Das Sousaphon oder Sousafon [ˌzuːzaˈfoːn] ist eine Form der Tuba, die in den 1890er Jahren auf Initiative des amerikanischen Komponisten John Philip Sousa und in Zusammenarbeit mit dem Instrumentenbauer J. W. Pepper aus Philadelphia entwickelt und zum Dank nach Sousa benannt wurde. Das älteste bekannte Sousaphon stammt von 1893. Pepper baute ein Instrument, das den Trichter während eines Konzerts nach oben ausrichten konnte und nach vorne beim Marschieren. Andere Firmen bauten schnell ihre eigenen Versionen und der Instrumentenbauer C. G. Conn stellte ein Sousaphon her, das von Sousa und seiner Kapelle bevorzugt wurde.[1]

Sousaphon.
Sousaphon (Leipziger Herbstmesse 1954).
Luxemburger Militärkapelle mit Sousaphon

Das Instrument ist von der Funktion und der Mensur her eine Bass- oder Kontrabasstuba in F, Es oder C und B mit drei oder vier, selten auch fünf Ventilen.

Die Bauform des Sousaphons entstammt dem Helikon, dessen kleinerer Trichter (das Schallstück) allerdings nicht wie beim Sousaphon nach vorn, gerichtet, sondern seitlich ausgerichtet ist. Es wird im Gegensatz zur Tuba nicht vor, sondern um den Körper getragen. Das hochaufragende Schallstück des Sousaphons mit kurzem, aber sehr weit ausladendem, um etwa 90° nach vorne gerichtetem Schalltrichter (Durchmesser etwa 65 cm) ist abnehmbar. Beim originalen Sousaphon zeigte der Trichter allerdings nach oben, weswegen es auch „Raincatcher“ („Regenfänger“) genannt wurde. Sousa wollte einen direkt ins Publikum zielenden Bass vermeiden, daher kam das heute gebräuchliche Modell mit dem nach vorne gerichteten Trichter unter seiner persönlichen Leitung nie zur Anwendung.[2] Seit den 1960er Jahren sind auch Sousaphone aus Kunststoff üblich, deren Schalltrichter und letzte Rohrwindung aus Gründen der Gewichtsersparnis aus weiß eingefärbtem Faserverbundwerkstoff (glasfaserverstärktes Epoxidharz) besteht. Moderne Spieler, wie zunächst Kirk Joseph, haben auf dem Instrument eine Beweglichkeit erlangt, die beinahe der eines Saiteninstruments entspricht.

LiteraturBearbeiten

  • Carolyn Bryant, Lloyd P. Farrar: Sousaphone. In: Grove Music Online, 2001

WeblinksBearbeiten

Commons: Sousaphon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Sousafon – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Sousaphon – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sousaphone. OnMusic Dictionary
  2. Paul E. Bierley: John Philip Sousa - American Phenomenon. Warner Bros. Publications, ISBN 0-7579-0612-5, S. 11 u. 16.