51° 18′ 47,7″ N, 9° 29′ 48,3″ O