Satz von Bolyai-Gerwien

mathematischer Satz

Der Satz von Bolyai-Gerwien ist ein Satz aus der Geometrie. Er besagt, dass alle ebenen Polygone gleichen Flächeninhalts zerlegungsgleich sind, also in endlich viele kongruente Dreiecke zerlegt werden können.

Das Quadrat lässt sich in 7 Dreiecke zerlegen, die anders zusammengesetzt ein gleichseitiges Dreieck ergeben. (Die einfarbigen Vierecke lassen sich jeweils in 2 Dreiecke zerlegen)

Geschichte Bearbeiten

Der ungarische Mathematiker Wolfgang Bolyai und Paul Gerwien (damals Leutnant in einem preußischen Infanterieregiment)[1] bewiesen den Satz im Jahr 1833. Wolfgang Bolyai veröffentlichte seine Untersuchungen 1832/33 und bemühte sich auch den Fall beliebig krummlinig begrenzter Flächen aufzunehmen.[2] Der schottische Mathematiker William Wallace soll die Lösung früher gefunden haben (1807), weswegen der Satz auch als Satz von Wallace-Bolyai-Gerwien bekannt ist.

Verallgemeinerungen Bearbeiten

Die analoge Aussage für drei- und höherdimensionale Polyeder trifft nicht zu (Drittes Hilbertsches Problem). Polyeder gleichen Volumens mit unterschiedlichen Dehn-Invarianten lassen sich nicht in kongruente Simplizes zerlegen.

Sonstiges Bearbeiten

Ende des 19. Jahrhunderts waren Zerlegungen von Polygonen in flächengleiche andere Polygone ein häufiges Thema populärer Rätsel.[3]

Literatur Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise und Anmerkungen Bearbeiten

  1. 22. Preußisches Infanterieregiment. Außerdem Lehrer im Königlich Preußischen Kadettenkorps. Er veröffentlichte noch einen weiteren Aufsatz in Crelles Journal (im selben Band, S. 235), in dem er den Satz auf die Kugel ausdehnt, und außerdem mit H. von Holleben Aufgaben-Systeme und Sammlungen aus der ebenen Geometrie zu einem selbstständigen Unterricht in der Analysis geordnet und durch Gesetze vorbereitet, 2 Bände, Berlin, Reimer 1831, 1832. H. von Holleben war ebenfalls Leutnant und Lehrer im Kadettenkorps.
  2. Siehe Zacharias Elementarmathematik, Enzykl. Math. Wiss., S. 917
  3. Eine solche Zerlegung ist in Ian Stewart From Here to Infinity, S. 170 dargestellt