Sompunt ist ein alter Ansitz in Abtei in Südtirol. Seit 1988 ist es ein geschütztes Baudenkmal.

Sompunt
Ansicht von unten
Mühle

Geschichte

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Sompunt, was auf Deutsch soviel wie über der Brücke bedeutet,[1] erscheint 1334 erstmals urkundlich. Unterhalb des Weilers liegt der Sompunt See.[2] 1501 ist ein Jakob von Sompunt beurkundet. Wie aus der Jahreszahl am Rundbogentor ersichtlich, wurde der alte Weiler 1598 in einen herrschaftlichen Ansitz umgebaut und erweitert.[3] Hans Sompundt aus Abtei, Gerichtsanwalt von Enneberg erhielt am 29. Oktober 1614 ein Wappen.[4] Seit 1700 war es im Eigentum der Herren von Mayrhofen zu Coburg und Anger, denen am 14. Oktober 1560 von Kaiser Ferdinand I. das Adelsdiplom verliehen wurde.[5] 1859 fiel der Edelsitz an einen Bauern. Seit 1913 gehört der Hof der Familie Castlunger. Im Ersten Weltkrieg diente das Anwesen als Militärhospital. In dem Haupthaus ist eine Hauskapelle untergebracht. Daneben steht eine funktionsfähige, ebenfalls denkmalgeschützte Mühle.

Literatur

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  • Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Südtirols. Hölzel, 1923, S. 534.
  • Paul Videsott: Ladinische Familiennamen: zusammengestellt und etymologisch gedeutet anhand der Enneberger Pfarrmatrikeln 1605–1784. Universitätsverlag Wagner, 2000, ISBN 978-3-7030-0344-8, S. 261.
  • Berta Richter-Santifaller: Die Ortsnamen von Ladinien. Wagner, 1937, S. 37.
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Commons: Sompunt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Dino Dibona: Guida insolita ai misteri, ai segreti, alle leggende e alle curiosità delle Dolomiti. Newton & Compton, 2001, S. 57.
  2. Sompunt See - Alta Badia. Abgerufen am 29. Mai 2023.
  3. Alois Vittur: Enneberg in Geschichte und Sage. 310. Auflage. K. Riedmann, 1912.
  4. Tiroler Wappen: Sumpundt Hans. Abgerufen am 28. Mai 2023.
  5. Tiroler Wappen: Mayrhofen von Koburg u. Anger. Abgerufen am 28. Mai 2023.

Koordinaten: 46° 35′ 43,5″ N, 11° 54′ 2,5″ O