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GoodMills Deutschland GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1898 / Umfirmierung: 2014
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Gunnar Steffek, Markus Green (Geschäftsführung)[1]
Mitarbeiterzahl 640 (2014/15)[2]
Umsatz 418,2 Mio. EUR (2014/155)[2]
Branche Lebensmittelindustrie
Website www.goodmills.de

Die GoodMills Deutschland GmbH ist Deutschlands größter Getreidemühlen-Konzern mit rund 640 Mitarbeitern und bundesweit zehn Standorten. Sie ging 2014 durch Umfirmierung aus der früheren VK Mühlen AG hervor, der Hauptsitz befindet sich wie bisher in Hamburg. Die Gesamtvermahlungsmenge beträgt über 1,5 Millionen Tonnen Getreide, Reis und Hülsenfrüchten. Die GoodMills Deutschland GmbH gehört zur österreichischen GoodMills Group.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Gründung der heutigen GoodMills Deutschland geht zurück auf das Jahr 1883, in dem Emil Kampffmeyer ein Kommissionsgewerbe für Getreide und Mehl in Potsdam errichtet hat. Sein Sohn Kurt Kampffmeyer (Sen.) baute in den folgenden Jahren das Familiengeschäft seines Vaters durch den Erwerb zusätzlicher Mühlenstandorte weiter aus und führte es schon damals zu einem der größten deutschen Mühlenunternehmen.

Diese Expansionsstrategie verfolgte sein Sohn Kurt Kampffmeyer (Jun.) weiter, indem er, neben der Fusion mit der Duisburger Mühlen AG 1973, ein Jahr später die Mehrheitsbeteiligung an der Vereinigten Kunstmühlen (VK) Landshut Rosenheim AG erwarb. 1975 kaufte Kampffmeyer außerdem die Auer-Mühle in Köln-Deutz, die mit der Ellmühle verschmolzen wurde. Mit dem erneuten Ausbau des Unternehmens ergab sich nicht nur die Vergrößerung der Produktionskapazität – entscheidend war das Hinzukommen bekannter Marken zum Produkt-Portfolio. Mit dem Standort Landshut wurde die Marke „Rosenmehl“ erworben, durch den Kauf der Kölner Auer-Mühle stärkte die Marke „Aurora“ das Geschäft, was später noch um die Marken „Diamant“ und „Gloria“ erweitert wurde. Die Unternehmensgruppe führt damit vier der bekanntesten Mehl-Marken Deutschlands und ist im Geschäft mit Großkunden und Endverbrauchern breit aufgestellt.

1983 wurde die Gesellschaft in Vereinigte Kunstmühlen Aktiengesellschaft umbenannt und es erfolgte die Übernahme der Kampffmeyer Mühlen GmbH Handelshaus E. Kampffmeyer. Auf der Hauptversammlung am 28. August 1990 wurde der Name dann in VK Mühlen Aktiengesellschaft geändert und die Zentrale von Landshut nach Hamburg verlegt.

1999 erfolgte die Eingliederung der Hamburger BM Bäckermühlen AG, dem damals drittgrößten Mühlenunternehmen Deutschlands. Die heutige GoodMills Group (frühere LLI Euromills) wurde im Jahre 2004 Mehrheitsaktionär der VK Mühlen AG. 2013 feierte Kampffmeyer 130 Jahre Firmengeschichte.

Im Oktober 2014 firmierte die VK Mühlen AG zu GoodMills Deutschland GmbH um.

Struktur und KennzahlenBearbeiten

GoodMills Deutschland GmbH ist vor allem auf dem deutschen Markt aktiv und hat dort einen Marktanteil von rund 15,4 % (2013). Unter dem Dach der GoodMills Deutschland GmbH als Finanz- und Managementholding gliedert sich der Konzern in drei operative Geschäftsbereiche:[3]

GoodMills DeutschlandBearbeiten

Der Geschäftsbereich Mühlen ist ein modernes Mühlenunternehmen und führender Anbieter hochwertiger Getreidemahlprodukte für die Lebensmittelindustrie und das Backgewerbe sowie den Lebensmitteleinzelhandel. Sämtliche Mühlenstandorte der Gruppe sind in diesem Geschäftsbereich zusammengefasst.

StandorteBearbeiten

  • Unternehmenszentrale, Hamburg
  • Aurora Mühle Hamburg, Lage: 53° 29′ 35″ N, 9° 59′ 1″ O. Die heutige Aurora Mühle wurde 1897 in Hamburg-Wilhelmsburg von Georg Plange als größte Mühle des Kontinents errichtet. Heute werden hier mit einer Kapazität von 200.000 t Mehle, Grieße und Backmischungen für den Haushalt unter den Marken Aurora, Diamant und Gloria hergestellt. Mit den Industrie- und Bäckermehlen werden die Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig Holstein beliefert.
 
Ellmühle in Köln-Deutz
  • Ellmühle Köln-Deutz, Lage:50° 55′ 31″ N, 6° 58′ 37″ O. Die Ellmühle in Köln hat ihren Standort am Deutzer Hafen. Sie entstand aus der im Jahre 1975 durchgeführten Verschmelzung mit der benachbarten Auer-Großmühle. Mit 380.000 t Vermahlung von Weizen und Roggen im Jahr ist dies eine der größten Mühlen Europas. Das Getreide wird per Schiff, LKW oder der Bahn angeliefert. Im August 2016 gab das Unternehmen bekannt, dass es den bisherigen Standort im Deutzer Hafen aufgeben und das Grundstück an der Drehbrücke zur Siegburger Straße an die Stadt Köln verkaufen werde.[4] Ein Umzug der Mühle in den Rheinhafen Krefeld ist für 2020 geplant, bis dahin soll die Produktion am Standort in Deutz weiterlaufen.[5]
  • Hildebrandmühlen Frankfurt, Lage:50° 6′ 31″ N, 8° 43′ 13″ O. Die Hildebrandmühlen im Osthafen in Frankfurt am Main sind Hessens größte Getreidemühle. Sie wurden 1914 als Frankfurter Mühlenwerke gegründet und gingen 1972 an Kampffmeyer über. Jährlich werden dort 130.000 t Mehle, Grieße und Schrote aus Weichweizen und Roggen produziert.[6]
 
Aurora in Mannheim
  • Hildebrandmühlen Mannheim, Lage:49° 30′ 57″ N, 8° 27′ 49″ O. Die Hildebrandmühlen Mannheim wurden 1906 gegründet und gehören seit 1928 zu den Kampffmeyer Mühlen. Mit einer Kapazität von 150.000 t sind sie der größte Mühlbetrieb für Hartweizen in Deutschland. Hier wird Hartweizen zu Grießen und Mehlen vermahlen, welche vor allem in der Teigwarenproduktion eingesetzt werden.
  • Nordland Mühlen Jarmen, Lage:53° 55′ 42″ N, 13° 20′ 32″ O. Die Nordland Mühlen in Jarmen wurden 1907 als Jarmener Kunstmühlen erbaut und bereits 1921 von Kurt Kampffmeyer erworben. Im Zuge seiner Enteignung in der DDR wurden sie 1972 volkseigen. Nach der Wende wurden sie mehrfach verkauft. Mit der Übernahme der BM Bäckermühlen durch die VK Mühlen kamen sie 1999 zurück in die Kampffmeyer Gruppe. Mit einer Vermahlungskapazität von 60.000 t gewährleisten die Nordland Mühlen die Versorgung mit Weizen- und Roggenmahlprodukten für die Industrie, den Großhandel, für gewerbliche Verwender sowie Bäcker und Konditoren in Mecklenburg/Vorpommern, dem nördlichen Brandenburg, Berlin und dem Großraum Stettin.
  • Rosenmühle Landshut-Ergolding, Lage:48° 33′ 41″ N, 12° 9′ 19″ O. Die Rosenmühle wurde 1898 als Vereinigte Kunstmühlen Landshut gegründet. 1974 wurde das Unternehmen Teil der Kampffmeyer-Gruppe im Rahmen eines Unternehmensvertrages und späterer Mehrheitsbeteiligung. Von 1974 bis 1976 erfolgte der Mühlenneubau am Standort in Ergolding. Nach der Insolvenz von Kurt Kampffmeyer Sen. übernahmen die Vereinigten Kunstmühlen die Kampffmeyer Mühlen. Im Zuge der Umfirmierung als VK Mühlen AG erfolgte die Umfirmierung als Rosenmühle GmbH. Die Rosenmühle GmbH vermahlt heute ca. 200.000 t Roggen und Weizen im Jahr, vor allem das traditionsreiche Rosenmehl.
 
Die Schüttmühle in Berlin an der Spreemündung
  • Schüttmühle Berlin, Lage:52° 32′ 7″ N, 13° 12′ 39″ O. Die F. W. Schütt Dampfmühle in Berlin wurde 1922 Teil der Kampffmeyer Gruppe und später in Schüttmühle umbenannt. Die heutige Mühle wurde 1986 erbaut und 1992 erweitert. Sie ist eine der modernsten Getreidemühlen in Europa. Jährlich werden etwa 165.000 t Weizen für Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt verarbeitet.

Ehemalige StandorteBearbeiten

  • Mühle Quirin Völklingen. Die Mühle Quirin in Völklingen wurde 1752 von Paul Quirin gegründet. Nach 250 Jahren in Familienbesitz wurde sie 2009 an die Kampffmeyer Mühlen GmbH verkauft.[7] 2013 war sie mit einer Vermahlung von 42.000 t im Jahr die bedeutendste Weichweizenmühle des Saarlandes[8], wurde aber Ende 2013 stillgelegt.
 
Wesermühlen Hameln
  • Wesermühlen Hameln. Die Wesermühlen wurden von Kurt Kampffmeyer Sen. 1926 übernommen, aber im Zweiten Weltkrieg zerstört. Das heutige Gebäude wurde im Jahre 1949 neu errichtet. Bis zum 1. April 2013 wurden hier jährlich 120.000 t Weizen und Roggen für den regionalen, nationalen und europäischen Markt verarbeitet. Der Standort Hameln wurde am 1. April 2013 geschlossen.[9] Am Rande der Hamelner Altstadt befindet sich, als letzte der namensgebenden Wesermühlen, die Pfortmühle. Sie steht heute unter Denkmalschutz und dient als Bibliothek sowie Restaurant.

GoodMills InnovationBearbeiten

Die GoodMills Innovation GmbH mit Sitz in Hamburg ist ein Joint Venture vom Mühlenkonzern GoodMills Group und des Ingredientherstellers Palsgaard A/S, mit Sitz in Dänemark.

Müller’s MühleBearbeiten

„Müller’s Mühle“ ist seit 1989 Teil der GoodMills Deutschland und eine Qualitätsmarke für Reis und Hülsenfrüchte, welche überwiegend unter den Eigenmarken vertrieben werden. Als führender Reis-Veredler in Europa und Marktführer bei Hülsenfrüchten sowie größter Be- und Verarbeiter von Erbsen, Bohnen und Linsen in Nordeuropa bekannt, erbringt das Unternehmen darüber hinaus Abpack-Dienstleistungen für Dritte (Co-Packing).[10]

MarkenBearbeiten

  • Verbrauchermarken: Aurora (Mehl- und Grießsorten, Backmischungen), Diamant (Weizenmehl, Grieß, Brotbackmischungen, prebiotische Getreidespezialitäten und Brotbackmischungen; Markenrechte nur in Nord- und Ostdeutschland; in Süd- und Westdeutschland ist Diamant eine Marke der Werhahn Mühlen), Gloria (Haushaltsmehle, Kuchenbackmischungen), Müller’s Mühle (Hülsenfrüchte, Reis, Kartoffelmehl, Traubenzucker; in Lizenz produziert das niederländische Unternehmen Struik Foods auch Eintöpfe und Suppen unter dieser Marke), Rosenmehl (Mehle und Grieße; die im Premiumbereich angesiedelte Markenfamilie ist regionaler Marktführer in Bayern)
  • Handwerksmarken: Phönix (Backmischungen, Backzutaten und Backzubehör), Aurora, Rosenmühle
  • Industriemarken: Titan, Purafarin (Bindemittel auf Weizenmehlbasis), Vitatex (texturierte Pflanzenproteine auf Basis von Getreidemahlerzeugnissen und Leguminosen)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Impressum, goodmills.de, abgerufen am 21. Dezember 2016
  2. a b Bundesanzeiger: Konzernabschluss 2015 (Ein deeplink ist nicht möglich, daher „Goodmills“ in das Suchfeld eingeben und Konzernabschluss aussuchen), aufgerufen am 21. Dezember 2016
  3. Struktur des Unternehmens. Gliederung der Geschäftsbereiche. Auf goodmills.de, abgerufen am 21. Dezember 2016
  4. Kölner Ellmühle verlagert Standort (Memento vom 18. Januar 2018 im Internet Archive), 5. August 2016
  5. Ellmühle zieht nach Krefeld (Memento vom 18. Januar 2018 im Internet Archive), 28. März 2017
  6. FAZ vom 7. Oktober 2010, Seite 39: Getreide aus der Region, Mehl für die Region
  7. Webseite Saarbrücker Zeitung: Völklinger Mühle Quirin an Konzern verkauft
  8. Mühle Quirin in Völklingen (Memento vom 23. Oktober 2013 im Internet Archive)
  9. Geschichte der Hamelner Mühlen
  10. Müller’s Mühle: Produktwelt, muellers-muehle.de, abgerufen am 21. Dezember 2016