Hauptmenü öffnen

Staudenbahn

Die Staudenbahn ist eine eingleisige Nebenbahn von Gessertshausen über Markt Wald und Ettringen nach Türkheim im Landkreis Unterallgäu, Bayern.
Gessertshausen–Türkheim (Bay) Bahnhof
Strecke der Staudenbahn
Streckennummer (DB):5340
Kursbuchstrecke (DB):984
Streckenlänge:42,400 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 10,6 
Minimaler Radius:300 m
Höchstgeschwindigkeit:80[1] km/h
Strecke – geradeaus
von Augsburg
Bahnhof, Station
0,000 Gessertshausen 476,3 m
   
nach Ulm
Haltepunkt, Haltestelle
2,976 Margertshausen 484,9 m
Bahnhof ohne Personenverkehr
Holzverladebahnhof
Bahnhof, Station
7,952 Fischach (Schwab) 490,6 m
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Schmutter
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Neufnach
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
Weinverladestelle Fa. Hauser
Haltepunkt, Haltestelle
10,374 Wollmetshofen 499,2 m
Bahnhof, Station
13,277 Langenneufnach 508,2 m
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Neufnach
   
16,430 Gumpenweiler
Haltepunkt, Haltestelle
17,669 Walkertshofen 523,4 m
Haltepunkt, Haltestelle
21,031 Reichertshofen (Schwab) 537,8 m
Haltepunkt, Haltestelle
23,564 Mittelneufnach 549,9 m
Haltepunkt, Haltestelle
25,774 Oberneufnach
   
26,961 Markt Wald 570,8 m
   
28,918 Schnerzhofen
   
Strecke zu ehem. gepl. Militärdepot
   
Neufnach
   
zur Gebr. Lang Papierfabrik
Bahnhof ohne Personenverkehr
34,141 Ettringen 579,9 m
   
39,667 Türkheim (Bay) Markt 598,2 m
   
von Buchloe
Bahnhof, Station
42,400 Türkheim (Bay) Bahnhof 605,6 m
   
nach Mindelheim
Strecke – geradeaus
nach Bad Wörishofen

Die Staudenbahn ist eine eingleisige Nebenbahn von Gessertshausen über Markt Wald und Ettringen nach Türkheim. Die einst 42,4 Kilometer lange Kursbuchstrecke 984 führt durch die im Naturpark Augsburg-Westliche Wälder gelegene Ausflugsregion Stauden. Etwa zwei Drittel der Bahnstrecke befinden sich im Landkreis Augsburg, das andere Drittel im Landkreis Unterallgäu.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Planungen und erster StreckenabschnittBearbeiten

Erste Bestrebungen für eine Schienenverbindung gab es von Ettringen, Türkheim und Fischach aus. Am 4. Juli 1891 befürwortete der Kirchheimer Brauereibesitzer Fahrschon im Wertach- und Mindelboten, dass er eine Verbindung für sinnvoll hielte. Erst 1908 wurde die Strecke Türkheim–Ettringen eröffnet. Obwohl 1897 die Strecke von Gessertshausen nach Fischach angestrebt wurde, war nach dem Bau des ersten Teilabschnittes die Sache für die Bahnverwaltung erledigt und ein festes Maschinenhaus wurde in Ettringen errichtet. Weitere Verhandlungen über eine weiterführende Streckenverbindung erwiesen sich als kompliziert. Im Oktober 1897 wurde der Gemeinde Fischach mitgeteilt, dass der Anschlussbahnhof Gessertshausen auf einem gut ausgebauten Straßenstück zu erreichen sei. Die Papierfabrik der Gebrüder Lang, die bis heute besteht, plante daher eine private Schmalspurbahn in Richtung Westerringen zum Anschluss an die Bahnstrecke Augsburg–Buchloe. Die Idee wurde wenig später fallengelassen. Nachdem das Fischacher Eisenbahnkomitee erkannte, dass eine Stichbahn nach Gessertshausen nicht durchzusetzen war, veränderten sie ihr Projekt. Das neue Bestreben war eine Zugverbindung von Gessertshausen über Markt Wald nach Ettringen. So hätte auch eine in Schnerzhofen bestehenden Holzfirma mit Werkstoffen beliefert werden können. Einige Gemeinden im Westen der geplanten Bahnverbindung schlugen einen Bahnanschluss in Mödishofen vor statt in Gessertshausen. Die Stadt Augsburg bot Unterstützung beim Bau an. Am 30. Juli 1909 erteilte die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft (LAG) aus München die Erlaubnis für den Bau. Das Königreich Bayern stellte ein außerordentliches Budget zur Verfügung. Das Reichseisenbahnamt in Berlin hatte den Plan, auf der Strecke auch Militärzüge fahren zu lassen. Da es aber am notwendigen Geld fehlte, blieb es beim Bau einer Lokalbahn.

Bau des zweiten StreckenabschnittsBearbeiten

Rund eineinhalb Jahre nach der gesetzlichen Genehmigung begannen die Bauarbeiten. Am 12. Oktober 1910 wurde die Teilstrecke Gessertshausen–Fischach fertiggestellt. Am 20. Dezember 1911 wurde die Verlängerung von Ettringen nach Markt Wald gebaut. Indessen wurde an dem noch fehlenden Teilstück Fischach–Markt Wald gebaut und konnte am 8. Februar 1912 eingeweiht werden. Am 11. Dezember 1912 fuhren die ersten Züge von Gessertshausen nach Türkheim. Fortan gab es die Stationen Türkheim Markt und Türkheim Bahnhof. Der Anschlussbahnhof Türkheim Bahnhof befindet sich rund 2,5 Kilometer vom Halt Türkheim Markt entfernt und bietet Verbindungen Richtung Buchloe, Mindelheim und Bad Wörishofen. Der Lokschuppen in Ettringen wurde abgerissen; dafür errichtete man ein Maschinenhaus und eine Lokstation in Markt Wald.

Bis zum Zweiten WeltkriegBearbeiten

Die erste Abfahrt in Richtung Türkheim fand fast eine Dreiviertelstunde früher statt als die nach Gessertshausen. Für Fahrgäste, die von Ettringen nach Augsburg kommen wollten, fuhren die Züge über Türkheim und Buchloe bzw. über Gessertshausen etwa gleich lang. Beide brauchten rund 120 Minuten. 1919 musste die Strecke kurzzeitig geschlossen werden, da das Ruhrgebiet von Frankreich besetzt wurde und daher auch in Süddeutschland Kohleknappheit herrschte.

Die Staudenbahn im Zweiten WeltkriegBearbeiten

 
Zugewachsene Bahntrasse zum geplanten Militärdepot

1944 spitzte sich die Situation zu. In Augsburg waren wichtige Rüstungsbetriebe wie MAN und Messerschmitt tätig, so dass die Situation auch für das Umland nach dem Bombenangriff auf Augsburg Ende Februar 1944 immer bedrohlicher wurde. In den letzten Kriegsmonaten wurde eine Schottertrasse zu einem geplanten Militärdepot gebaut, eine Nutzung erfolgte allerdings nie.[2]

Im März 1945 nahmen Tiefflieger eine Zuggarnitur unter Beschuss, die im Bahnhof Markt Wald stand. Ein Personenwagen wurde stark beschädigt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Am 25. April 1945, nach dem Einmarsch US-amerikanischer Truppen in der Region, wagte ein Lokomotivführer eine Fahrt ohne Waggons von Gessertshausen nach Markt Wald und kam wohlbehalten an. Bis auf den oben genannten Vorfall war die Staudenbahn vom Krieg verschont worden. Am 19. Juli 1945 konnte ein bescheidener Zugverkehr wieder aufgenommen werden.

Rückgang des ZugverkehrsBearbeiten

Ein starker Rückgang des Personenverkehrs war ab den 1960er Jahren zu verzeichnen. Das Jahr 1967 war das letzte Jahr, in dem noch auf der Strecke Dampflokomotiven fuhren. So benötigte ein Nahgüterzug von Gessertshausen nach Türkheim bis zu fünf Stunden. Der Personen- und Güterverkehr ging immer weiter zurück, sodass nur noch montags bis freitags Züge verkehrten. Die langen Fahrzeiten, unter anderem verursacht durch Langsamfahrstellen, führten dazu, dass die Personenzüge kaum noch genutzt wurden.

In den frühen 1980er Jahren setzte die Deutsche Bundesbahn auf der Staudenbahn vorübergehend ihre damals modernsten Dieseltriebwagen der Baureihe 627.1 ein, die im Bahnbetriebswerk Kempten stationiert waren. Ursächlich hierfür war ein gemeinsamer Umlaufplan mit anderen Strecken in der Region Augsburg. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtete seinerzeit: „Die Deutsche Bundesbahn setzt lieber ihre neuesten Triebfahrzeuge in einem Wald, weit hinter Augsburg versteckt ein, anstatt sie auf gut frequentierten Strecken einzusetzen.“[3]

TeilstilllegungBearbeiten

1982 zwang der schlechte Oberbauzustand auf dem Abschnitt Ettringen–Markt Wald zu einer Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h. Am 24. September gleichen Jahres wurde dieser Abschnitt für den Personenverkehr gesperrt, ehe er am 28. Mai 1983 für den Gesamtverkehr stillgelegt wurde. Der Personenverkehr zwischen Türkheim Bahnhof und Ettringen endete am 9. Januar 1987. Im Mai 1988 lösten auf dem verbliebenen Restabschnitt Markt Wald–Gessertshausen Schienenbusse der BR 796/996 die Akkutriebwagen der Baureihe 515 ab. Trotz heftiger Proteste wurde der Personenverkehr am 31. Mai 1991 eingestellt.

Der Güterverkehr wurde mit der Auflösung von Gütertarifpunkten zum 28. Mai 1995 eingeschränkt, was zur Stilllegung der Strecke Markt Wald–Fischach am 1. Mai 1996 führte. Der einzig verbliebene Bahnhof mit Güteraufkommen auf dem nördlichen Streckenabschnitt war somit Fischach. Hier empfing eine Weinkellerei aus vierachsigen Kesselwagen bestehende Ganzzüge. Auf dem südlichen Abschnitt wurden weiterhin Türkheim (Bay) Markt und Ettringen angefahren.[4]

WiederinbetriebnahmeBearbeiten

 
Die Staudenbahn bei Langenneufnach

Auf Teilen der Strecke wurde der Verkehr wieder aufgenommen.

von nach in Betrieb ab PV/GV
Gessertshausen Langenneufnach 28. Juli 2001
Langenneufnach Markt Wald 1. Mai 2003

GegenwartBearbeiten

 
Staudenbahn-Diesellok der ÖBB-Baureihe 2143

Südlicher Abschnitt Türkheim Bahnhof – Ettringen – Markt WaldBearbeiten

Das 7,1 Kilometer lange Mittelstück EttringenMarkt Wald ist zurzeit wegen Baufälligkeit nicht befahrbar. Das Gleis ist noch fast vollständig erhalten. Lediglich der Bahnübergang am ehemaligen Haltepunkt Schnerzhofen wurde überteert und das Gleis auf circa 100 Meter entfernt. Außerdem fehlt in Ettringen die Weichenverbindung zum Streckenabschnitt nach Markt Wald. Seit der Streckensperrung im Jahr 1983 ist der gesperrte Abschnitt zudem stark zugewachsen. Die Teilstrecke Gessertshausen – Markt Wald kaufte der Staudenbahn-Schienenweg-Trägerverein e. V. der Deutschen Bahn ab. Inzwischen ist die Gesamtstrecke auf das Eisenbahninfrastrukturunternehmen Bahnbetriebsgesellschaft Stauden mbH (BBG) übergegangen.[5]

Der Abschnitt von Türkheim nach Ettringen wird durch die DB Cargo befahren, die eine Papierfabrik der zur UPM-Kymmene gehörenden UPM Ettringen bedient. Diese verfügt über einen am 24. Januar 2000 eingeweihten Gleisanschluss nördlich des Bahnhofs Ettringen, mit dem der zuvor praktizierte Umschlag im Bahnhof abgelöst wurde.[6] Die Teilstrecke TürkheimEttringen befindet sich seit dem 2. März 2004 ebenfalls im Besitz der BBG. Anfang Dezember 2018 hat der Kreistag des Landkreises Unterallgäu beschlossen sich für die Reaktivierung dieses Abschnitts einzusetzen. Dieser Beschluss ermöglicht die Erstellung eines Gutachtens durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft.[7]

Nördlicher Abschnitt Gessertshausen–Markt WaldBearbeiten

Der Schienenverkehr im nördlichen Abschnitt Gessertshausen–Markt Wald wird vom Eisenbahnverkehrsunternehmen Stauden-Verkehrs-GmbH (SVG) durchgeführt, das deutschlandweit im Güter- und im regionalen Ausflugsverkehr aktiv ist. Zwischen Margertshausen und Fischach befindet sich ein Güterbahnhof für die Holzverladung, der am 24. August 2003 eröffnet wurde, nachdem das Verladegleis am Fischacher Bahnhof an seine Kapazitätsgrenze gestoßen war. Der Holzverladebahnhof wird auch genutzt, um für den Ausbau der Autobahn 8 in Zusmarshausen Edelsplitt anzuliefern. Von 2012 bis 2014 werden in den Monaten Juli und August insgesamt 60 000 Tonnen umgeschlagen.[8]

Die Fahrzeuge der SVG sind heute auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks Augsburg untergebracht. Früher waren sie im Gleisbauhof Augsburg beheimatet.

Am 1. Mai 2005 wurde die neue Brücke über die Neufnach in Langenneufnach eingeweiht. Einige Jahre lang führte die SVG in den Monaten Mai bis Oktober an jedem zweiten Sonntag zwischen Augsburg Hauptbahnhof und Markt Wald einen Ausflugsverkehr mit zwei Zugpaaren durch. Zunächst wurde der Betrieb mit einer von der Deutsche Bahn Gleisbau, heute DB Bahnbau Gruppe Augsburg ausgeliehenen Baureihe 212 durchgeführt. Regulär wurden dann ursprünglich hier die ÖBB 5081 Dieseltriebwagen mit einem ehemaligen zweiachsigen ÖBB Fahrrad-Güterwagen eingesetzt. Später kamen hierbei drei Diesellokomotiven der ÖBB-Baureihe 2143 mit einer Zwei-Wagen-Garnitur der Wiener S-Bahn und einem Gepäckwagen für die Fahrradmitnahme zum Einsatz. Bis 2007 wurde auch ein Speisewagen mitgeführt. Allerdings war der Ausflugsverkehr zwei Jahre unterbrochen, da die Schmutterbrücke in Fischach saniert wurde. Anfang Mai 2011 konnte er wieder aufgenommen werden.[9]

Heute bestehen die Ausflugszüge aus drei von den ÖBB übernommenen vierachsigen Personenwagen und einem vierachsigen Flachwagen für die Fahrräder. Gezogen wurde diese Garnitur – je nach Verfügbarkeit – von der V 126 der Bayerischen Oberlandbahn oder der der SVG zur Verfügung gestellten V 65-12 (die Version der norddeutschen Kleinbahnen) mit SVG-Logo. Gelegentlich kommt auch eine Dampflokomotive der Gattung Preußische P 8 zum Einsatz.[3] Inzwischen besitzt die SVG eine eigene Diesellok der Baureihe V 10020 bzw. 212 von 1963.

Im Jahr 2014 hat die Staudenbahn einen Schritt in Richtung Reaktivierung des regulären Personenverkehrs erfahren. Dank mehrerer Ehrenamtlicher wird auf der Strecke seit 2015 (an Samstagen) ein 3-Stunden-Takt bzw. (vorher ein 2-Stunden-Takt Augsburg-Langenneufnach jetzt Augsburg-Markt Wald) angeboten. Zusätzlich verkehren Ausflugszüge an ausgewählten Sonn- und Feiertagen von Mai bis Oktober. Im Dezember 2016 sowie 2017 wurde ein zusätzlicher 3-Stunden-Takt zum Weihnachtsmarkt nach Augsburg angeboten.[10] Wegen der guten Nachfrage des damaligen 2-Stunden-Taktes (von Augsburg-Langenneufnach) wurde dieser Taktverkehr auch noch im August, September und Oktober 2014 weitergeführt. Seit August 2014 gab es auch Spätzüge für die Besucher des Augsburger Plärrers sowie des Oktoberfestes in München.[11][12] Zum Einsatz kommt eine Garnitur der Staudenbahn, bestehend aus dem NE 81-Triebwagen VT 02/VT 08 samt zugehörigem Steuerwagen VS 30. Inzwischen wurde diese Einheit fest in den Fuhrpark übernommen. Der Triebwagen wird sowohl im Personenverkehr, als auch im Güterverkehr und für Rangierfahrten eingesetzt. Der Steuerwagen wird nur bei Bedarf, meist bei erhöhter Fahrradmitnahme eingesetzt.

GüterverkehrBearbeiten

Sowohl zu Bundesbahnzeiten als auch aktuell hat die Staudenbahn Güterkunden.

Aktuelle Güterkunden:

  • Von der Bahnstrecke Augsburg–Ulm ankommende Güterwagen werden auf dem Gleisanschluss der ehemaligen Firma „Molfenter J. A. GmbH & Co. Ind. Hobelwerk“ in Gessertshausen bereitgestellt. Des Weiteren werden in den ehemaligen Hallen des Hobelwerkes Fahrzeuge von SVG-Kunden wie der Bombardier Transportation untergebracht – Bombardier nutzt die Staudenbahn für Testfahrten ihrer Diesellokomotiven. So fuhren u. a. Prototypen vor der Serienfertigung, wie zum Beispiel die Baureihe 245 (TRAXX P160 DE ME) der Deutschen Bahn, oder auch Serienfahrzeuge vor Auslieferung, wie z. B. die Baureihe 76 (Bombardier TRAXX F140 DE) der französischen Staatsbahnen SNCF, zu Erprobungs- und Testfahrten auf der Strecke.[3]
  • Ferner konnte auch eine Holzfirma als Kunde gewonnen werden, für dessen Umschlag zwischen Margertshausen und Fischach ein Holzverladebahnhof errichtet wurde.

Ehemalige Güterkunden:

AusblickBearbeiten

Im Jahre 2004 gab es Veröffentlichungen, die im Rahmen einer zu schaffenden S-Bahn Augsburg die Einrichtung einer S-Bahn-Linie vom Augsburger Hauptbahnhof zum neu zu bauenden Haltepunkt Langenneufnach Süd vorschlugen. Diese würde die kaum genutzte Bahnstrecke wiederbeleben. Ferner sollte die Strecke weiter bis Türkheim reaktiviert werden, so dass die Haltepunkte Schnerzhofen und Ettringen wieder bedient werden könnten.[13]

Bis zum Jahr 2018 waren die Bestrebungen, die zugewachsene und baufällige Strecke von Markt Wald nach Schnerzhofen für den Zugverkehr wiederzubeleben, nicht erfolgreich.[14] Eine geplante Wiedereröffnung im August 2010 bis zum Schnerzhofer Weiher in Kombination mit einem Draisinen-Verkehr ab da bis nach Ettringen fand nicht statt. Für den Unterhalt und Betrieb der Draisinenstrecke hatten sich vier Investoren gefunden. Derzeit arbeiteten die Investoren an diesem letzten stillgelegten Abschnitt Schnerzhofen–Ettringen, der ihnen diesbezüglich verpachtet wurde. Das Genehmigungsverfahren für die Draisinenstrecke stand 2010 daher noch aus.[15]

Im Jahre 2011 wurde mit der Aufnahme eines Personenverkehrs nach Taktfahrplan von Langenneufnach Süd nach Augsburg nicht vor 2019 gerechnet. In einer Machbarkeitsstudie wurden die erforderlichen Investitionskosten auf 14 bis 18 Millionen Euro geschätzt.[16] In einer Prognose der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) wurden der Strecke Gessertshausen–Langenneufnach im September 2013 bei einer Reaktivierung 1.170 Fahrgäste/Tag vorhergesagt. Damit wurde der Grenzwert von 1.000 Fahrgästen/Tag übertroffen, so dass eine Reaktivierung von Seiten der bayerischen Staatsregierung geprüft wurde. Damit im Zusammenhang mussten noch Fragen zur Finanzierung der Infrastruktur durch die Anliegergemeinden als Besitzer der Bahnstrecke geklärt werden.[17]

Anfang Juli 2015 wurde die S-Bahn-Linie Augsburg – Gessertshausen – Langenneufnach mit in die Ausschreibung der Augsburger Netze aufgenommen. In der Pressemitteilung der BEG von Ende Dezember 2017 ist diese Strecke im Rahmen des Loses 2 der Augsburger Netze enthalten. Dieser Regelbetrieb sollte im Dezember 2021 starten,[18][19] muss wegen Lieferengpässen für die Fahrzeuge aber auf Dezember 2022 verschoben werden.[20]

MedienBearbeiten

  • Video DVD: Die Staudenbahn – Ein spannendes Kapitel bayerischer Bahngeschichte, Autorenverband Elmar Kretz, Klaus Böhme und Stefan Mühler und Foto Optik Mayer, 2013/2014.

LiteraturBearbeiten

  • Siegfried Baum: Schwäbische Eisenbahn. Die Verkehrsgeschichte der Lokalbahnen in Mittelschwaben. Verlag Wolfgang Zimmer, Eppstein im Taunus 1969.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Staudenbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. BBG Stauden: SNB-BT Anlage 1. Streckendaten. Abgerufen am 23. Mai 2018.
  2. Vergessene Bahnen: Trasse zu einem geplanten Militärdepot bei Schnerzhofen, abgerufen am 24. Juni 2011
  3. a b c d e f Video DVD: Die Staudenbahn – Ein spannendes Kapitel bayerischer Bahngeschichte, Autorenverband Elmar Kretz, Klaus Böhme und Stefan Mühler und Foto Optik Mayer, 2013/2014
  4. Siegfried Baum: Gessertshausen – Markt Wald – Türkheim. Sammelwerk als Loseblattausgabe. In: Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland. Weltbild Verlag, ISSN 0949-2143 (ab 1994).
  5. Geschichte der Reaktivierung der Staudenbahn bis 2003. Landesentwicklung in Bayern, Heft 79, S. 90 ff
  6. Drehscheibe 140 (Dezember 1999), S. 60 und 142 (März/April 2000), S. 63
  7. Das Unterallgäu will die Staudenbahn reaktivieren. In: Augsburger Allgemeine. 11. Dezember 2018, abgerufen am 27. Dezember 2018.
  8. Schwerer Transport für die Staudenbahn auf augsburger-allgemeine.de, 27. August 2012.
  9. Die Staudenbahn startet wieder. In: Augsburger Allgemeine. 28. April 2011, abgerufen am 17. Juli 2011.
  10. Samstags-Takt Juni + Juli 2014
  11. Pressemitteilung: Die Staudenbahn macht mobil – Jetzt erst recht! auf staudenbahn.de.
  12. Probelauf zum Plärrer. auf augsburger-allgemeine.de, 30. August 2014.
  13. Aktuelle Situation. Archiviert vom Original am 22. Oktober 2004. Abgerufen am 16. Februar 2011.
  14. Firmengruppe Staudenbahn: Staudenbahn zwischen Markt Wald und Ettringen gesperrt.
  15. Pitt Schurian: Strampeln auf der Schiene. In: Mittelschwäbische Nachrichten, 25. August 2009, abgerufen am 17. Mai 2010.
  16. Noch viele Fragezeichen an der Staudenbahn. In: Augsburger Zeitung. 27. September 2011.
  17. Bay. Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technik: Zeil: „Staudenbahn hat Potenzial“. (Memento vom 16. September 2013 im Webarchiv archive.is) Pressemeldung, 13. September 2013.
  18. Bayerische Eisenbahngesellschaft schreibt die Regionalverkehre der „Augsburger Netze“ neu aus. In: Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH., Webseite. 27. Dezember 2017, abgerufen am 31. Dezember 2017.
  19. TED Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union:Deutschland-München: öffentlicher Schienentransport/öffentliche Schienenbeförderung 2015/S 127-232820, 4. Juli 2015, abgerufen am 5. Juli 2015.
  20. Reaktivierung erst 2022. In: eisenbahn-magazin. Nr. 8, 2018, ISSN 0342-1902, S. 27.