Turki ibn Abd al-Aziz

saudi-arabischer Prinz und Geschäftsmann

Turki ibn Abd al-Aziz Al Saud (arabisch تركي بن عبد العزيز آل سعود, DMG Turkī b. ʿAbd al-ʿAzīz Āl Saʿūd; * 1934; † 12. November 2016[1]) war ein saudi-arabischer Geschäftsmann und Angehöriger der saudischen Königsfamilie.

LebenBearbeiten

Prinz Turki ibn Abd al-Aziz Al Saud war einer von 44 Söhnen des Königs Abd al-Aziz ibn Saud und gehörte, da seine Mutter Hasa bint Sudairi war, zu den sogenannten Sudairi-Sieben, das sind die sieben Vollbrüder, zu denen auch König Fahd ibn Abd al-Aziz († 2005) zählt. Als Sohn von Abd al-Aziz ibn Saud trug er – wie alle männlichen Personen – den Nachnamen „ibn Abd al-Aziz Al Saud“. Er war bis 1974 Vizeminister der Verteidigung und Botschafter.

Er gehörte 1958 zum Rat der Kronprinzen unter Prinz Talal ibn Abd al-Aziz, der 1962 die politischen Bewegung „Freie Prinzen“ (arabisch الأمراء الأحرار, DMG al-umarāʾ al-aḥrār) im Exil in Kairo gründete, sich mit der Familie versöhnte, weshalb die Bewegung seit den 1970er Jahren mit der Rückkehr von Talal als aufgelöst gilt.

Als er 1973 Hind al-Fassi, die Tochter des politisch verurteilten Schams ad-Din Abdullah al-Fassi, heiraten wollte, begann sein politischer Abstieg. Sein angehender Schwiegervater war verurteilt worden, weil er zu den öffentlichen Kritikern der Verwestlichung des Landes gehörte. Der Name al-Fassi war derartig in der Königsfamilie verrufen, dass Fahd ibn Abd al-Aziz mit seinem Wagen in unbefestigtes Gelände raste und dort einen Unfall hatte, nachdem sein Bruder ihm von seinen Heiratsplänen erzählt hatte. Ab diesem Zeitpunkt begann die Wanderschaft des al-Fass-Turki-Clans durch die Hotels der Welt.[2]

Durch die Ölkrise von 1973 wuchs auch der Reichtum des al-Fassi-Turki-Clans ins Gigantische. Der Clan besaß Wohnungen in London, Spanien, Saudi-Arabien und hatte eine eigene Boeing 707. Schwager Mohammed Al-Fassi unterhielt sogar einen Zoo in Saudi-Arabien.[3]

Durch seinen Schwager kam Turki in den 1980er Jahren in Kontakt mit Al Malnik, der für vier Jahre sein Finanzberater wurde; dessen Sohn Mark Malnik heiratete 1982 in den Familienclan ein, da er Honda Al-Fassi, eine Tochter von Mohammed al-Fassi heiratete.

Prinz Turki lebte mit seiner Familie in einem Hotel in Kairo.

Sein Sohn Prinz Sultan ibn Turki ibn Abd al-Aziz, der die Korruption in seinem Heimatland angeprangert und demokratische Reformen gefordert hatte, wurde 2004 in der Schweiz entführt, per Flugzeug nach Saudi-Arabien transportiert und dort unter Hausarrest gestellt.[4]

Nach dem Tod seiner Frau Hind al-Fassi, die 2010 im Alter von 57 Jahren in Kairo starb, kehrte Turki 2011 nach Saudi-Arabien zurück.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.deccanchronicle.com/world/middle-east/121116/brother-of-saudi-king-prince-turki-bin-abdel-aziz-dies.html
  2. „Tales from An Arabian Nightmare“ von By William McWhirter am 2. Mai 1983 auf www.people.com
  3. Mohammed al-Fassi auf www.telegraph.co.uk vom 8. Januar 2003 (englisch)
  4. Saudis kidnap reformist prince BBC news (englisch)
VorgängerAmtNachfolger
??Vize-Verteidigungsminister von Saudi-Arabien
19??–1978
Abd ar-Rahman ibn Abd al-Aziz