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Schwangerschaftsvorsorge

Schwangerschaftsverlauf

Die sogenannte Schwangerschaftsvorsorge – besser Schwangerschaftsbetreuung, um nicht mit Schwangerschaftsverhütung verwechselt zu werden – beinhaltet die Gesundheitsfürsorge, Beratungen und Untersuchungen vor und während der Schwangerschaft durch Gynäkologen oder Hebammen. In der DDR wurde sie Schwangerenbetreuung genannt.

Inhaltsverzeichnis

Vor einer SchwangerschaftBearbeiten

Hierzu zählen die Erfassung von medizinischen Risiken in der eigenen und familiären Krankengeschichte der Schwangeren, ihres Allgemeinzustandes und der Medikamenteneinnahme. Nach der Bestimmung des Rötelntiters kann eventuell vor der Schwangerschaft eine Impfung durchgeführt werden, da eine Infektion während der Schwangerschaft (Rötelnembryofetopathie) zu Fehlbildungen führen kann.[1]

Während einer SchwangerschaftBearbeiten

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

In Deutschland hat jede werdende Mutter einen Anspruch auf Betreuung durch eine Hebamme oder einen Arzt während der Schwangerschaft, bei der Geburt und einige Wochen nach der Geburt. Empfohlen sind, bei komplikationsloser Schwangerschaft, zunächst Besuche in einem Abstand von vier Wochen nach Bekanntwerden der Schwangerschaft, ab der 32. Schwangerschaftswoche in einem Abstand von zwei Wochen und bei Überschreitung des Geburtstermins schließlich alle zwei Tage.

Alle Befunde werden in den Mutterpass (oder Mutter-Kind-Pass in Österreich) eingetragen.

In Deutschland hat die werdende Mutter gemäß § 7 Abs. 1 Mutterschutzgesetz (MuSchG) Anspruch auf die bezahlte (§ 23 Abs. 1 MuSchG) Freistellung von der Arbeit für Untersuchungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft.

Zu Beginn der Schwangerschaft wird in der Regel die Blutgruppe festgestellt sowie serologische Untersuchungen auf Lues und bei Ungeimpften bzw. unbekanntem Impfstatus eine Bestimmung des Röteln-Titers durchgeführt. Bei begründetem Verdacht kann auch ein bestehender Schutz vor einer Toxoplasmose-Erkrankung (z. B. bei Umgang mit Katzen) sowie ein HIV-Test durchgeführt werden. Frühestens nach der 32. Schwangerschaftswoche, möglichst nah am Geburtstermin, erfolgt die Untersuchung auf Hepatitis B.[2] Neben der Feststellung der Laborwerte werden bei jedem Untersuchungstermin Körpergewicht, Blutdruck und Herztätigkeit des Kindes überprüft. Bei einer regulär verlaufenden Schwangerschaft werden in Deutschland drei Ultraschall-Untersuchungen (in den SSW 9–12, 19–22 und 29–32) empfohlen und als Standardleistung von den Krankenkassen getragen. Zusätzliche Ultraschall-Untersuchungen müssen Schwangere selbst bezahlen. Der IGeL-Monitor des MDS (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen) bewertet ergänzende Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft nach einer systematischen Literaturrecherche mit „unklar“. Es gebe keine Hinweise auf einen medizinischen Nutzen, aber auch keine Hinweise auf Schäden. Besteht Anlass zur Sorge, bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen zusätzliche Untersuchungen.[3] Um einen eventuellen Schwangerschaftsdiabetes frühzeitig zu erkennen, soll gegen Ende des 2. / Anfang des 3. Trimenons ein Glukose-Test durchgeführt werden. Da durch die Schwangerschaft das Zahnfleisch beeinträchtigt werden kann, ist ein Zahnarztbesuch zwischen der 17. und 20. SSW empfehlenswert. Gegen Ende der Schwangerschaft kann die Wehentätigkeit mit CTG-Untersuchungen verfolgt werden. Des Weiteren werden die Herztöne des Ungeborenen während der Schwangerschaft (ab der 28. SSW) sowie während der Geburt mit dem CTG überwacht. Da bei einem CTG eine genaue Aufzeichnung der Herztöne des Kindes stattfindet, kann anschließend eine exakte Auswertung der Messwerte stattfinden, was bei einem Ultraschall nicht der Fall ist. Die Auswertung gibt der Hebamme, dem Arzt oder der Ärztin ein Abbild über den Zustand des Fötus.[4] In der 36. SSW wird in der Regel auf B-Streptokokken getestet. Dabei handelt es sich um einen von zahlreichen Erregern, die bei der Geburt auf das Kind übergreifen können. Für die Untersuchung wird ein vaginaler Abstrich genommen, bei einem positiven Befund wird ein Antibiotikum verabreicht.[5]

Weitere Untersuchungen sind Blutdruckmessungen, Urin- und Blutuntersuchungen, Kontrolle des Gebärmutterstandes, Lage des Kindes, Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors.

Siehe auchBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. Robert Koch-Institut: Röteln (Rubella) RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte. (Memento des Originals vom 29. September 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rki.de
  2. Richtlinie des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung ("Mutterschafts-Richtlinie") (Volltext online, pdf; 184 kB)
  3. IGeL-Monitor, Ultraschall in der Schwangerschaft (ergänzende Untersuchungen), abgerufen am 15. November 2018. Mehr zur Begründung der Bewertung in "Evidenz kompakt"
  4. Artikel einer freiberuflichen Hebamme zur Schwangerschaftsvorsorge - u. a. auch CTG
  5. Artztbesuche in der Schwangerschaft. Abgerufen am 19. Oktober 2016.

WeblinksBearbeiten