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Schutzraum (Soziologie)

Bereich des Lebens, wo der Mensch vor gesellschaftlichen Zuschreibungen geschützt ist

Ein Schutzraum bezeichnet vor dem Hintergrund verschiedener Soziologischer Theorien einen Raum, in dem Menschen vor gesellschaftlichen Zuschreibungen geschützt sein sollen. Der Anspruch ist, niemanden zu diskriminieren. Der Raum muss keinen realen Raum in einem Gebäude etc. sein, sondern meint meist den sozialen Raum zum Beispiel in einer Gruppe unterschiedlicher Menschen.[1]

HintergrundBearbeiten

Der Idee eines Schutzraumes lag ursprünglich die Annahme zugrunde, dass die den Schutzraum umgebende Gesellschaft zu Sexismus neige und konservative Geschlechterrollen von jedem einzelnen Menschen einfordere.[2] Um Räume zu bieten, die frei sind von gesellschaftliche Zuschreibungen sollen "Schutzräume", z. B. durch selbstorganisierte Gruppen geschaffen werden.

Zunächst wurde die Idee von "Schutzräumen" von Vertreter des Feminismus aufgegriffen und teilweise wird von diesen auch heute noch die die Ansicht vertreten, "Schutzräume" würden hauptsächlich benötigt um Frauen vor Sexismus durch Männer zu schützen. Sie gehen von dem Grundverständnis aus, dass Diskriminierung, Formen sexualisierter Gewalt und Machtausübung nur in eine Richtung bzw. von einem auf das andere Geschlecht stattfindet.

In einem modernen Verständnis der "Schutzraum-Idee" geht es jedoch viel mehr darum, niemanden in tradierten Geschlechterrollen zu manifestieren. Dies schließt an aktuelle Diversity-Ansätze an, nach denen heterosexuelle, intersexuelle, transsexuelle und homosexuelle Menschen gleichberechtigt, nach ihrer eigenen Definition ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringen können, ohne Diskriminierung zu erfahren.[3]

Viele Praktizierende vertreten mittlerweile die Ansicht, dass die "Schutzraum" Idee sich nicht nur auf einen gedachten Raum, frei von Sexismus beziehe, sondern vielmehr jeder Form von Diskriminierung (Rassismus, Antisemitismus, Anti-Maskulismus, matriachalische und patriarchalische Verhaltensweisen, Diskriminierung von Menschen mit Behinderung) verhindern soll.

Weitere BedeutungenBearbeiten

Auch in der Psychologie wird im Rahmen von Trauma-Therapien mit imaginären "Schutzräumen" gearbeitet. Wichtige Bezugsgruppen, wie die Ursprungsfamilie werden teilweise mit der Terminologie belegt.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Organisation Gays and Lesbians of Zimbabwe (GALZ) sieht sich als Organisation als "Schutzraum" in einer homphoben und sexistischen zimbabwischen Gesellschaft http://www.medico.de/themen/gesundheit/dokumente/galz/4261/
  2. Destillat aus http://gendertalk.transgender.at/sexismus.htm
  3. https://www.uni-due.de/genderportal/veranstaltungen_detail.php?id=735