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Two Ocean Pass

Gebirgspass in den Vereinigten Staaten

BW

Two Ocean Pass
Passhöhe 2478 m
Region Wyoming, Vereinigte Staaten
Gebirge Rocky Mountains
Besonderheiten Flussbifurkation
Karte
Two Ocean Pass (USA West)
Two Ocean Pass
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Koordinaten 44° 2′ 34″ N, 110° 10′ 32″ WKoordinaten: 44° 2′ 34″ N, 110° 10′ 32″ W

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Der Two Ocean Pass ist ein Gebirgspass auf der kontinentalen Wasserscheide Nordamerikas im Bridger-Teton National Forest im US-Bundesstaat Wyoming. Die Höhe des Passes beträgt 2478 Meter.[1] Das Wasser des Passüberganges fließt südwestlich der Wasserscheide über den Pacific Creek in den Pazifik und nordöstlich über den Atlantic Creek in den Atlantik ab.

Trotz seiner Höhe und der über 3000 Meter hohen Berge in der Umgebung ist der Passübergang eine weite, von Grasland und Mooren geprägte Ebene von zwei bis drei Kilometern Länge und über einem Kilometer Breite.[2] Der etwas südlich vom Yellowstone-Nationalpark gelegene Pass ist nur mit Wanderwegen erschlossen. Die nächste größere Straße liegt etwa 25 Kilometer südlich des Passes.

Am Two Ocean Pass befindet sich die einzige Flussbifurkation der kontinentalen Wasserscheide Nordamerikas.[3] Der von nördlich des Passes gelegenen Hängen herunterkommende North Two Ocean Creek teilt sich am Pass in den Pacific Creek, der über den Snake River und Columbia River zum Pazifik fließt, und den Atlantic Creek, der über Yellowstone River und Missouri dem Golf von Mexiko zufließt.[4] Diese Besonderheit wird Parting of the Waters genannt.

In einigen Quellen ist auch aufgeführt, dass der South Two Ocean Creek, der von Süden zum Pass hinunterfließt, sich ebenfalls teilt.[2][5]

“Each fork of Atlantic Creek, just after entering the meadow, divides as if to flow around an island; but the stream toward the meadow, instead of returning toward the portion of which it had parted, continued its westernly course across the meadow. Just before reaching the western border the two streams unite, and then pour their combined waters into Pacific Creek.”

„Jeder Quellbach des Atlantic Creek teilt sich, gleich nachdem er auf die Wiese kommt, als ob er um eine Insel fließen würde; aber der Wasserlauf zur Wiese behält seine westliche Richtung über die Wiese bei, anstatt zum anderen Teil, von dem er sich gelöst hatte, zurückzukehren. Kurz vor dem westlichen Rand vereinigen sich die beiden Bäche, und dann strömt ihr gemeinsames Wasser in den Pacific Creek.“

Barton Warren Evermann: Popular Science Monthly 47, 1895[5]
Topographische Karte des Two Ocean Pass

Bei dem von Bibern gestauten Bach ist aber kein klarer Verlauf erkennbar.[6]

Nach Niederschlägen oder Schneeschmelze soll sich auf der sumpfigen Ebene am Two Ocean Pass sogar ein kleiner See bilden, der auf beide Seiten entwässere, also eine Pseudobifurkation.[5]

Dank der Bifurkation können Fische über die kontinentale Wasserscheide von einem Flusssystem ins andere wechseln. Zu den Fischen, die hier überwechseln, gehören die Yellowstone-Cutthroat-Forelle (Oncorhynchus clarki bouvieri) und Ptychocheilus oregonensis (Columbia River Dace). Der Oberlauf des Yellowstone River und der Yellowstone Lake wurden von Fischen nur über den Two Ocean Pass und somit flussabwärts besiedelt, da die Lower Falls, Wasserfälle am Yellowstone River, nicht von Fischen überwunden werden können und die Region somit ursprünglich fischlos war. Cottus bairdii, der ebenfalls am Oberlauf des Pacifik Creek heimisch ist, wechselte hingegen nicht zum Atlantic Creek hinüber.[6]

Das Phänomen der Fische, die über die Wasserscheide wanderten, wurde schon von Jim Bridger verbreitet, der die Gegend in der Mitte des 19. Jahrhunderts erkundet hatte. Oft angezweifelt, wurde die Bifurkation dann von William A. Jones während seiner Expedition im Sommer 1873 bestätigt.[2][7]

1965 wurden der Two Ocean Pass und Parting of the Waters als National Natural Landmark ausgewiesen.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Two Ocean Pass im Geographic Names Information System des United States Geological Survey
  2. a b c Hiram Martin Chittenden, Isabelle Florence Story: Yellowstone National Park. Stanford University Press, Stanford 1933, S. 79 f. (Kopie bei Google Books).
  3. Douglas Lorain: Backpacking Wyoming: From Towering Granite Peaks to Steaming Geyser Basins. Wilderness Press, Berkeley 2010, ISBN 978-0-89997-505-4, S. 100 (Kopie bei Google Books).
  4. There are some interesting „holes“ in the Continental Divide. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Personal Web Site of Robert Lindsay. Archiviert vom Original am 11. August 2016; abgerufen am 5. Mai 2014 (englisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.doclindsay.com
  5. a b c Barton Warren Evermann: Two-Ocean Pass. In: Popular Science Monthly. Band 47, 1895, S. 175–186 (Digitalisat).
  6. a b John D. Varley, Paul Schullery: Yellowstone Fishes. Stackpole Books, Mechanicsburg 1998, ISBN 0-8117-2777-7 (Kopie bei Google Books).
  7. Kenneth H. Baldwin: IV – Two-Ocean Water and Togwotee Pass: The Jones Expedition of 1873. In: Enchanted Enclosure: The Army Engineers and Yellowstone National Park. 1976, abgerufen am 8. Mai 2014 (englisch): „First, he verified the existence of Two-Ocean Water, a place where, as Bridger had for years insisted, water flowed simultaneously to both the Atlantic and the Pacific.“