Hauptmenü öffnen

Eine Steuergemeinde war ein im Rahmen des Josephinischen Lagebuches um 1790 eingerichtete Organisationseinheit.

Für das Josephinische Lagebuch, das erstmals alle (ertragsfähigen) Grundstücke der Habsburgermonarchie erfasste, nummerierte und nach Fluren und Rieden auflistete, um auf dieser Grundlage ein Besteuerungswesen einzuführen, war ein übergeordnetes Ordnungssystem nötig. Hierzu wurde in Josephinische Lagebuch nach Steuergemeinden gegliedert. Die Grenzen dieser Steuergemeinden wurden überwiegend nach topographischen Gesichtspunkten gezogen und innerhalb einer Steuergemeinde waren die Grundstücke fortlaufend durchnummeriert. Als Orientierung dienten auch die 1770 geschaffenen Numerierungsabschnitte, die Grundherrschaften und die Pfarren, die möglichst nicht durchschnitten werden sollten. Dabei waren aber weder die Grundstücke noch die Steuergemeinden genau ausgemessen.[1]

Auch wenn das Josephinische Lagebuch ein halbes Jahr nach seiner Einführung wieder außer Kraft gesetzt wurde, bildete die darin getroffene Gliederung in Steuergemeinden gemeinsam mit den Numerierungsabschnitten die Grundlage für die ab 1817 geschaffenen Katastralgemeinden.

LiteraturBearbeiten

  • Karl Schwarzinger: 100 Jahre Führung des Grundkatasters. In: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: 1883 - 1983. 100 Jahre Führung des Katasters. 2. Auflage Wien 1986, S. 14–27. (abgerufen 30. Juli 2019)
  • Manfred Straka: Verwaltungsgrenzen und Bevölkerungsentwicklung in der Steiermark 1770–1850. Erläuterungen zur ersten Lieferung des Historischen Atlasses der Steiermark. Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark, XXXI. Band. Herausgegeben von der Historischen Landeskommission für Steiermark – HLK. Selbstverlag der HLK. Graz 1978. Seiten 19–24.
  • Manfred Straka: Steuergemeinden und Werbbezirke der Steiermark 1798–1810. Karten im Maßstab 1:300.000. In: Historischer Atlas der Steiermark. Herausgegeben von der Historischen Landeskommission für Steiermark – HLK. Akademische Druck- und Verlagsanstalt. Graz 1977. 1. Lieferung: Verwaltungsgrenzen und Bevölkerungsentwicklung in der Steiermark 1770–1850. Blätter 4 (Blatt Nord) und 5 (Blatt Süd).
  • Manfred Straka: Die Einrichtung der Numerierungsabschnitte in der Steiermark 1770 als Vorstufe der Steuergemeinden. In: Ferdinand Tremel (Hg.): Festschrift für Otto Lamprecht. Graz 1968. Sonderband Nr. 16 der Zeitschrift des Historischen Vereins für Steiermark – ZHStV. Seiten 138–150.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karl Schwarzinger: 100 Jahre Führung des Grundkatasters. S. 17.