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Der Telegraph für Deutschland war eine Zeitschrift, die von Karl Gutzkow gegründet und vom Verlag Hoffmann und Campe in Hamburg herausgegeben wurde. Die Redaktion hatte Karl Gutzkow (bis Ende 1843), ab 1844 Georg Schirges, zuletzt Feodor Wehl. Die Zeitschrift erschien vier Mal wöchentlich von Januar 1838 bis November 1848.[1]

Inhaltsverzeichnis

Zur Geschichte des Telegraph für DeutschlandBearbeiten

Karl Gutzkow, dem es als Vertreter des Jungen Deutschland durch den Bundestagsbeschluss vom 18. Dezember 1835 verboten war, Bücher oder Zeitschriften unter seinem Namen zu veröffentlichen, hatte incognito 1836 die "Frankfurter Börsenzeitung" redigiert und als belletristisches Beiblatt der Zeitung Anfang 1837 den "Frankfurter Telegraph" ins Leben gerufen. Die Tageszeitung ging in den ersten Januartagen 1837 ein, die Zeitschrift wurde – unter wechselndem Titel – fortgesetzt. Ende 1837 gelang es Gutzkow, für seinen "Telegraphen" Julius Campe als Verleger zu gewinnen. Gutzkow zog nach Hamburg und gab hier seit Januar 1838 sein Blatt unter dem Titel „Telegraph für Deutschland“ heraus. Aus Zensurgründen zeichnete Campes Verlag als verantwortlicher Herausgeber.[2] Auch wenn August Lewald einmal gegenüber Heinrich Heine äußerte, dass der Telegraph nur ein „nobles Lokalblatt, sonst nichts weiter“ sei,[3] entwickelte sich die Zeitschrift unter Gutzkows Leitung zu einem der profiliertesten und einflussreichsten belletristisch-kritischen Journal im Vormärz. Erst ab Nummer 164 vom Oktober 1841 wurde Gutzkow als Redakteur genannt.

In Österreich wurde die Zeitschrift im September 1838 verboten, in anderen Bundesstaaten – etwa in Bayern – ihre Verbreitung erschwert. Dem Redakteur Gutzkow saß vor allem die preußische Zensur im Nacken, denn Preußen war das Hauptabsatzgebiet des "Telegraphen". Am 8. Dezember 1841 wurde die Zeitschrift schließlich hier verboten, nicht nur weil sie von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (Zweiter Teil seiner „Unpolitischen Lieder“) und von Franz Dingelstedt („Lieder eines kosmopolitischen Nachtwächters“) Gedichte veröffentlicht hatte, sondern weil der Vertrieb sämtlicher Verlagsartikel des Verlages Hoffmann und Campe in Preußen untersagt worden war. Nach dem Hamburger Brand im Mai 1842 wurde das Generalverbot des Verlages in Preußen wieder aufgehoben und damit war auch der "Telegraph" hier wieder zugelassen.[4]

Die Auflage der Zeitschrift lag etwa bei 500 bis 600 Exemplaren.[5]

MitarbeiterBearbeiten

AusgabenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Zur publizistischen Arbeit. Die Mitarbeit am Telegraphen für Deutschland. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe. Abteilung I. Friedrich Engels. Werke Artikel Entwürfe bis August 1844. Dietz Verlag, Berlin 1985, S. 666–672
  • Georg Büchner. Gesammelte Werke. Erstdrucke und Erstausgaben in Faksimiles. 7, Leonce und Lena. Ein Lustspiel von Georg Büchner von Karl Gutzkow. Athenäum, Frankfurt a. M. 1987
  • Alfred Estermann: Inhaltsanalytische Bibliographien deutscher Kulturzeitschriften des 19. Jahrhunderts. Bd. 2: Telegraph für Deutschland (1837-1848). K.G. Saur, München 1995
  • Wolfgang Rasch: Zur Geschichte des 'Telegraph für Deutschland' 1838 - 1843. In: Journalliteratur im Vormärz, (1996), S. 131–160
  • Norbert Trobitz: Der Literaturkritiker Karl Gutzkow. (Phil. Diss 2007, darin:‚Telegraph für Deutschland‘ (1838-1843))
  • Telegraph für Deutschland (1838–1842). In: Wolfgang Rasch (Hrsg.): Karl Gutzkow. Erinnerungen, Berichte und Urteile seiner Zeitgenossen. Eine Dokumentation. De Gruyter, Berlin / New York 2011, S. 93–168[6]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vorgänger war: Frankfurter Telegraph. Blätter für Leben, Kunst und Wissenschaft red. von Eduard Beurmann. Verlag-Expedition des Telegraphen, Frankfurt am Main 1837 Reprint Athenäum Verlag, Frankfurt a. M. 1971 4 Bde. ISBN 3-598-35112-7.
  2. „Redigirt unter Verantwortlichkeit der Verlagsleitung“.
  3. Lewald an Heinrich Heine, 24. Dezember 1837 (Heinrich Heine. Säkularausgabe Bd. 25, S. 130).
  4. Vgl. zur Zensur der Zeitschrift: Wolfgang Rasch: Bibliographie Karl Gutzkow. Bd. 1. Bielefeld: Aisthesis Verl. 1998, S. 560.
  5. Wolfgang Rasch: Bibliographie Karl Gutzkow. Bd. 1. Bielefeld: Aisthesis Verl. 1998, S. 560.
  6. Karl Gutzkow. Erinnerungen, Berichte und Urteile seiner Zeitgenossen, S. 96. Google books