Valdivianischer Regenwald

Typ eines Regenwaldes

Der Valdivianische Regenwald ist als gemäßigter Regenwald ein immergrünes und kaltgemäßigtes Ökosystem von der chilenischen Pazifikküste bis an den Rand der Andenkette. Die Wälder erstrecken sich an manchen Stellen über die Anden bis nach Argentinien. Der Name bezieht sich auf die chilenische Stadt Valdivia.

Die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen 11 und 12 °C, und die Niederschlagsmengen betragen bis über 2400 mm jährlich, bei ständig hoher Luftfeuchtigkeit und einer hohen Zahl an Regentagen.

Prägende Bestandteile der vielfältigen Flora sind insbesondere die „Südbuchen“ der Gattung Nothofagus. Demgegenüber ist die Fauna weniger artenreich. Die Vegetationsgeschichte des Valdivianischen Regenwaldes wird mit dem ehemaligen Südkontinent Gondwana in Verbindung gebracht. Durch die isolierte Lage konnten bis heute entwicklungsgeschichtlich sehr alte Formen überleben.

FaunaBearbeiten

Die Region beherbergt zahlreiche Endemiten, Tiere und Pflanzen, die sich sonst nirgendwo finden. Das berühmteste endemische Säugetier der Region ist die chilenische Waldkatze oder Kodkod (Oncifelis guigna), welche bis zu 3 kg schwer wird, bei einer Körperlänge von bis zu 50 cm und Schwanz bis zu 25 cm. Man findet den Kodkod auch auf der Insel Chiloé.

Auch der Puma (Puma concolor) findet sich in der Region, dieser hat jedoch ein riesiges Verbreitungsgebiet in Amerika. An Huftieren findet man zuweilen den Südpudu (Pudu pudu) eine kleinere Hirschart die bis zu 8 kg wiegt. Die Gegenden beherbergen sehr wenige Reptilien, das kühl-nasse Klima ist reptilienfeindlich. Lediglich eine kleine, ungiftige Natter (Tachymenis chilensis) schafft es n die Randbereiche der Wälder. Sie wird nicht länger als 60 cm. Von den kleine Erdleguanen der Gattung Liolaemus schafften es zwei Arten ins Gebiet. Entsprechend dem Klima legen sie keine Eier ab, die Eier werden bis kurz vor dem Schlüpfen im Körperinnern der Mutter aufbewahrt – diese Erdleguane sind somit ovipar. Daneben kann man auch gelegentlich an trockeneren Stellen der merkwürdigen Grosskopfleguan (Pristidactylus torquatus) finden.

Amphibien sind im feuchten Klima zahlreicher zu finden. Etliche Froscharten besiedeln die Valdivianischen Wälder. Darunter ist der berühmte Darwin-Frosch (Rhinoderma darwinii), welcher die Eier am Land ablegt und nach etwa 20 Tagen schlüpfen die Kaulquappen. Dann kommt das Männchen zurück und schluckt die Kaulquappen und bewährt sie in seinem Kehlsack auf, bis sich junge Fröschchen entwickelt haben. Eines Tages spuckt es dann die voll entwickelten jungen Fröschchen aus. Der Darwin-Frosch ist leider sehr selten geworden und ist bedroht. Weiter leben zwei kleine Krötenarten im Gebiet (Bufo variegatus) und (Bufo rubropunctatus). Bei den üblichen Fröschen findet man Art der Gattungen Alsodes und Eupsophus. Weitere Frösche finden sich aus den Gattungen Batrachyla, Pleurodema, Atelognathus, Telmatobufo, Insuetophryrus, und der stattliche, selten Laubfrosch Hylorina sylvatica. Der größte Frosch ist der seltene chilenische Helmkopffrosch (Caudiverbera caudiverbera) der bis zu 32 cm lang werden kann – man bezeichnet ihn deshalb auch als die "Rana grande chilena" – er gehört zu den größten Fröschen der Erde. Er ist voll-aquatisch und lebt in langsam fliessenden Gewässern. Diese Frösche sind sind so groß, dass sie verdächtigt werden gelegentlich junge Enten zu fressen. Damit ist klar, dass die Valdivianischen Wälder vor allem ein Land der Amphibien sind. Schwanzlurche (Molche Salamander) und Blindwühlen (fußlose Salamander) haben es nicht soweit nach Süden in Amerika geschafft.

Gebiete[1]Bearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Valdivian temperate rainforest – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heiko Werning und Klaus Bude: Es muss nicht immer tropisch sein: die Valdivianischen Regenwälder im südlichen Südamerika. In: Natur und Tier Verlag, Münster (Hrsg.): DRACO. 3. Auflage. nr. 15, Nr. 3. Natur und Tuier Verlag, Münster 2003, S. 34 - 38.