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Speciestaler

Wikimedia-Begriffsklärungsseite

Der Speciestaler ist ein vom 17. bis zum 19. Jahrhundert verbreiteter Typ von Silbermünzen, der sich am 9-Taler-Münzfuß des originalen Reichstalers orientiert. In historischen Quellen findet sich oft die Schreibweise Speciesthaler, in skandinavischen Quellen die Bezeichnung Speciesdaler. Auch eine Kurzbezeichnung als Species war üblich.

AllgemeinesBearbeiten

Die Reichsmünzordnung des Heiligen Römischen Reiches von 1566 legte fest, dass 9 Reichstaler aus einer feinen Kölnischen Mark Silber (ca. 234 g) zu prägen seien. Der offizielle Reichstaler nach dem 9-Taler-Fuß hatte somit einen Gehalt an Feinsilber von rechnerisch 25,984 g.[1][2]

Speciestaler war im 18. und 19. Jahrhundert eine geläufige Bezeichnung im (nord-)deutschen und skandinavischen Raum. Der Wortbestandteil -taler geht auf die in Nachfolge des Joachimsthaler Guldiners zurück. Der Wortbestandteil Spezies geht auf lat. species 'Gesicht' oder mittellat. 'Brustbild' zurück: Speciestaler sind meist Silbermünzen mit ausgeprägtem Kopf- oder Brustbild des Münzherrn.[3][4] Beispiele dazu siehe Münzstätte Dresden/Die Münzen der Münzstätte und Münzstätte Leipzig/Endgültige Schließung – Speciestaler der Kurfürsten Friedrich Christian und Friedrich August III.

Siehe auch:

Regionale AusprägungenBearbeiten

Heiliges Römisches ReichBearbeiten

  • Hannover: Speciesthaler (1738–1802) in 8/9 Feinheit nach dem 9-Taler-Fuß
  • Hamburg: Speziesbanktaler (3 Bankmark) in 8/9 Feinheit nach dem 9-Taler-Fuß
  • Österreich
    • feiner Konventionsspeciesthaler (Feingehalt 24,808 statt 25,984 g) in 5/6 Feinheit (10 Speciestaler aus der rauen Wiener Mark oder 10 aus der feinen Wiener Kölnischen Mark)
    • ab 1852 ab in 9/10 Feinheit

Siehe auch: Schmetterlingstaler – Beschreibung der Münzen: Umrechnung der Nominale des Reichsmünzfußes in Nominale des Leipziger Münzfußes

Dänemark mit Schleswig und HolsteinBearbeiten

  • seit vor 1619 Speciesdaler (4 Rigsmarker zu 20 Skillinger Currentmönt) im 9 ¼-Taler-Fuß
  • seit 1776 auch nur Species; in den Herzogtümern Schleswig und Holstein ab 1788 = 60 Schillinge schleswig-holsteinisch Courant
  • Species, Rigsdaler Species und Speciesdaler wurden von 1800 bis 1808 unter Christian VII., etwa von 1825 bis 1838 unter Friedrich VI. und 1848/49 unter Friedrich VII. geprägt.[5]
  • auch noch Prägung einer 2-Rigsdaler-Münze im 9 ¼-Taler-Fuß 1868 unter Christian IX.

Feingehalt: 14-löthiges Silber = 875/1000. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren in Schleswig und Holstein auch ⅔ Species (40 Schillinge), ⅓ Species (20 Schillinge), 1/6 Species (10 Schillinge), 1/12 Species (5 Schillinge) und 1/24 Species (2 ½ Schillinge) im Umlauf.

PolenBearbeiten

  • ab 1697 Konventionsspeziestaler (unterteilt in 8 Zlote polski) nach dem Wiener 10-Taler-Fuß in 5/6 Feinheit
  • 1787–1791 Reduzierung der Feinheit auf 13/16

Andere LänderBearbeiten

  • Norwegen: ab 1814 Speciedaler von ⅞ Feinheit (5 Rigsort zu 24 Skilling)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.muenzen-lexikon.de/lexikon/s/ps242.html (Memento vom 24. November 2007 im Internet Archive)
  2. kruenitz1.uni-trier.de
  3. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 18. Leipzig 1909, S. 724. (online), abgerufen am 17. September 2013.
  4. Pierer’s Universal-Lexikon, Band 16. Altenburg 1863, S. 510–511. (online), abgerufen am 17. September 2013.
  5. Paul Arnold, Harald Klüthmann, Dieter Fassbender (2006) Großer Deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute. 22., von Dieter Faßbender neu bearbeitete und erweiterte Auflage 2006/2007. Battenberg Verlag, Regenstauf, S. 423–428.