Mittagspunkt

Begriff aus der sphärischen Astronomie
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Der Südpunkt, identisch mit dem mittleren Mittagspunkt der Sonne, kurz Mittagspunkt, ist ein Begriff aus der sphärischen Astronomie und bezeichnet den südlichen Schnittpunkt des Meridians mit dem Horizont. Er bezeichnet einen der vier Haupt- oder Kardinalpunkte (lat. plagae cardinales), durch welche die vier Weltgegenden (heute: Himmelsrichtungen) bestimmt waren.

Der Südpunkt ist der Nullpunkt der Zählung des Azimuts, der im Horizont gemessenen Richtungsangabe im horizontalen Koordinatensystem (Horizontsystem). Der Durchgang eines Himmelsobjekts durch den Meridian des Südpunktes (also einem Azimut a = 0) ist der Meridiandurchgang.

Im Fall der Sonne ist dies aufgrund ihrer veränderlichen Deklination nicht exakt identisch mit dem Erreichen ihrer größten Höhe über dem Horizont; dieser Scheitelpunkt der täglichen Sonnenbahn wird als Kulmination, ungenauer auch als Hochpunkt, Höchststand, Klimax oder Maximum bezeichnet. Dies ist der Mittag der wahren Ortszeit (12 Uhr wahrer Ortszeit). Er kann in den westlichen Teilen Deutschlands und der Schweiz von 12 Uhr mitteleuropäischer Zeit um fast eine Stunde und von 12 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit um fast zwei Stunden abweichen.

In der Gnomonik, der Lehre der Sonnenuhren, ist der Mittagspunkt der Endpunkt des vom Gnomon am höchsten Tagessonnenstand (Kulmination der Sonne) auf ebener Erde geworfenen Schattens.

Die Verbindung der Mittagspunkte, die im Lauf eines Jahres mit dem Sonnenhöchststand wandern, ist die Mittagslinie, die Messlinie der wahren Mittage in Ortszeit. Sie bildet, wie alle anderen Linien gleicher wahrer Ortszeit, gegenüber der Geraden des Südpunktes das Analemma, eine 8-förmige Doppelschleife.

AbgrenzungBearbeiten

Der Zenit (Richtungsangabe) bezeichnet den Punkt am Himmel senkrecht über dem Betrachter.

Himmelsmitte oder lat. Medium coeli (engl. Midheaven) ist der Schnittpunkt des Meridians mit der Ekliptik (anstelle des Horizonts).