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Geographische LageBearbeiten

 
Ortsansicht von Rochsburg

Das Dorf liegt im Tal der Zwickauer Mulde, etwa 20 km nordwestlich von Chemnitz. Auf einem Bergsporn über dem Fluss erhebt sich die gleichnamige Burganlage Schloss Rochsburg. Der Ort hat eine Fläche von 3 km² und liegt 212 m ü. NN.

Südlich und östlich der Ortslage befindet sich an den gegenüber der Mulde liegenden Hängen das Naturschutzgebiet "Um die Rochsburg".

GeschichteBearbeiten

 
Kirche

Die namensgebende Rochsburg gehörte ursprünglich zum Gau Rochlitz, zu deren Füßen sich wahrscheinlich später das Dorf entwickelte. In der Zeit von 1190 bis 1235 wird ein Guntherus de Rohsberg genannt.[1]

Die spätromanische Dorfkirche[2] (circa 1180) wurde im erstmals 1195 urkundlich erwähnt. In ihr befindet sich das Grabmal des Ritters Wolf von Schönburg sowie seiner Gemahlin.

TourismusBearbeiten

 
Die Hängebrücken in Rochsburg von 1956 (links) und von 2011 (rechts).

Bei Rochsburg können Fußgänger die Zwickauer Mulde auf einer Hängebrücke überqueren, die 2011 ersetzt wurde.

Rochsburg hat eine lange Tradition in der Blindenerholung. Seit 1953 bestand in einer ehemaligen Fabrikantenvilla ein kleines Kurheim, das vor allem mehrfach behinderten Blinden prophylaktische Kuren bot. Nach der deutschen Wiedervereinigung übernahm der sächsische Blindenverband (BSVS) die Jugendstilvilla. Sie wurde um die Jahrtausendwende mit maßgeblicher Förderung des Freistaates Sachsen umfassend unter Denkmalschutzaspekten saniert und lädt seit Ende 2001 als „Villa Rochsburg“ zu Erholungs- und Bildungsaufenthalten ein. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das 1999 eröffnete erste sächsische Wohnpflegeheim für Blinde, Sehbehinderte und Sehende.

Die BurgBearbeiten

Die Burg wurde 1296 erstmals urkundlich erwähnt. Sie ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen des Ortsteils, deren Kern während der Renaissance zu einem Schloss umgebaut wurde. Die Burg befand sich bis zur entschädigungslosen Enteignung im Rahmen der Bodenreform im Jahr 1945 im Besitz der Adelsfamilie der Grafen und Herren von Schönburg.

VerkehrBearbeiten

Der am 29. Mai 1876 eröffnete Bahnhof Rochsburg lag an einer Felswand, der Bahnhofsbau war nur durch den Bau einen langen Stützmauer überhaupt möglich. Die Station umfasste daher nur drei Gleise, eins diente dem Güterverkehr, während die zwei anderen Bahnsteiggleise waren. Neben dem Güterschuppen wurde auch ein vergleichsweise großes Empfangsgebäude errichtet.[3] Am 7. November 1968 wurde der Güterverkehr eingestellt und der Bahnhof zum Haltepunkt heruntergestuft. Mit der Stilllegung des Abschnitts Glauchau–Wechselburg am 13. August 2002 ging der Haltepunkt Rochsburg außer Betrieb. In Sichtweite befindet sich das Schloss Rochsburg.

Der 285 m lange Eisenbahntunnel wurde beim Bau der Muldentalbahn in den Jahren 1872 bis 1876 angelegt. Der Durchbruch erfolgte am 13. November 1874. Dem Colditzer Wochenblatt vom 3. Dezember 1874 zufolge betrug die Differenz beim Zusammentreffen der Bohrungen nur 1 Millimeter.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Hans Zesewitz (1888–1976), Archivar und Karl-May-Forscher, von 1909 bis 1912 als Lehrer in Rochsburg tätig

LiteraturBearbeiten

  • Richard Steche: Rochsburg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 14. Heft: Amtshauptmannschaft Rochlitz. C. C. Meinhold, Dresden 1890, S. 78.
  • Helmuth Gröger: Die Rochsburg. In: Burgen und Schlösser in Sachsen, Verlag Heimatwerk Sachsen, 1940, S. 72–73

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rochsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, Band II, S. 291f.
  2. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. München 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 661f.
  3. Steffen Kluttig: Eisenbahnhistorie im Muldenland – Der Eisenbahnknoten Rochlitz und seine Sandbahnen. S. 62.

Koordinaten: 50° 57′ N, 12° 46′ O