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Schneider (Unternehmen)

deutscher Hersteller von Unterhaltungselektronik und Computern
(Weitergeleitet von Schneider Computer Division)
SCHNEIDER Technologies AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Auflösung 2005
Sitz Türkheim, Deutschland
Branche Unterhaltungselektronik

Die Schneider Technologies AG (vormals Schneider-Rundfunkwerke AG bzw. Schneider Electronics AG) war ein Hersteller von Unterhaltungselektronik und Computern in Türkheim.

GeschichteBearbeiten

Die Geschichte der Schneider-Rundfunkwerke AG geht zurück auf das Jahr 1859. Felix Schneider begann in Türkheim im Landkreis Unterallgäu mit der Fabrikation von Holzwaschmaschinen, Spinden für die Bundeswehr sowie Gehäuse für Musiktruhen.[1] Der Unternehmensname (Firma) wechselte später in Schneider Electronics AG, danach in Schneider Technologies AG.

UnterhaltungselektronikBearbeiten

Auf die Produktion von Unterhaltungselektronik stellte die Firma unter Firmenchef Leo Schneider 1965 um, als die ersten Musikschränke produziert wurden. 1972 übernahmen die Schneider-Werke den Radiofabrikanten Emud sowie 1974 den Büromaschinenhersteller Walther.[2][3]

Neben Musik-Kompaktanlagen (Schneider Power Pack) u. a. auch für das Versandhaus Neckermann und Fernsehgeräte mit eigenem Chassis gab es Eigenentwicklungen wie einen 500-Seiten-Speed-Videotext und den Prime Timer Meilensteine in der Produktentwicklung waren 1981 kabellose Hifi-Bausteine mit Stecksystem DCS[4], 1983 das stromeigenversorgte Radio Turny[5] sowie 1993 der erste voll recycelbare Fernseher Ökovision.[6]

1993 präsentierte Schneider den in Zusammenarbeit mit Daimler-Benz und der Jenoptik AG entwickelten ersten Laser-TV Prototyp. Die Entwicklung wurde nicht bis zur Marktreife weitergeführt.

1988 erwarb Schneider von Thomson seinen langjährigen Plattenspieler Zulieferanten Dual, allerdings wurden die Markenrechte bereits 1995 an die Karstadt AG weiterverkauft.[7]

Im Sommer 1996 stellte Schneider die Produktion im Zweigwerk in Nersingen-Straß ein.

 
Schneider CPC 6128 mit Monitor

ComputerBearbeiten

Die „Schneider Computer Division“ wurde in den 1980er Jahren als eigene Abteilung von den Schneider Rundfunkwerken aus Türkheim aufgebaut. Ab 1984 wurden die ersten Modelle unter eigenem Namen angeboten.

Zunächst vertrieb sie in Lizenz ab 1984 in Konkurrenz zum Commodore 64 den Amstrad CPC464. Später folgten die Amstrad PCW/Joyce-Schreibsysteme. Danach folgten die IBM-kompatiblen Modelle Amstrad PC1512 und PC1640. Eine innovative Eigenentwicklung waren die BIOS-Einstellungen, die bis dahin über Jumper auf dem Mainboard gesteckt werden mussten. Ab 1988 wurde die Eigenentwicklung Schneider Euro PC vermarktet.

InsolvenzBearbeiten

2002 stellte Schneider einen Insolvenzantrag, und im Oktober 2002 wurden die Produktionsanlagen in Türkheim, Warenbestände und die Schneider-Markenrechte an den chinesischen Elektronikkonzern TCL verkauft. 2004 bildete dann TCL mit dem französischen Thomson-Konzern das später komplett übernommene Joint Venture TCL Thomson Electronics (TTE), einen der größten Hersteller von Fernsehgeräten weltweit.

Als Ende Januar 2005 die Produktion eingestellt wurde, arbeiteten noch 120 Mitarbeiter im Werk Türkheim.

Das Werksgelände wurde 2005 durch Finsterwalder Transport & Logistik gekauft und in den Businesspark A96 umgebaut.[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Das Ende einer Ära, Augsburger Allgemeine, 17. April 2015
  2. Walther, Die Firma und Ihre Rechner, abgerufen 1. Juni 2019
  3. Mitbegründer der Türkheimer Schneider Werke ist tot, Augsburger Allgemeine, 25. März 2019
  4. Schneider Gesamtkatalog 1981/82, Seite 4 bis 6, abgerufen 1. Juni 2019
  5. Schneider Gesamtkatalog 1983/84, Seite 22 bis 23, abgerufen 1. Juni 2019
  6. Schneider Gesamtkatalog 1993, abgerufen 1. Juni 2019
  7. Dual Geschichte, Dual-Plattenspieler.de abgerufen 1. Juni 2019
  8. Historie, Finsterwalder Transport & Logistik, abgerufen 1. Juni 2019