Tabakquartier Bremen

Quartier in Bremen, Stadtteil Woltmershausen
BW

Das Tabakquartier Bremen ist ein Quartier in Bremen, Stadtteil Woltmershausen, umgeben von den Straßen Am Tabakquartier, Hermann-Ritter-Straße, Am Gaswerkgraben und Senator-Apelt-Straße. Es ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Bremens. Einige Gebäude stehen unter Bremer Denkmalschutz.

GeschichteBearbeiten

1813 gründete der Kaufmann Nicolaus Wilkens eine Tabakhandlung in der Altstadt. Daraus wurde 1878 das Unternehmen Martin Brinkmann. 1910 ließ die Firma eine neue Fabrik in Woltmershausen im Gewerbegebiet am Gaswerk errichten. Brinkmann gehörte zu den erfolgreichsten Bremer Wirtschaftsunternehmen im 20. Jahrhundert. Die Industriebauten mit Fabrik (1937, 1940), Zigarettenfabrik (1961–1967), Kraftwerk und Kesselhaus (1952, 1962, 1971) sowie Lagerhalle und Fasslager (1949) wurden von Fritz Strohecker und ab 1949 von seinem Neffen Kurt Strohecker geplant. Diese Häuser sind denkmalgeschützt.[1] Um 1936 waren hier 6000 Mitarbeiter tätig. 1957 und 1984 wurden Teile des Unternehmens nach Berlin verlegt; nur noch 100 Mitarbeiter waren in Bremen tätig.

NeuentwicklungenBearbeiten

 
2010: Gebäude 7b

Die zunehmend freigewordenen Gebäude im Quartier wurden in den 2000/2010er Jahren vermietet u. a. als Lager-, Logistik-, Produktions- und Büroflächen. Große Leerstände im Areal traten jedoch mit der Zeit ein.

2018 erwarb das Bremer Immobilienunternehmen Justus Grosse GmbH ca. 2.000.000 m² Fläche im Quartier. Das Unternehmen will zusammen mit anderen Unternehmen bis 2024 Wohnungen, Gewerbeflächen und Freizeiteinrichtungen errichten bzw. Gebäude sanieren und umbauen.

Ein Blockheizwerk und Photovoltaikanlagen sorgen für die Energie.

WohnenBearbeiten

Grosse will von 2020 bis 2024 über 1500 Wohnungen realisieren:

  • Drei sechsgeschossige Speicherlofts; Planer u. a. ArchitekturBüro kauert und könig
  • Vier- und fünfgeschossige Wohnungsneubauten an der Straße Am Gaswerkgraben mit 30 % sozial gebundenen Wohnungen.
  • Die zwei- bis dreigeschossigen Atelierhäuser.

ArbeitenBearbeiten

Rund 1500 Arbeitsplätze sollen im Quartier entstehen:

  • Die Fabrik mit 25.600 m² für Bürolofts (2020/24).
  • Die Tabak-Hallen 1 bis 3 als Lagerflächen und Lagerboxen.
  • Drei zwei- bis dreigeschossige Atelierhäuser (bis 2022) mit 30 Bürolofts.
  • Das sechsgeschossige Forum an der Senator-Apelt-Straße als geplanter Neubau für Büros und Gewerbe mit 9000 m² Flächen nach Plänen von Hilmes Lamprecht Architekten.[2]
  • Mehrere Läden am und im Quartier.

Freizeit und KulturBearbeiten

  • Das Zentrum der freien Künste auf 5000 m².
    • Das Boulevardtheater Bremen für bis zu 400 Plätze in Halle 1.: Das Weyher Theater von 1997 wird hier eine Dependance einrichten.
    • Der Saal für die Bremer Philharmoniker mit 380 Plätzen.
  • Das Heizwerk von 1951 wurde um 2018 Kultur- und Versammlungsstätte zwischen alten Kesseln und Öfen.
  • Das dreigeschossige Foodbox Pusdorf u. a. mit den Restaurants Justus und Riva (2021).
  • Ein Restaurant in der Fabrik (2021).
  • Ein zentrales siebengeschossiges Hotel mit rund 100 Betten (2021).
  • Daneben eine kleine Kita (2021).
  • Das Quartier der grünen Freiräume mit einem Highline-Garten (2019) auf einer kleinen Plattform sowie einer Laufstrecke.
  • Sport mit Fitnesszentrum und Boulder Base (Kletterwände).

Parkhäuser, VerkehrBearbeiten

  • Drei bis zu sechsgeschossige Parkhochhäuser (sogenannte Mobilitätshäuser Mobi 1–3) sollen 1000 Autostellplätze sowie Bike-, Lastenbike-, Car- und E-Transporter-Sharing, E-Roller sowie E-Ladestationen aufnehmen; das erste Haus mit 270 Pkw- und 200 Fahrradstellplätzen entstand nach Plänen der Bremer Goldbeck GmbH an der Straße Am Tabakquartier.
  • Das Quartier wird durch die Buslinien 24 und N3 in der Hermann-Ritter-Straße und die Linie 63 Haltepunkt Warturmer Heerstraße erreicht.

LiteraturBearbeiten

  • Kerstin Boelsen, Insa Lohmann: Tabakquartier – Leben, Arbeit und Freizeit. In: Weser-Kurier, Sonderveröffentlichung Magazin 01/2021.
  • Karin Mörtel: Zigarettensammlung erinnert an schönes Arbeitsleben. In: Weser-Kurier/Stadtteil-Kurier vom 8. Juli 2019.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Denkmaldatenbank des LfD
  2. Karin Mörtel: Neue Bauprojekte im Tabakquartier sind kurz vor dem Start. Weser-Kurier, 25. März 2021, abgerufen am 2. Mai 2021.

Koordinaten: 53° 4′ 32,9″ N, 8° 46′ 14,1″ O