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Schlacht an der Sambre
Der Marsch der Römer durch das keltische Gebiet
Der Marsch der Römer durch das keltische Gebiet
Datum 57 v. Chr.
Ort am Fluss Sambre, im Nordosten Frankreichs
Ausgang Sieg der Römer
Konfliktparteien

Nervier
Viromanduer
Atrebaten

Römisches Reich

Befehlshaber

Boduognatus

Gaius Iulius Caesar

Truppenstärke
weniger als 30.000 Mann ca. 40.000 Legionäre
Verluste

über 3.000 Tote und Verwundete

etwa 2.500 Tote und Verwundete

Die Schlacht an der Sambre war ein Gefecht zwischen Römern und Kelten im Gallischen Krieg. Der Verlauf der Kämpfe wird in Caesars Buch De Bello Gallico sehr ausführlich und spannend dargestellt, weshalb diese Episode früher in keinem lateinischen Lesebuch fehlen durfte.

VorgeschichteBearbeiten

Gaius Iulius Caesar marschierte 57 v. Chr. mit seinen acht Legionen im Zuge seiner Eroberungszüge während des Gallischen Kriegs nach Norden. Durch Kundschafter und Kriegsgefangene erfuhr er, dass die Nervier, ein mächtiger keltischer Volksstamm, sich mit den Atrebaten und den Viromanduern verbündet hatten und die Römer an der Sambre mit einem großen Heer erwarteten.[1] Caesar erwartete also einen Hinterhalt, beklagte sich aber auch, dass aufgrund der dichten Wälder und vielen Hecken in diesem Teil Galliens die Feinde nicht aufgespürt werden konnten.

VerlaufBearbeiten

Nach dem Bericht von Julius Caesar im Bellum Gallicum ergibt sich folgender Verlauf: Am Tag der Schlacht marschierte das römische Heer ca. 15 km bis zum Ufer der Sambre und schlug auf einem Hügel das Lager auf. Während die Soldaten damit beschäftigt waren, Gräben auszuheben und Schanzen anzulegen, überquerte die Reiterei den flachen Fluss und schlug dort gallische Reiter in die Flucht, die sich am anderen Ufer gesammelt hatten. Zur gleichen Zeit formierten sich die Gallier im nahen Wald zu Schlacht, was aber von den Römern nicht bemerkt wurde aufgrund der topographischen Verhältnisse.

Die Gallier brachen in zwei Gruppen plötzlich aus den Wäldern hervor, überquerten den Fluss und griffen die römischen Soldaten an. Caesar versäumte es in dieser Situation, seinen Unterfeldherren genaue Befehle zu erteilen, sodass diese auf eigene Faust agierten, ihre Truppen sammelten, die Angreifer zurückwarfen und den Fluss überschritten, sodass viele Legionäre vom Lager weggeführt wurden und im Zentrum eine gefährliche Lücke entstand, die aufgrund der zahlreichen Hecken nicht wahrgenommen wurde.

Nun führte Boduognatus, der Kriegshäuptling der Nervier, den eigentlichen Stoßtrupp, der aus 60.000 Galliern bestand, genau in diese Lücke hinein und gelangte sogar bis zum römischen Lager, das in Feindeshand fällt, während der Hauptteil der römischen Soldaten noch immer am Ufer des Flusses kämpfte und mühsam wieder den Hügel hinaufsteigen musste.[2] Die Wucht des Angriffes war so stark, dass die römischen Linien in der Mitte zerrissen wurden und einzelne Soldaten bereits zu fliehen begannen, weil sie die Schlacht für verloren hielten. In diesem Moment entriss Caesar, dem die drohende Katastrophe erst jetzt bewusst wird, einem der fliehenden Soldaten den Schild und begab sich selbst in die vorderste Linie, wo er die Soldaten zum Stehen brachte und den Befehl zum Gegenangriff gab.

Gleichzeitig erschienen Verstärkungen auf dem Hügel, es handelte sich um zwei Legionen, die den Nachschub bewacht hatten und verspätet auf dem Schlachtfeld eingetroffen sind, während viele Soldaten, die den Fluss überquert hatten und plündernd bis in das Lager der Nervier vorgestoßen waren, endlich umkehrten, sodass die Gallier eingekesselt und bis auf den letzten Mann niedergemacht wurden.

Interessant auch an diesem Kriegsbericht Caesars sind die Details, die sich zwischen den Zeilen herauslesen lassen. Einerseits wird der Kampf als großer Sieg dargestellt, den Caesar durch die Überlegenheit seiner Soldaten und sein eigenes taktisches Geschick errungen haben will, wobei am siegreichen Ausgang für die Römer kein Zweifel bestehen kann, auf der anderen Seite kann man auch schwere Versäumnisse des Feldherren erkennen, die natürlich in dem Bericht Caesars verschwiegen oder beschönigt werden, und eine nur knapp abgewendete Niederlage gegen einen Feind, der taktisch klüger agiert, aber zu schlecht bewaffnet ist, um die Römer wirklich zu besiegen.

FolgenBearbeiten

Caesar hatte an diesem Tag schätzungsweise 2.500 Tote zu beklagen, die in seinem eigenen Kriegsbericht nicht erwähnt werden, während andere antike Autoren von der Vernichtung ganzer Kohorten sprechen. Nach eigenen Angaben will Caesar 60.000 Kelten getötet und das Volk der Nervier beinahe vernichtet haben. Trotzdem erscheint dieses Volk an späteren Stellen des Bellum Gallicum als kampfstarker Gegner wieder. Caesar schloss mit den Nerviern Frieden und führte seine Feldzüge nach Nordosten fort.

QuellenBearbeiten

  • Gaius Iulius Caesar: De Bello Gallico, 2, 16-28

LiteraturBearbeiten

  • Duncan Norton-Taylor: Die Kelten, Reihe: Time-life Bücher, 1974, ISBN 90-6182-057-X, S. 124f.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Caesar: De Bello Gallico, 2, 16.
  2. Caesar: De Bello Gallico, 2, 20.