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Schachmeister ist die Bezeichnung für einen starken Schachspieler. Es handelt sich um keinen offiziellen Titel. Früher verliehen nationale (oder regionale) Verbände nach vielfach abweichenden Kriterien Meisterränge. Hierfür wurden die Leistungen eines Spielers in Turnieren und Wettkämpfen zugrunde gelegt.

Mit der Einführung des Titels Großmeister durch den Weltschachbund FIDE wurde der erste standardisierte und international anerkannte Titel geschaffen. Einige Spieler erhielten diesen Titel in Anerkennung ihrer früherer Leistungen. Ansonsten war zunächst die Qualifikation für ein Kandidatenturnier maßgeblich. Später kamen nach und nach weitere Titel hinzu, wobei der Großmeistertitel nach wie vor der höchste Titel blieb. Außerdem wurden die Kriterien für das Erreichen eines Titels auf andere Turniere ausgedehnt und präzisiert. Für den Erwerb des Titels eines Großmeisters und eines Internationalen Meisters ist das Erspielen von so genannten Normen notwendig, d. h. das erfolgreiche Abschneiden in besonders stark besetzten internationalen Turnieren. Die Stärke des Teilnehmerfeldes wird dabei durch die Elo-Zahlen der teilnehmenden Spieler objektiv berechnet. Für die anderen Titel gelten verschiedene Regularien.

Meistertitel werden von der FIDE lebenslang verliehen. Das bedeutet, dass ein Spieler auch dann seinen Titel behält, wenn seine Spielstärke im Alter stark nachlässt. Davon zu unterscheiden sind Titel, die durch den Gewinn einer Meisterschaft gewonnen werden (wie beispielsweise der Weltmeistertitel). Diese Titel dürfen – wie in anderen Sportarten auch – jeweils nur vom aktuellen Titelträger, also dem Gewinner der letzten Meisterschaft, getragen werden. Bei der Bezeichnung „Super-Großmeister“ handelt es sich um einen inoffiziellen Titel, für den es keine präzise Definition gibt. Meist versteht man darunter die Spieler der absoluten Weltspitze, also z. B. alle Spieler mit einer Elo-Zahl von mehr als 2700.

Der Meistertitel wird im schachlichen Kontext wie ein Namenszusatz geführt, ähnlich wie der Doktortitel im akademischen Kontext, so z. B. GM Carlsen. Dabei ersetzt der ranghöchste Titel jeweils alle zuvor erworbenen Meistertitel.

Meistertitel stehen Spielern und Spielerinnen gleichermaßen offen, obwohl der weit überwiegende Teil der Titelträger männliche Spieler sind. Berühmte Schachspielerinnen, die einen Großmeistertitel tragen, sind z. B. Judit Polgar oder Hou Yifan. Daneben gibt es auch noch Meisterinnen-Titel speziell für Frauen, die jedoch niedrigere Anforderungen zum Titelerwerb stellen und damit weniger prestigeträchtig sind.

Im Fernschach gibt es ähnliche Titel.

Meistertitel für Schachspieler und -spielerinnenBearbeiten

Kürzel Titel Kriterium
GM Großmeister zwei Normen von 2600+
IM Internationaler Meister zwei Normen von 2450+
FM FIDE-Meister Erreichen von Elo 2300
CM Meisterkandidat, Candidate Master Erreichen von Elo 2200

(Für den Erwerb des IM-, FM- bzw. CM-Titels gibt es unabhängig davon noch andere Möglichkeiten. Den GM-Titel erhält auch die Weltmeisterin der Frauen).

Meistertitel für weibliche SchachspielerinnenBearbeiten

Kürzel Titel Kriterium
WGM Großmeisterin der Frauen, Woman Grandmaster zwei Normen von 2400+
WIM Internationale Meisterin der Frauen, Woman International Master zwei Normen von 2250+
WFM FIDE-Meisterin der Frauen, Woman FIDE-Master Erreichen von Elo 2100
WCM Meisterkandidatin der Frauen, Woman Candidate Master Erreichen von Elo 2000

(Für den Erwerb des WIM-, WFM- bzw. WCM-Titels gibt es unabhängig davon noch andere Möglichkeiten).