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Tschogha Misch

vor- und frühgeschichtlicher archäologischer Fundplatz in der Provinz Chuzestan im Iran

Koordinaten: 32° 13′ 23,3″ N, 48° 33′ 16,7″ O

Karte: Iran
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Tschogha Misch
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Iran
Rekonstruktionszeichnung von fünf Fragmenten eines Rollsiegel-Abdrucks, um 3400 v. Chr. Unten: Musikgruppe bei einem Fest mit der ältesten Abbildung einer Bogenharfe im Iran.

Tschogha Misch (oder auch Chogha Mish persisch تپه چغامیش Tappeh-ye Choghā Mīsh, DMG Tappe-ye Čoḡā Mīš) ist der weitläufigste vor- und frühgeschichtliche archäologische Fundplatz auf dem Territorium des alten Elam in der heutigen Provinz Chuzestan (seinerzeit: Chusistan) im Südwesten des Iran. Die etwa 17 Hektar große Anlage[1] liegt zwischen Dezful und Schuschtar sowie knapp 5 km östlich von Tschogha Bonut (Čoḡā Bonut), einer weiteren historischen Stätte.

Die Besiedlung von Tschogha Misch geht auf das 8. Jahrtausend v. Chr. zurück und fand damit ihren Ursprung in der Kupfersteinzeit. Nahezu durchgehende Belege dafür finden sich seit dem 6. Jahrtausend v. Chr. (Jungsteinzeit) bis hin zum 4. Jahrtausend v. Chr., als die ersten Tontafeln im mesopotamischen Uruk entstanden, die Keilschriften aufwiesen. Insoweit wird davon ausgegangen, dass Tschogha Misch ein kulturelles und gesellschaftliches Zentrum in der Region Chusistans war. Die heutige Bedeutung wiederum liegt darin, dass die Entwicklung der Schrift hier ihren Ursprung hatte.

ArchäologieBearbeiten

Die Ausgrabungen in Tschogha Misch gehen auf die Initiative des Oriental Institute der University of Chicago zurück, eines der weltweit bedeutendsten Forschungszentren für Vorderasiatische Altertumskunde und Ägyptologie. Ausgegraben wurde von 1961 bis 1978.[2] Die Leitung des Grabungsprojekts hatten Pinhas Delougaz und Helene J. Kantor inne. Viele der Ausgrabungsstücke und die dazugehörigen Aufzeichnungen fielen der 1979 einsetzenden Islamischen Revolution zum Opfer.

LiteraturBearbeiten

  • Pierre Delougaz: Some New Evidence Pertaining to Sites in Southwestern Iran and Southern Mesopotamia in the Protoliterate Period. In: The Memorial Volume of the Vth International Congress of Iranian Art and Archaeology, Tehran, 1972, S. 26–33.
  • Pierre Delougaz: The Prehistoric Architecture at Chogha Mish. In: The Memorial Volume of the VIth International Congress of Iranian Art and Archaeology, Tehran, 1976, S. 31–48.
  • Pinhas Delougaz, Helene J. Kantor: Chogha Mish. Volume I. The First Five Seasons of Excavations 1961–1971. (= Oriental Institute Publications Bd. 101). Oriental Institute of the University of Chicago, Chicago 1996 Text, PDF Plates, PDF
  • Abbas Alizadeh: A Protoliterate Pottery Kiln from Chogha Mish. In: Iran 23, 1985, S. 39–50.
  • Abbas Alizadeh: Chogha Mish. Volume II. The Development of a Prehistoric Regional Center in Lowland Susiana, Southwestern Iran. Final Report on the Last Six Seasons of Excavations, 1972–1978. (= Oriental Institute Publications Bd. 130). Oriental Institute of the University of Chicago, Chicago 2008 PDF

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tschogha Misch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eintrag: ČOḠĀ MĪŠ in Encyclopædia Iranica
  2. Abbas Alizadeh, The development of a prehistoric regional center in lowland Susiana, southwestern Iran (PDF; 16,6 MB)