Schloss Gieboldehausen

Schloss in Gieboldehausen im Untereichsfeld im südlichen Niedersachsen

Das Schloss Gieboldehausen ist ein im 16. Jahrhundert erbautes Schloss in Gieboldehausen im Untereichsfeld im südlichen Niedersachsen.

LageBearbeiten

Gieboldehausen liegt im nördlichen Teil der Goldenen Mark am Zusammenfluss von Hahle und Rhume, die die Ortslage im Südwesten, Westen und Norden eingrenzen. Die schlossartige Anlage befindet sich am südlichen Rand des historischen Ortskernes von Gieboldehausen in der Hahleniederung auf einer Höhenlage von knapp 150 Metern.

GeschichteBearbeiten

 
Das Schloss Gieboldehausen

Hervorgegangen ist das Schloss in Gieboldehausen aus einem ehemaligen Burgmannsitz der Burg Gieboldehausen, genannt „Haus auf dem Wall“. Zur Sicherung von Burg und Amt waren mehrere Burgmänner verantwortlich, die aber nicht auf der Burg wohnten, sondern eigene Burgmannsitze besaßen. Bis zu acht Burgmannssitze sind bekannt, die so um das Dorf angelegt waren, das sie zusammen mit der historischen Dorfbefestigung aus Wall und Graben ein Verteidigungssystem bildeten.

Als Vorgängerbau wird eine kleine mittelalterliche Burganlage mit quadratischen Turm vermutet, die von einem Wassergraben umgeben war. Ab wann die Herren von Minnigerode in Gieboldehausen als Burgmänner eingesetzt waren, ist nicht genau bekannt, 1410 wurde bereits ein Hans von Minnigerode erwähnt. 1502 erwarb Hans von Minnigerode der Jüngere von einem Hans von Brudenhusen den Burgmannsitz auf dem Wall. Ab etwa 1520 baute er den Burgsitz um und setzte auf die steinernen Grundmauern zwei Fachwerketagen auf. Von 1521 bis 1532 war Hans von Minnigerode Amtmann des Amtes Gieboldehausen.

Das heutige Schloss war dann das Herrenhaus einer größeren Gutsanlage, die notwendigen Wirtschaftsgebäude (Stallungen und Scheunen) befanden sich unmittelbar daneben. Zum Burgsitz gehörten zahlreiche Höfe und Ländereien in Gieboldehausen sowie umliegenden Dörfern mit ihrem Zehnten und Einnahmen, eine Mühlen- und Jagdgerechtigkeit.[1]

1970 wurden die Hofeinfahrt und die Nebengebäude abgerissen, die Familie von Minnigerode verkaufte das Schloss schließlich 1986 an die Gemeinde Gieboldehausen. Diese renovierte das Gebäude von 1988 bis 1918, heute befindet sich dort unter anderem das Standesamt von Gieboldehausen.

ParkanlageBearbeiten

Südöstlich des Schlosses zwischen der Hahle und deren Zufluss Suhle wurde von Hilmar von Minnigerode ab 1873 eine Parkanlage mit einem kleinen Teich für seine Frau angelegt. Er pflanzte seltene Bäume an, wie Schwarzkiefern, Scheinzypressen und einen Ginkgobaum. Der Park war zunächst eingefriedet und nicht öffentlich zugänglich. Heute dient das Schloss und der angrenzende Park Bewohnern und Besuchern als Erholungs- und Freizeitort. Für Kinder wurde ein Spielplatz eingerichtet.

LiteraturBearbeiten

  • Josef Koch: Die alten Burgen und Schlösser in Gieboldehausen. In: Heimatland: illustrierte Heimatblätter für die südlichen Vorlande des Harzes, des Eichsfeldes und der angrenzenden Gebiete. 1/1911 (S. 1–2) und 2/1911 (S. 9–11)
  • Ulrich Lottmann: Schloss und Parkgelände mitten im Dorf erkunden. in: Göttinger Tageblatt, 14. August 2011 2011
  • Gerd Weiß (Bearb.): Bremen Niedersachsen. Georg Dehio Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. München 1992

WeblinksBearbeiten

Commons: Schloss Gieboldehausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Johann Wolf: Denkwürdigkeiten des Marktfleckens Gieboldehausen im Harz-Departement, District Duderstadt. Göttingen 1813, VIII. (S. 19–20)