Tokunoshima

Insel in Japan

Tokunoshima (jap. 徳之島) ist eine zur Amami-Gruppe gehörende Insel im Pazifischen Ozean. Sie ist Teil der japanischen Präfektur Kagoshima.

Tokunoshima
Luftbild der Insel Tokunoshima (2011)
Gewässer Ostchinesisches Meer
Geographische Lage 27° 49′ N, 128° 56′ OKoordinaten: 27° 49′ N, 128° 56′ O
Tokunoshima (Präfektur Kagoshima)
Länge 25 km
Breite 18 km
Fläche 247,92 km²
Höchste Erhebung Inokawadake
645 m
Einwohner 21.617 (1. März 2021)
87 Einw./km²

GeschichteBearbeiten

Ursprünglich war Tokunoshima Teil des Königreichs Ryūkyū, bis die Insel 1624 in das Tokugawa-Shogunat (Japan) eingegliedert wurde. Seit damals ist die Insel besonders bekannt für ihre Stierkampfform Tōgyū, bei der im Gegensatz zu den europäischen Stierkampfformen die Tiere gegeneinander antreten.

GeographieBearbeiten

TopographieBearbeiten

Tokunoshima hat eine Fläche von ca. 248 km²[1] mit einer Ausdehnung von 25 km in Nord-Süd- und 18 km in Ost-West-Richtung. Die höchste Erhebung der Insel ist der im Osten gelegene Inokawadake (井之川岳) mit einer Höhe von 645 m. Im Norden der Insel liegt zudem der Amagidake (天城岳) mit einer Höhe von 533 m.[1]

DemographieBearbeiten

Auf der Insel befinden sich drei Gemeinden: Tokunoshima im Osten, Amagi im Nordwesten und Isen im Süden. Deren Gesamteinwohnerzahl beläuft sich auf 21.617. Im Jahr 2020 betrug die Einwohnerzahl 21.803 Einwohner und war damit rückläufig gegenüber einer Zahl von 29.156 Einwohnern im Jahr 1995. Izumi Shigechiyo (泉重千代) und Hongō Kamato (本郷かまと), beide aus Isen-chō auf Tokunoshima, wurden einst im Guinness-Buch der Rekorde als die am längsten lebenden Menschen der Welt eingetragen. Da sich jedoch das Geburtsjahr von beiden nicht bestätigen ließ und vermutlich fehlerhaft war, wurden sie später wieder ausgetragen. Tokunoshima ist dennoch als „Insel der Langlebigkeit und des Stierkampfs“ bekannt.[1]

Jahr 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohnerzahl 29.156 28.108 27.167 25.587 23.497 21.803

FaunaBearbeiten

 
Ausgestopftes Ryukyu-Kaninchen

Große Teile der Insel liegen innerhalb des Amamiguntō-Nationalparks.[2]

Das Ryukyu-Kaninchen (Pentalagus furnessi) lebt ausschließlich auf den beiden Inseln Tokunoshima und Amami-Ōshima. Auf der Roten Liste der IUCN und der nationalen Roten Liste gefährdeter Säugetiere Japans des Japanischen Umweltministeriums wird die Art als stark gefährdet („endangered“) eingestuft.[3] Außerdem auf Tokunoshima endemisch und stark gefährdet ist die Lidgeckoart Goniurosaurus splendens.[4] Auf Tokunoshima und Amami-Ōshima endemisch ist ebenfalls die Vogelart Garrulus lidthi, die von der IUCN als gefährdet eingestuft wird.[5] Auf der Insel findet sich zudem die giftige Habuschlange.

WirtschaftBearbeiten

 
Zuckerrohranbau auf Tokunoshima

Die Wirtschaft Tokunoshimas konzentriert sich auf den Zuckerrohranbau. Darüber hinaus gibt es Obstplantagen unter anderem für „Tankan“ genannte Zitrusfrüchte (Citrus tankan).[1]

VerkehrBearbeiten

 
Karte von Tokunoshima

Tokunoshima ist über Fährverbindungen mit Nachbarinseln verbunden. Die Anlegestellen liegen in Tokunoshima im Südosten und in Amagi im Nordwesten. Entlang der Ostküste von Tokunoshima verläuft die Präfekturstraße 80, die im nördlichen Teil der Insel in die Präfekturstraße 629 übergeht. Auf der Westseite verläuft dagegen die Präfekturstraße 83. Im südlichen Teil der Insel quert zudem die Präfekturstraße 617.

WeblinksBearbeiten

Commons: Tokunoshima – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d 徳之島 (Tokunoshima). In: nihonshima.net. Abgerufen am 14. Januar 2023 (japanisch).
  2. Map of Amamgunto National Park. (PDF; 2,1 MB) Abgerufen am 14. Januar 2023 (englisch).
  3. Pentalagus furnessi (EN) in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021.3. Eingestellt von: F. Yamada, A.T. Sugimura, 2016. Abgerufen am 2. Juli 2022.
  4. Goniurosaurus splendens (EN) in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021.3. Eingestellt von: N. Kidera & Hidetoshi Ota, 2016. Abgerufen am 2. Juli 2022.
  5. Garrulus lidthi (VU) in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN. Eingestellt von: BirdLife International, 2016. Abgerufen am 14. Januar 2023.