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Typisches Muster aus Trockenrissen in ausgetrocknetem Schlamm in der Halbwüste von Nevada, USA

Ein Trockenriss entsteht durch den relativ raschen Verlust von Flüssigkeit aus ursprünglich feuchtem Material, das infolgedessen an Volumen verliert. Trockenrisse gehören daher zu den Schrumpfungsrissen. Das Phänomen tritt zum Beispiel beim Austrocknen von Schlämmen (in natürlichen Gewässern wie in diversen von Menschen gebauten Absetzbecken) und beim zu schnellen Trocknen von Holz oder Beton auf. In der Baukunde ist dahingehend der Begriff Schwindriss gebräuchlich.

Fossile Trockenrissfüllungen (Netzleisten) an der Unterseite einer Sandsteinplatte (Tambacher Sandstein, Oberrotliegend, Bromacker)

Trockenrisse können fossil in kontinentalen Sedimentgesteinen überliefert sein. An Unterseiten von Sandstein­platten oder -bänken kommen sie als Negativabgüsse in Form sogenannter Netzleisten vor, bisweilen zusammen mit Ausfüllungen von Trittsiegeln ausgestorbener Landwirbeltiere (Paradebeispiel: Chirotherium barthii in seiner Typuslokalität in Hildburghausen).

Bei Experimenten an industriell aufbereitetem, Montmorillonit-reichem Ton wurde unter Laborbedingungen festgestellt, dass die Geometrie der Trockenrisse davon abhängt, wie oft das Substrat eingetrocknet ist. Während bei einmaliger Eintrocknung ein rechtwinkliges Trockenrissmuster entstand, entwickelte sich im Lauf mehrerer Zyklen von Austrocknung und anschließender Wiederdurchfeuchtung eine sechseckige Geometrie mit Rissen, die in etwa 120° zueinander orientiert sind.[1]

In eingetrockneten Schlämmen am Grund von Absetzbecken für Tailings aus dem Uranbergbau sind Trockenrisse von mehreren Metern Tiefe beobachtet worden.[2]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Trockenrisse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lucas Goehring, Rebecca Conroy, Asad Akhter, William J. Clegg, Alexander F. Routh: Evolution of mud-crack patterns during repeated drying cycles. Soft Matter. Bd. 6, Nr. 15, 2010, S. 3562–3567, doi:10.1039/B922206E (alternativer Volltextzugriff: ResearchGate).
  2. M. Schläger, Kh. Murtazaev, B. Rakhmatuloev, P. Zoriy, B. Heuel-Fabianek: Radon Exhalation of the Uranium Tailings Dump Digmai, Tajikistan. Radiation & Applications. Bd. 1, Nr. 3, 2016, S. 222–228, doi:10.21175/RadJ.2016.03.041 (Open Access).