Scharif-Universität für Technologie

Universität im Iran

Die Scharif-Universität für Technologie (persisch دانشگاه صنعتی شریف Dāneschgāh-e San'ati-ye Scharif), früher Technische Aryamehr-Universität (دانشگاه صنعتی آریامهر Dāneschgāh-e San'ati-ye Āryāmehr) ist die renommierteste technisch-wissenschaftliche Hochschule in Iran.

Scharif Universität für Technologie
دانشگاه صنعتی شریف
Motto Transforming National Talents into Global Bests
Gründung 1966[1]
Trägerschaft staatlich[2]
Ort Teheran
Land Iran Iran
Präsident Mahmoud Fotuhi Firuzabad[3]
Studierende 10.000 (2019)[1]
Mitarbeiter 468[1]
davon Professoren 178[1]
Netzwerke FUIW[2]
Website www.sharif.ir

Sie liegt in der Nähe des Azadi-Platzes in Teheran. Die Universität wurde im Jahre 1965 auf Initiative von Schah Mohammad Reza Pahlavi nach dem Vorbild des Massachusetts Institute of Technology gegründet. Gründungsrektor war Mohammad Ali Mojtahedi. Die Universität wurde nach der Islamischen Revolution in Scharif-Universität nach Madschid Scharif Vaghefi, einem Mitglied der Volksmodschahedin, umbenannt. Zurzeit sind über 9000 Studenten an der Scharif-Universität immatrikuliert.

Politische StudentengruppierungenBearbeiten

Studenten der Scharif-Universität waren verstärkt in der zweiten Iranischen Reformbewegung (Chordad-Bewegung) beteiligt. Hauptgruppierungen zwischen 1997 und 2003 waren die Basitsch einerseits und die Vereinigung Muslimischer Studenten (Andschoman, dt. „Vereinigung“) andererseits. Die meisten übrigen Gruppierungen an der Universität lassen sich diesen beiden Gruppen zuordnen.

Die Basitsch standen in scharfer Opposition zum damaligen iranischen Präsidenten Mohammad Chātami, wohingegen die Andschoman zu dessen Unterstützter gezählt wurden. Zwischen beiden Gruppen gab es zahlreiche Konflikte. Hitzige Debatten, Angriffe auf Wandtafeln und Redetribunale kennzeichneten die widerstrebenden Aktivitäten beider Gruppierungen. Die Zeitschrift Ayeneh Scharif der Anschoman wurde mehrmals angegriffen. Nach 2003 beruhige sich die Situation wie an den meisten anderen iranischen Universitäten, um 2006 bei Scharif wieder aufzuflackern: Es kam zu tätlichen Ausschreitungen, als die Basitsch versuchten, die toten Körper von Märtyrern des Irak-Iranischen Krieges in der Universitäts-Moschee beizusetzen.[4]

Im Herbst 2022 wurde die Universität Ort von Protesten infolge des Todes von Mahsa Amini. Studenten widersetzten sich beispielsweise der Geschlechtertrennung in der Mensa.[5]

FakultätenBearbeiten

 
Campus
 
Das Ibn-Sina-Turm vom Ibn-Sina-Gebäude

Ehemalige ProfessorenBearbeiten

Bekannte AbsolventenBearbeiten

Wissenschaft
Industrie
  • Akbar Torkan, Vorstandsvorsitzender der Petro-Pars Co. und ehemaliger Minister für Transportwesen
Kunst und Kultur
Politik
andere

WeblinksBearbeiten

Commons: Sharif University of Technology – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • www.sharif.ir – Offizielle Webseite der Universität (persisch)
  • en.sharif.edu – Offizielle Webseite der Universität (englisch)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Facts. In: www.en.sharif.edu. Sharif University of Technology, 2019, abgerufen am 1. September 2019 (englisch).
  2. a b List of Members. (pdf) In: www.fumi-fuiw.org. Federation of the Universities of the Islamic World, 2017, S. 3, abgerufen am 1. September 2019 (englisch).
  3. About the President. In: www.en.sharif.edu. Sharif University of Technology, 2019, abgerufen am 1. September 2019 (englisch).
  4. Radio Free Europe: Iran: Students Protest Burials Of War Dead On Tehran Campuses
  5. Proteste in Iran: Studierende ignorieren Geschlechtertrennung in Uni-Mensa. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 26. Oktober 2022]).
  6. Iranischer Atomforscher stirbt bei Bombenanschlag. In: Die Zeit. 11. Januar 2012, abgerufen am 11. Januar 2012.