Stratameter

lokales Messen von Einfallen und Streichen unabhängig von Torsionen des Bohrgestänges

Ein Stratameter ist ein Gerät zur Feststellung der ursprünglichen Lage und Ausrichtung eines Bohrkernes bei Tiefenbohrungen mittels Markierung des Kerns durch im Kernrohr eingebauten Kompass und Lot. Die Markierung wird notwendig, da die im Bohrgestänge vorhandene Torsion es unmöglich macht, den Bohrkern in seiner ursprünglichen Lage zu bergen.

Das Stratameter wird mit dem Kernrohr in das Bohrloch eingeführt. Die Nadel des Kompasses wird zu einem durch ein Uhrwerk festgelegten Zeitpunkt im Kompass arretiert, so dass die Ausrichtung des Kerns nach Norden beim Herausziehen des Kerns nachvollziehbar bleibt. Das Lot markiert zusätzlich durch einmaliges Fallenlassen auf eine weiche Metallplatte die Neigung des Bohrkerns. Somit sind nach Aufholen des Bohrzeuges mittels der Markierungen das Streichen und Einfallen der Schichten ermittelbar.

Eine Weiterentwicklung des Verfahrens erfolgte von Bergrat Köbrich, dem Leiter der preußischen fiskalischen Bohrwerke in Schönebeck (Elbe).

Erfunden wurde das Stratameter um 1900 von C. Otto aus Hildesheim, D.R.P. 106910.

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LiteraturBearbeiten

  • Beschreibung des Stratameters nebst Lotapparat und Darstellung seiner verschiedenen Anwendungsarten in Tiefbohrlöchern, Gefrierschächten etc. : patentiert in Deutschland und vielen Auslandsstaaten / Patentinhaber C. Otto. - Hildesheim : Borgmeyer. [ca. 1903]