Schweizerische Vereinigung für Studentengeschichte

Die Schweizerische Vereinigung für Studentengeschichte (SVSt) (frz.: Association suisse pour l’histoire des sociétés d’étudiants (ASHSE)) ist ein Verein nach Art. 60 ff. ZGB und steht all jenen offen, die sich für die schweizerische Bildungs-, Universitäts- und Studentengeschichte interessieren.

Schweizerische Vereinigung für Studentengeschichte
(SVSt)
Zweck Sammeln studentischen Kulturguts, Publizieren studentenhistorischer Neuigkeiten und Forschungen
Vorsitz: Bendicht Rindlisbacher
Gründungsdatum: 15. Dezember 1984
Mitgliederzahl: > 600 (Stand: 2016)
Sitz: Bern
Website: http://www.svst.ch/

ZielsetzungBearbeiten

Ziel der SVSt ist es:

  • studentisches Kulturgut zu sammeln und zu bewahren, wofür sie ein Archiv, eine Bibliothek sowie eine Sammlung musealer Gegenstände unterhält,
  • studentenhistorische Neuigkeiten und Forschungen in den Vereinsorganen zu publizieren,
  • den persönlichen Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern durch Veranstaltungen zu fördern.

GeschichteBearbeiten

Am 15. Dezember 1984 trafen sich auf Initiative von Peter Platzer, Paul Ehinger und Rätus Luck 23 interessierte Personen aus zehn Schweizer Studentenverbindungen in Bern, um die SVSt zu gründen. Heute besteht sie aus etwas mehr als 600 Einzel- (natürlichen Personen) und Kollektivmitgliedern (juristischen Personen) aus der Schweiz, aber auch aus dem benachbarten, vor allem deutschsprachigen Ausland.

Seit der Gründung standen ihr fünf Präsidenten vor:

  • bis 1986 Rätus Luck, Bern
  • bis 1994 Paul Ehinger, Zofingen
  • bis 2010 Peter Platzer, Solothurn
  • bis 2014 Stephan Aebersold, Bern
  • seit 2014 Bendicht Rindlisbacher, Zürich

KommissionenBearbeiten

Die SVSt unterhält verschiedene Kommissionen, die jeweils von einem Vorstandsmitglied (Beisitzer) als Vorsitzendem geleitet werden.

ArchivkommissionBearbeiten

Die Archivkommission[1] betreut das SVSt-Archiv, welches im Staatsarchiv Bern aufbewahrt wird und dort öffentlich zugänglich ist.

BibliothekskommissionBearbeiten

Die Bibliothekskommission[2] betreut die SVSt-Bibliothek, welche sich bis Sommer 2017 als Depositumsbibliothek in der Schweizerischen Nationalbibliothek befand und über den Online-Katalog Helveticat öffentlich zugänglich war. Derzeit sind die Bestände eingelagert, die SVSt ist auf der Suche nach einem neuen Standort. Der SVSt-Bibliothek liegt die von Max Richter begründete SWR-Bibliothek zugrunde, die wesentliche Ergänzungen durch einige Nachlässe erfahren hat. 2014/15 bekam sie vom Basler Sammler Robert Develey eine namhafte Schenkung von rund 2'000 Monographien, die seither peu à peu in den Katalog aufgenommen wird. 1986 ging sie ins Eigentum der SVSt über und hat heute einen Bestand von über 3'000 Monographien und über 100 Periodika.

Sammlungs- und AusstellungskommissionBearbeiten

Die Sammlungs- und Ausstellungskommission (SAK)[3] betreut eine umfangreiche studentenhistorische Sammlung musealer Gegenstände, aus der von Zeit zu Zeit thematische Ausstellungen organisiert werden. Zwischenzeitlich besass die SVSt auch ein eigenes Museum. So übernahm sie 1985 das bereits bestehende Couleurmuseum auf Schloss Hünegg in Hilterfingen, welchem aber nach einigen erfolgreichen Ausstellungen 1990 von den Eigentümern gekündigt wurde. Von 1997 bis 2001 befand sich das Couleurmuseum in Assens und von 2002 bis 2008 im Museum Altes Zeughaus in Solothurn. Derzeit werden die Bestände im ehemaligen Zeughaus Willisau aufbewahrt, ein neues Ausstellungsprojekt ist in Planung.

ForschungskommissionBearbeiten

Der Hauptauftrag der 2002 gegründeten Forschungskommission[4] liegt in der Bewusstseinsschärfung für die Historizität bei Schweizer Studentenverbindungen. Sie organisiert von Zeit zu Zeit Weiterbildungsveranstaltungen und gibt Leitfäden zu Themen wie Führung von Archiven, Oral History usw. heraus.

VeranstaltungenBearbeiten

Die SVSt kennt zwei Veranstaltungen, den jährlich im Herbst stattfindenden Generalconvent als Vereinsversammlung und die Studentenhistorikertagung, die bis im Jahre 2009 regelmässig stattfand. Heute gibt es diese nur noch alle vier Jahre als Europäische Studentenhistorikertagung:

  • 1. 1988 Konstanz
  • 2. 1992 Zofingen
  • 3. 1996 St. Pölten
  • 4. 2000 Tübingen
  • 5. 2004 Wil
  • 6. 2008 Prag
  • 7. 2012 Freiburg i.Br.
  • 8. 2016 Basel
  • 9. 2020 Wien

Publikationsorgane der SVStBearbeiten

Die SVSt besitzt zwei Publikationsorgane, die Studentica Helvetica sowie die Documenta et Commentarii.

Studentica HelveticaBearbeiten

Die Zeitschrift «Studentica Helvetica», kurz SH, ist das eigentliche Vereinsorgan und erscheint seit dem April 1985 zweimal jährlich mit folgenden Schwerpunkten:

  • wissenschaftliche und studentenhistorisch wichtige Veröffentlichungen
  • Rezensionen von Büchern und Schriften im laufenden Vereinsjahr
  • Hinweise zu verwandten Themenkreisen
  • Internes aus dem Leben der SVSt
  • Vorschau auf kommende Anlässe

Documenta et CommentariiBearbeiten

In der Schriftenreihe «Documenta et Commentarii», eigentlich «Studentica Helvetica. Documenta et Commentarii», kurz DeC, erscheinen unregelmässig Bücher zu bestimmten Themen oder Anlässen. Inzwischen ist diese Reihe auf 32 Bände angewachsen. Neben den Tagungsbänden zu den Studentenhistorikertagungen sind bislang folgende Monographien erschienen:

  • Bd. 2: Rätus Luck, Feder und Rapier (1987)
  • Bd. 4: Peter Platzer, Jüdische Verbindungen in der Schweiz (2. Aufl., 1988)
  • Bd. 5: Jürg Iseli, Geschichte der Studentenverbindungen an der Kantonsschule Solothurn (1989)
  • Bd. 6: Adolf A. Steiner, Der Schweizerische Studentenverein und die Politik (1989)
  • Bd. 7: René Gurtner-Kugler, Zum Studentenlied rund um Zürich (1991)
  • Bd. 10: Ulrich Im Hof, Der Student im Verlaufe der Jahrhunderte (1990)
  • Bd. 11: Robert Develey, Albert Anker als Zofinger (1991)
  • Bd. 12: Eugen Lüthy, Der Sinn der Verbindungen in der heutigen Zeit (1993)
  • Bd. 15: Peter Platzer, Der Aarburger Seniorenconvent. Fakten, Hintergründe und kritische Analysen (1994)
  • Bd. 20: Raimund Lang, Die Frau im Studentenlied (1998)
  • Bd. 23: Heinz Polivka, Wider den Strom. Abstinente Verbindungen in der Schweiz (2000)
  • Bd. 24: Peter Platzer/Gottfried Wirth, Helveticus. Verzeichnis schweizerischer Verbindungen (2000)
  • Bd. 27: Robert Develey, Studentische Freicorps in der Schweiz des 19. Jahrhunderts (2004)
  • Bd. 31: Festschrift für Dr. Paul Ehinger v/o Wecker. Nachträglich zum 75. Geburtstag und für 20 Jahre Redaktion der Studentica Helvetica (1995–2014) (2015)
  • Bd. 32: Die Vorträge der 8. Internationalen Studentenhistorikertagung. Basel, 7. – 9. Oktober 2016 (2018)
  • Bd. 33: Nicht reden, machen. Festschrift für Peter Platzer v/o Phys zum 65. Geburtstag (2019)

Schweizer CommersbuchBearbeiten

Als Publikation ausserhalb der Schriftenreihe DeC gibt die SVSt das Schweizer Commersbuch[5] heraus:

  1. Auflage, Ausgabe 1991
  2. Auflage, Ausgabe 1998
  3. Auflage, Ausgabe 2014

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. SVSt Archivkommission
  2. SVSt Bibliothekskommission
  3. SVSt Sammlungs- und Ausstellungskommission
  4. SVSt Forschungskommission
  5. Schweizer Commersbuch