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Japanische Schulbücher

Schulbuchkommissionen werden mit dem Ziel gegründet, durch Multiperspektivität oder durch Harmonisierung von Schulbüchern verschiedener Staaten eine von einseitig nationalen Geschichtsbildern und Vorurteilen dominierte Sichtweise zu korrigieren. Beteiligt werden in der Regel Fachwissenschaftler, Fachdidaktiker und Vertreter der Bildungsbehördern. Ihre Arbeit wird in Schulbuchempfehlungen dokumentiert, teilweise werden auch neue Schulbücher entwickelt.

ZweckBearbeiten

Diese Einrichtungen dienen einer international ausgerichteten Geschichtspolitik, die die Völkerverständigung fördern und Feindbilder abbauen soll. In Deutschland sind mehrere Kommissionen beim Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung angesiedelt, die erste wurde dort 1951 zum deutsch-französischen Geschichtsbild in den Schulbüchern gegründet. Strittig in den Gesprächen zwischen Polen (seit 1972), Tschechien und Deutschland sind zum Beispiel die Fragen der Grenzziehung (Oder-Neiße-Grenze), die sudetendeutsche Gebiete, die Vertreibungen und ihre Einordnung in den historischen Zusammenhang. Ein Deutsch-französisches Geschichtsbuch liegt seit 2006 vor, das in Deutschland vom Ernst Klett Verlag herausgegeben wird. Es konnte bislang allerdings noch nicht überzeugen, da auch das Interesse an dem westlichen Nachbarland und die Bereitschaft, seine Sprache zu lernen, zu Gunsten des Spanischunterrichts rückläufig ist.[1] Auch die Deutsch-Polnische Schulbuchkommission hat bereits drei von vier Bänden einer Geschichtsbuchreihe erarbeitet, die auf der deutschen Seite im Verlag Eduversum und auf der polnischen Seite im Verlag Wydawnictwa Szkolne i Pedagogiczne erschienen sind. Der erste Band von Europa - Unsere Geschichte wurde 2016 von den damaligen Außenministern beider Länder vorgestellt, Frank-Walter Steinmeier und Witold Waszczykowski.[2]
Eine deutsch-israelische Schulbuchkommission (seit 1985) hat Empfehlungen zur Darstellung der deutsch-jüdischen Geschichte erarbeitet. In einer Mitte 2015 durchgeführten Untersuchung stellte die deutsch-israelische Schulbuchkommission fest, dass der Staat Israel in deutschen Schulbüchern fast ausschließlich im Rahmen des Nahostkonflikts präsentiert würde, was zu „Verkürzungen und Verzerrungen“ führe.[3] Sie empfiehlt, die Geschichte des Landes mit seiner "demokratischen und pluralistischen Traditionen"[4] fortan auch in anderen Zusammenhängen in Schulbüchern aufzugreifen.

LiteraturBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jan Friedmann: Shakira schlägt Jacques Brel., DER SPIEGEL, 12. September 2011, abgerufen am 15. September 2011
  2. Gemeinsame Geschichte in Europa. Abgerufen am 12. November 2019.
  3. Deutsch-israelische Schulbuchkommission: Deutsch-Israelische Schulbuchempfehlungen (2. Auflage), 2016, S.29, abgerufen am 17. Oktober 2018
  4. Deutsch-israelische Schulbuchkommission: Deutsch-Israelische Schulbuchempfehlungen (2. Auflage), 2016, S.37, abgerufen am 17. Oktober 2018