Stanislaw Assjejew

ukrainischer Journalist

Stanislaw Wolodomyrowytsch Assjejew (ukrainisch Станіслав Володимирович Асєєв, * 1. Oktober 1989 in Donezk, Ukrainische SSR, Sowjetunion) ist ein ukrainischer Schriftsteller und Journalist.

Stanislaw Assjejew (2020)

Im Verlauf des Krieges in der Ukraine blieb er in seiner Heimatstadt Donezk und publizierte zwischen 2015 und 2017 Berichte für ukrainische Medien. Ab dem 2. Juni 2017 war Assjejew nicht mehr auffindbar, bis das selbsternannte „Ministerium für Staatssicherheit der Volksrepublik Donezk“ am 16. Juli 2017 bestätigte, dass er sich in ihrer Gefangenschaft befände.[1][2][3] Assjejew wurde am 29. Dezember 2019 freigelassen.[4]

BiografieBearbeiten

Assjejew studierte am Institut für Informatik und künstliche Intelligenz der Nationalen Technischen Universität von Donezk. Sein Studium schloss er 2012 mit einem Master in Religionswissenschaften ab. Nach dem Studium begab er sich nach Paris, wo er sich der Légion étrangère anschließen wollte.[5]

Assjejew publizierte unter dem Pseudonym Stanislaw Wasin für ukrainische Medien und die ukrainischsprachige Sektion von Radio Free Europe/Radio Liberty. Am 2. Juni 2017 verschwand er zunächst spurlos und die Behörden der selbsternannten „Volksrepublik Donezk“ stritten anfangs ab, etwas über den Verbleib von Assjejew zu wissen. Erst am 16. Juli bestätigte das selbsternannte „Ministerium für Staatssicherheit“ Assjejews Familie, dass er wegen „Spionage“ gefangen genommen worden sei.[6]

Im Juli 2018 trat Assjejew in den Hungerstreik.[7]

Amnesty International, das Komitee zum Schutz von Journalisten, Human Rights Watch, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und Reporter ohne Grenzen forderten umgehend die Freilassung von Assjejew.[8][9][10]

Am 29. Dezember 2019 wurde Assjejew im Zusammenhang eines Gefangenenaustauschs zwischen der Ukraine und den prorussischen Volksrepubliken freigelassen.[4]

WerkBearbeiten

Assjejew hat ab 2011 Bücher in verschiedenen Genres publiziert, darunter auch eine in Romanform verfasste Autobiographie. Seine 2018 erschienene Sammlung der in verschiedenen ukrainischen Medien erschienenen Essays In der Isolation sollte Ende 2020 in Berlin auf Deutsch erscheinen. Für Ende 2021 ist die deutsche Veröffentlichung seiner Erfahrungen im Gefangenenlager geplant.

AuszeichnungenBearbeiten

Im August 2020 erhielt Stanislaw von der deutschen die Zeit und dem norwegischen Fritt Ord die Auszeichnung "Freie Presse Osteuropas".[11] Im März 2021 erhielt er in der Kategorie Journalismus mit dem Taras-Schewtschenko-Preis den Staatspreis der Ukraine für Kultur.[12]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rahmanin Serhiy: The land of Stas. Mirror Weekly. Abgerufen im Juni 2017.
  2. Ukraine Journalists Union Asks OSCE For Help Locating Missing Blogger. Radio Free Europe/Radio Liberty. Abgerufen am 13. Juni 2017.
  3. Urgent Action: Imprisoned Journalist Must Be Released. Amnesty International, 21. Juli 2017, abgerufen am 4. April 2019.
  4. a b Ostukraine: Was der Gefangenenaustausch bedeutet. Spiegel online, 29. Dezember 2019, abgerufen am 30. Dezember 2019.
  5. texts from Yunost magazine on poezia.ru web-site. poezia.ru.
  6. In Donezk zum feindlichen Agenten erklärt. Die Welt, 17. März 2018, abgerufen am 4. April 2019.
  7. Ukrainian Blogger Held By Russia-Backed Separatists Declares Hunger Strike. Radio Free Europe/Radio Liberty, 5. Juli 2018, abgerufen am 4. April 2019.
  8. The land of Stas. Radio Free Europe/Radio Liberty. Abgerufen am 13. Dezember 2018.
  9. Украина: Блогер удерживается про-российскими сепаратистами. Human Rights Watch. 18. Juli 2017. Abgerufen am 3. September 2018.
  10. OSCE Representative calls for immediate release of Donetsk journalist Stanislav Aseev one year after his illegal detention. Organization for Security and Co-operation in Europe. 1. Juni 2018. Abgerufen am 3. September 2018.
  11. Free Media Awards 2020 honour courageous journalists in Russia, Azerbaijan and Ukraine. Abgerufen am 23. Oktober 2020 (englisch).
  12. Die Gewinner des Taras-Schewtschenko-Preises wurden in Kiew bekanntgegeben auf ukrinform; abgerufen am 9. März 2021 (ukrainisch)