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Terminal-Zugmaschine mit höhenverstellbarer Sattelkupplung

Eine Terminal-Zugmaschine ist eine Zugmaschine für den Einsatz in Häfen, Logistikzentren und Industrie. Sie dient dem Umschlag vor allem von Sattelaufliegern, Containerchassis, Rolltrailern sowie Schwerlastanhängern. Ihr Einsatzzweck ist mit dem einer Rangierlokomotive im Eisenbahnbetrieb vergleichbar.

Inhaltsverzeichnis

BezeichnungBearbeiten

Je nach Einsatz wird das Fahrzeug auch RoRo-Zugmaschine genannt. Wegen der verstellbaren Sattelkupplung findet auch die Bezeichnung Hubsattel-Zugmaschine Verwendung.[1]

EinsatzzweckBearbeiten

Wesentlicher Einsatzort von Terminal-Zugmaschinen sind Häfen. In sehr großen Anlagen, etwa im Frachthafen Singapur sind mehr als 1000 Fahrzeuge dieses Typs unterwegs.[2]

  • Bei RoRo-Schiffen schaffen Terminal-Zugmaschinen alle Fahrzeuge an Bord, sofern diese nicht mit eigener Kraft auf das Schiff fahren. Hierzu gehören vor allem Sattelauflieger und Containerchassis mit einem oder zwei übereinander gestapelten Containern. Schwere und überdimensionierte Lasten werden mittels deichselgeführten Schwerlastanhängern an Bord gezogen; schwerste Lasten, wie etwa Kraftwerksgeneratoren mittels schwanenhalsgeführten Rolltrailern.[3]
  • Beim Be- und Entladen von Containerschiffen werden in vielen Häfen für den Transport zu den Containerbrücken meist Portalhubwagen oder fahrerlose Transportfahrzeuge eingesetzt. Daneben und in Häfen, wo diese Fahrzeuge nicht zur Verfügung stehen, werden vor allem Terminal-Zugmaschinen und Reach-Stacker verwendet.
  • Auch in Logistik- und Distributionszentren dienen Terminal-Zugmaschinen dem schnellen Umsetzen von Sattelaufliegern und Containerchassis. Fahrzeuge mit längerem Radstand werden auch für den Transport von Wechselaufbauten genutzt.
  • Wegen der möglichen hohen Anhängelast und der robusten Bauweise werden diese Fahrzeuge auch in der Industrie, etwa in Gießereien und Stahlwerken, eingesetzt. Dabei werden schwere Lasten häufig auf Rolltrailern mit eisernen Rädern gezogen.
  • Für das Rangieren von Bahnwaggons auf Gleisen im Hafenbereich werden Terminal-Zugmaschinen auch als Zweiwegefahrzeug angeboten. Um das Druckluftbremssystem der Wagen zu versorgen, ist es erforderlich ausreichend dimensionierte Druckluftbehälter auf der Zugmaschine zu montieren.

Terminal-Zugmaschinen werden in der Regel nicht auf öffentlichen Straßen eingesetzt. Daher unterliegt ihr Einsatz weder den Regelungen der Straßenverkehrs-Ordnung noch den Bestimmungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. So überschreiten diese Fahrzeuge die in diesen Vorschriften genannten Gesamtgewichte und Achslasten erheblich: Einige Terminal-Zugmaschinen sind für Gesamtgewichte von 375 t ausgelegt. Auch erreichen sie meist nur eine geringe Geschwindigkeit und nicht die für eine Benutzung öffentlicher Straßen geforderte bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h (§ 18 StVO). Gleichwohl können Terminal-Zugmaschinen mit einer entsprechenden Einzelbetriebserlaubnis nach § 21 StVZO in Einzelfällen auch im Straßenverkehr eingesetzt werden. So fahren für die BMW Group zwei Elektrofahrzeuge zwischen dem Werk Milbertshofen und Logistikeinrichtungen in Garching und Karlsfeld.[4]

BauweiseBearbeiten

Terminal-Zugmaschinen haben in der Regel ein Fahrerhaus für nur eine Person. Bei bestimmten Modellen kann die Fahrersitzeinheit (inklusive Lenkrad) um 180 Grad gedreht werden. Dies erlaubt dem Fahrer bei Bedarf immer eine direkte Sicht auf den Anhänger, was sowohl ein schnelles „Einparken“ als auch ein sicheres und rasches Herausziehen der Lasten etwa aus dem engen Laderaum eines Schiffes erleichtert. Daher haben alle Fahrerhäuser eine Rundum-Verglasung. Neben einer seitlichen Fahrertür verfügen einige Modelle zusätzlich über eine hintere Schiebetür, die einen einfachen und sicheren Zugang zu den Anschlüssen und Kabeln der gezogenen Einheit erlaubt, ohne dass der Fahrer das Fahrzeug verlassen muss.

Das robuste Fahrgestell hat meist einen kurzen Radstand von rund 3 Metern. Im Gegensatz zu Sattelzugmaschinen sind die Sattelkupplungen höhenverstellbar: Ein einfaches Anheben ohne ein Aussteigen des Fahrers und ohne zeitaufwändiges Hochkurbeln der vorderen Stützfüße erlaubt ein schnelles Umsetzen der Anhänger. Das Verstellen der Sattelplatte erfolgt mittels eines oder mehrerer Hubzylinder, die von einem Joystick von der Fahrerkabine aus bedient werden können. Die Sattelkupplung ist für eine Hublast bis zu 40 t ausgelegt.[5]

 
Terminal-Zugmaschine als Elektrofahrzeug

In der Regel werden Dieselmotoren verbaut, üblicherweise mit Automatikgetriebe. Einige Hersteller bieten auch Elektrofahrzeuge an. Das Be- und Entladen von RoRo-Schiffen erfolgt unter hohem Zeitdruck. Terminal-Zugmaschinen verfügen daher meist über einen großen Kraftstofftank, dessen Inhalt ausreicht, ohne Nachtanken einen ununterbrochenen Ablauf auch im Schichtsystem zu ermöglichen.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Terminal Zugmaschinen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hubsattel Zugmaschinen für Spedition, Industrie und Hafen. Internetseite Rebensburger Fördertechnik. Abgerufen am 3. März 2019.
  2. Terberg Magazin Internetbroschüre Terberg, Seite 34. Abgerufen am 4. März 2019.
  3. Rolltrailer befördern schwerste Lasten Internetseite Multi-trans. Abgerufen am 12. Februar 2019.
  4. BMW Group nimmt weiteren Elektro YT 202-EV in Betrieb Pressemitteilung eines Herstellers vom 14. Dezember 2017, abgerufen am 3. März 2019.
  5. Sattelauflieger umsetzen (PDF; 148 kB) Internetseite MAFI. Abgerufen am 4. März 2019.