Erfrischungsgetränk

nicht-alkoholisches Getränk, meist kohlensäurehaltig
(Weitergeleitet von Softdrink)

Als Erfrischungsgetränke (englisch soft drink, eingedeutscht Softdrink, in Abgrenzung zu alkoholhaltigen hard drinks) produziert die Lebensmittelindustrie verschiedene Kaltgetränke, die meist kohlensäurehaltig und süß-sauer aromatisiert sind.

Erfrischungsgetränke (verschiedene Limonaden) in einem israelischen Supermarkt

Sowohl nach dem Deutschen Lebensmittelbuch[1] als auch nach dem Österreichischen Lebensmittelbuch[2] handelt es sich um Getränke auf Wasserbasis mit geschmacksgebenden Zutaten. Zusätzlich enthalten dürfen sie Kohlensäure, Mineralstoffe, Vitamine, Zucker, Fruchtkonzentrat, Aromen, Süßstoffe und weitere Zutaten – außer Alkohol.

DeutschlandBearbeiten

Zu den Erfrischungsgetränken gehören laut den Leitsätzen für Erfrischungsgetränke des Deutschen Lebensmittelbuchs:

Fruchtsaft und Fruchtnektar zählen hingegen nicht zu den Erfrischungsgetränken; Fruchtsaftgetränke dürfen auch nicht irreführend als Fruchtsaft oder -nektar bezeichnet werden. Erfrischungsgetränke müssen allerdings nicht streng alkoholfrei sein, sondern dürfen je Liter bis 2 g Alkohol enthalten, der aus ihren Fruchtbestandteilen oder Aromen stammt[3]. Naturgetreue Fruchtbilder dürfen außer bei farblosen Zitruslimonaden in der Werbung oder auf der Packung nur dann verwendet werden, wenn diese Frucht tatsächlich darin ist oder dazu klargestellt ist, das Getränk habe bloß …-Geschmack oder …-Aroma[4].

Koffeinhaltige Erfrischungsgetränke dürfen maximal 320 mg Koffein pro Liter enthalten[5]. Zu dieser Gruppe zählen auch Energydrinks, die zudem bis zu 4 g Taurin, 200 mg Inosit und 2,4 g Glucuronolacton je Liter enthalten dürfen.

Bezüglich gesundheitlicher Auswirkungen des Konsums zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke wies das RKI basierend auf KiGGS Welle 2 auf einen durch viele Studien aufgezeigten Zusammenhang zwischen einem hohen Konsum bei Kindern und Jugendlichen und einer erhöhten Gewichtszunahme hin. Das RKI verwies außerdem auf ein erhöhtes Risiken von Diabetes mellitus Typ II und von Karies. Zudem hätten Studien Hinweise auf negative Auswirkungen bestimmter Säuren, wie zum Beispiel Phosphorsäure in Cola-Getränken, auf die Knochendichte bei Heranwachsenden geliefert.[6]

Vereinigte StaatenBearbeiten

In der Vereinigten Staaten wird vorwiegend High Fructose Corn Syrup (HFCS) als Süßungsmittel eingesetzt (siehe hierzu auch: Maissirup).

In den Vereinigten Staaten wird angesichts stark angestiegener kindlicher Fettleibigkeit versucht, den Verbrauch von Softdrinks und anderer hochkalorischer Getränke einzudämmen. Als Teil dieser entwicklung plante die Stadt San Francisco verpflichtende Warnhinweise auf Getränkeflaschen und -dosen mit einer Warnung vor erhöhten Risiken von Fettleibigkeit, Diabetes und Zahnschäden. Das wurde ihr jedoch gerichtlich untersagt; das Berufungsgericht stellte 2019 einstimmig fest, dass eine solche Pflicht mit freedom of speech kollidiere, da ein solcher Warnhinweis andere visuelle Elemente der Werbung übertönen würde.[7]

In einer Studie mit 2929 US-amerikanischen Fünfjährigen wurde der tägliche Genuss mehrerer kohlensäurehältiger Erfrischungsgetränke mit Verhaltensauffälligkeiten (Aggressivität, Aufmerksamkeitsdefizit) in Verbindung gebracht; einen ursächlichen Zusammenhang konnte diese Studie jedoch nicht aufzeigen.[8]

Weitere StaatenBearbeiten

Schon mit einer Dose (0,33 l) üblicher Soft Drinks wird die Grenze von 25 Gramm Zucker, welche die WHO seit 2015 als Tageshöchstmenge für einen Erwachsenen empfiehlt, überschritten.[9] In verschiedenen Staaten wurde versucht, den Konsum durch Steuern auf zuckerhaltige Getränke (Zuckersteuer) oder auch durch Beschränkung der Werbung zu verringern. Als Beispiel ist die zweistufige britische Steuer zu nennen: Seit April 2018 werden Getränke mit 5 bis 8 Gramm Zucker pro 100 ml werden mit 0,24 Pfund pro Liter besteuert, Getränke mit einer größeren Menge an Zucker werden mit 0,18 Pfund pro Liter besteuert.[10] Viele Hersteller haben daraufhin ihre Rezeptur so geändert, dass die Getränke unter den Grenzwerten bleiben.[11] Steuern auf Süßgetränke bzw. Soft Drinks wurden davor schon in Frankreich, Finnland, Ungarn und Mexiko eingeführt.[9]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Begriffsbestimmung unter I.A. der Leitsätze, zuletzt geändert durch Bekanntmachung vom 7. Januar 2015
  2. Bundesministerium für Soziales: Österreichisches Lebensmittelbuch, Codex B 26. 22. Dezember 2017, abgerufen am 9. Oktober 2020. Erfrischungsgetränke mit geschmackgebenden Zusätzen (Memento vom 3. August 2014 im Internet Archive)
  3. I. B. 1. der Leitsätze
  4. I. C.4. der Leitsätze
  5. Anlage 8 zu den §§ 4 und 5 Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung auch zu Energydrings
  6. Gert B.M. Mensink, Anja Schienkiewitz, Martina Rabenberg, Anja Borrmann, Almut Richter, Marjolein Haftenberger: Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends. In: Journal of Health Monitoring. Band 3, Nr. 1, 2018 (rki.de [PDF; abgerufen am 13. Juni 2021]).
  7. Tina Bellon: U.S. court blocks San Francisco health warning on soda ads. In: reuters.com. 31. Januar 2019, abgerufen am 13. Juni 2021 (englisch).
  8. Soft Drinks Consumption Is Associated with Behavior Problems in 5-Year-Olds (PDF; 179 kB)
  9. a b Höhere Steuern auf Softdrinks helfen. In: tagesspiegel.de. 16. Oktober 2015, abgerufen am 13. Juni 2021.
  10. Die britische Zuckersteuer auf Softdrinks funktioniert. In: aerzteblatt.de. 6. Mai 2021, abgerufen am 13. Juni 2021.
  11. Großbritannien: Mit Zuckersteuer und Werbeverbot gegen Übergewicht. In: deutschlandfunk.de. 16. Oktober 2015, abgerufen am 13. Juni 2021.

WeblinksBearbeiten

Commons: Erfrischungsgetränke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Erfrischungsgetränk – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen