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Schleswig-Holstein (F 216)

Fregatte der deutschen Marine

Die Fregatte Schleswig-Holstein ist ein Schiff der Brandenburg-Klasse (F123) und wurde von 1993 bis 1994 bei HDW in Kiel gebaut und am 25. November 1995 für die Deutsche Marine in Dienst gestellt. Sie hat bisher an mehreren Einsätzen teilgenommen und als Flaggschiff für verschiedene deutsche Admirale gedient. Bereits in der kaiserlichen Marine trug ein Schiff den Namen SMS Schleswig-Holstein.

Schleswig-Holstein
Fregatte Schleswig-Holstein 7298.jpg
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland (Seekriegsflagge) Deutschland
Schiffstyp Fregatte
Klasse Brandenburg-Klasse (F123)
Rufzeichen DRAI
Bauwerft Howaldtswerke-Deutsche Werft, Kiel
Stapellauf 8. Juni 1994
Indienststellung 24. November 1995
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
138,9 m (Lüa)
Breite 16,7 m
Tiefgang max. 6,9 m
Verdrängung 4.900 t
 
Besatzung 230 Mann
Maschinenanlage
Maschine 2 × MTU-Dieselmotor
2 × GE-Gasturbine
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
45.640 kW (62.053 PS)
Dienst-
geschwindigkeit
29 kn (54 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
Sensoren

Einsätze (Auswahl)Bearbeiten

Von September bis Dezember 2009 war die Schleswig-Holstein im Auftrag der Vereinten Nationen (UN) im östlichen Mittelmeer im Einsatz.[1] Sie diente dabei dem CTF Flottillenadmiral Jürgen Mannhardt als Flaggschiff der Maritime Task Force bei UNIFIL.

Seit dem 19. Mai 2010 war sie für 124 Tage im Rahmen der Operation Atalanta am Horn von Afrika eingesetzt. Eine ihrer letzten Atalanta-Aufträge war die Eskorte von Schiffen des World Food Programme (WFP) und der African Union Mission in Somalia (AMISOM) zusammen mit dem EU NAVFOR-Flaggschiff De Grasse. Sie hat dort die Fregatte Emden abgelöst[2] und wurde selbst im September 2010 von der Fregatte Köln ersetzt.

Von Juni bis Dezember 2014 war die Schleswig-Holstein in der Operation Maritime Escort Mission- Organization for the Prohibition of Chemical Weapons (MEM OPCW) zum Schutz des US-amerikanischen Spezialschiffes Cape Ray im Mittelmeer eingesetzt. Die Cape Ray war mit der Vernichtung von Syrischen Chemiewaffen beauftragt.[3] In diesem Auftrag löste sie die Fregatte Augsburg ab.[4] Im Anschluss an diesen Einsatz war die Schleswig-Holstein noch beim Manöver Cougar 2014 im Mittelmeer und Persischen Golf eingesetzt, in dem sie eine britische Amphibische Kampfgruppe (Ocean, Bulwark, Lyme-Bay und Wave-Knight) schützte.[5]

Von Juni bis November[6] 2015 wurde die Schleswig-Holstein für den EU NAVFOR Med-Einsatz im Mittelmeer eingesetzt,[7] wo sie zuvor Mitte Juni an der Rettung von hunderten schiffbrüchigen Migranten beteiligt war.[8][9][10][11] Auch im Rahmen des EU-Einsatzes wurde die Seenotrettung fortgesetzt, etwa am 22. Juli, als die Schleswig-Holstein 111 Menschen rettete.[12] Im August 2015 gebar eine Frau aus Somalia, die zuvor vom britischen Marineschiff HMS Enterprise aus einem Flüchtlingsboot gerettet worden war, ein Kind an Bord des Schiffes. Dabei handelte es sich um die erste Geburt an Bord eines Schiffes der Deutschen Marine überhaupt.[13] Der Name des Kindes, das auf Vorschlag der Geburtshelfer Sophia genannt wurde,[13] wurde namensgebend für den Einsatz der EU NAVFOR Med, die Operation Sophia.[14] Der Name Sophia wurde von der Besatzung vorgeschlagen, da das Vorgängerschiff Schleswig-Holstein (D 182) den Funkrufnamen "Sophie-X" trug, welcher wiederum auf das erste Schiff mit diesem Namen, das Linienschiff SMS Schleswig-Holstein, zurückgeht. Nach der Rettung von insgesamt 4224 schiffbrüchigen Flüchtlingen lief die Schleswig-Holstein am 9. November wieder in ihren Heimathafen ein.[15]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Marine - Pressemeldung/ Pressetermin: Zwei Fregatten an einem Vormittag in Wilhelmshaven zurückerwartet. In: presseportal.de. (presseportal.de [abgerufen am 25. Oktober 2016]).
  2. Fregatte Schleswig-Holstein beteiligt sich an Atalanta-Mission. Marine.de, 20. Mai 2010, archiviert vom Original am 21. Mai 2010; abgerufen am 29. Mai 2010 (Da nur die Übersichtsseite einer Nachrichtenliste verlinkt war, war der Artikel nicht mehr aufzufinden, auch nicht in Archiven, aber das Blog hatte ihn übernommen.).
  3. Fregatte Schleswig Holstein kehrt nach Wilhelmshaven zurück. In: www.marine.de. Abgerufen am 25. Oktober 2016.
  4. Weder furchtsam noch verwegen! - Übergabe bei der MEM OPCW. In: www.marine.de. Abgerufen am 25. Oktober 2016.
  5. Cougar 2014 Die Schleswig-Holstein schützt einen Britischen Verband. In: www.marine.de. Abgerufen am 30. Oktober 2016.
  6. Presse- und Informationszentrum Marine: Fregatte „Schleswig-Holstein“ zurück von der Küste Libyens. In: Marine. Bundeswehr, 7. November 2015, abgerufen am 10. Dezember 2015.
  7. Erst mal gucken. EU startet Mittelmeer-Mission gegen Schlepper. Tagesschau.de, 22. Juni 2015, archiviert vom Original am 22. Juni 2015; abgerufen am 22. Juni 2015.
  8. Seenotrettung im Mittelmeer. Bundeswehr, 19. Juni 2015, abgerufen am 22. April 2016.
  9. Seenotrettung Mittelmeer: Fregatte Schleswig-Holstein rettet 544 Menschen. Bundeswehr, 16. Juni 2015, abgerufen am 30. August 2015.
  10. Mittelmeer: Koptische Christen beten nach ihrer Rettung. Bundeswehr, 23. Juni 2015, abgerufen am 30. August 2015 (Die 471 Geretteten wurden an die HMS Bulwark übergeben.Seenotrettung im Mittelmeer. Bundeswehr, 20. Juni 2015, abgerufen am 22. April 2016).
  11. Seenotrettung Mittelmeer: Besatzung der Fregatte Schleswig-Holstein rettet 522 Menschen. Bundeswehr, 21. Juni 2015, archiviert vom Original am 22. Juli 2015; abgerufen am 23. Juni 2015.
  12. EU-Einsatz im Mittelmeer: Fregatte Schleswig-Holstein nimmt 283 Menschen an Bord. Bundeswehr, 23. Juli 2015, abgerufen am 3. August 2015.
  13. a b Seenotrettung: Geburt auf deutscher Fregatte. Presse- und Informationsstab BMVg, 25. August 2015, abgerufen am 25. August 2015.
  14. Presse- und Informationsstab BMVg: EU-Mission im Mittelmeer: Fragen und Antworten zur Phase 2. Bundeswehr, 1. Oktober 2015, abgerufen am 20. Januar 2016.
  15. Wilhelmshavener Zeitung – www.WZonline.de: WZonline.de - Aktuelle Nachrichten, Bilder und Videos aus Wilhelmshaven und Friesland. In: www.wzonline.de. Abgerufen am 30. Oktober 2016.