Epidemiologische Überwachung

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Unter epidemiologischer Überwachung bzw. Surveillance wird die systematische und kontinuierliche Überwachung von Erkrankungen bzw. Todesfällen in der Bevölkerung verstanden.[1] Das Wort stammt aus dem Französischen und bedeutet Überwachung und kam dann über die amerikanische Sprache erneut in den deutschen Sprachgebrauch, vor allem im medizinischen Bereich.

Bei InfektionskrankheitenBearbeiten

Die Surveillance wird besonders bei Infektionskrankheiten von Epidemiologen angewandt. Ärzte am Robert Koch-Institut beobachten zahlreiche Infektionskrankheiten.

Ein spezieller Bereich ist die Krankenhaus-Surveillance, bei der auf der Grundlage des § 23 des Infektionsschutzgesetzes bestimmte resistente Erreger in den einzelnen Kliniken erfasst, überwacht und bewertet werden sollen. Aber auch das Erfassen von Krankenhausinfektionen durch die Hygiene-Teams an den Kliniken gehört zu der Krankenhaussurveillance.

Im Rahmen der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020) besteht seit 2008 ein Konzept, um die weitere Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen zu reduzieren.[2] Unter anderem wird das Projekt Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS)[3] vom Robert Koch-Institut in Zusammenarbeit mit der Charité in Berlin und das Projekt Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance (AVS) durchgeführt. Hauptziel dieses Projektes ist es, die Krankenhäuser in der Durchführung der Antibiotikaverbrauchs-Surveillance gemäß § 23 Abs. 4, Satz 2, Infektionsschutzgesetz zu unterstützen.[4]

Surveillance bedeutet, dass zunächst Krankheiten erkannt und erfasst werden müssen. In einem zweiten Schritt werden die gewonnenen Daten bewertet und schließlich überlegt, welche Maßnahmen zur Eingrenzung oder Verhinderung einer Infektionskrankheit getroffen werden können. Bei Infektionskrankheiten, bei denen nicht regelmäßig von den Ärzten mikrobiologische Untersuchungen durchgeführt werden z. B. Influenza, gehört zur Surveillance sogar der Aufbau eines Untersuchungsnetzes, wie es bei der Arbeitsgemeinschaft Influenza verwirklicht ist.

Daneben werden gemäß §13 und §14 des Infektionsschutzgesetzes auch Sentinelerhebungen durchgeführt, bei denen epidiomiologische Daten im Rahmen der Gesundheitsvorsorge gewonnen werden. Sentinelerhebungen sind ein Werkzeug der Surveillance.

Bei nicht-übertragbaren KrankheitenBearbeiten

Krebsregister dienen unter anderem dem Monitoring der Ausbreitung von Krebserkrankungen. Auch bei der fortlaufenden Überwachung der Sterblichkeit zur Entdeckung von Perioden mit Übersterblichkeit spricht man von Monitoring.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Epidemiologische Seiten zu HIV/AIDS. Robert Koch-Institut, abgerufen am 21. Juli 2016.
  2. Bundesgesundheitsministerium: BMG Bericht DART 2020
  3. Homepage Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS). Robert Koch-Institut, abgerufen am 14. September 2014.
  4. Homepage AVS - Projektplan. Robert Koch-Institut, 18. Januar 2016, abgerufen am 21. Juli 2016.

QuellenBearbeiten

Infektionsschutzgesetz

  • Bales, Baumann: Kommentar zum Infektionsschutzgesetz, ISBN 3-17-017613-7
  • Ralf Reintjes, Alexander Krämer: Epidemiologische Surveillance. In: Alexander Krämer, Ralf Reintjes (Hrsg.): Infektionsepidemiologie: Methoden, moderne Surveillance, mathematische Modelle, Global Public Health. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg, 2003, S. 57–72. ISBN 978-3-642-62731-6 Google Books

WeblinksBearbeiten