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Ritualisierung bezeichnet in der Ethologie einen Vorgang, dessen Ergebnis man als Verständigung durch Körpersprache beschreiben kann. Durch den Prozess der Ritualisierung kann im Verlauf der Stammesgeschichte eine Abfolge von Verhaltensmustern, die für die wechselseitige Verständigung zum Beispiel während der Balz und vor dem Beginn der Begattung, in Rangordnungskämpfen oder beim Territorialverhalten wichtig ist, immer ausgeprägter („auffälliger“) in Erscheinung treten. Zu den Veränderungen, die schließlich zu höherer Auffälligkeit der Verhaltensweisen führen, gehören u. a. rhythmische Wiederholungen von Bewegungen oder von Lautäußerungen. Ferner können Verhaltensweisen im Prozess der Ritualisierung einen Funktionswandel erleben: Beispielsweise kann eine für das Individuum lebenswichtige Aktivität wie die Nahrungsaufnahme zusätzlich die Funktion eines sozialen Signals gewinnen.

Beispiele für derart ritualisierte Verhaltensweisen sind die Kommentkämpfe der Hirsche, die komplizierten Bewegungen des balzenden und radschlagenden Pfaus, das Überbringen von Nahrung oder anderen „Geschenken“ an paarungsbereite Weibchen, das Scheinputzen während der Balz von Enten sowie bestimmte Wechselgesänge oder gemeinsame Flugbewegungen von Paaren diverser Vogelarten. Auch das Klappern der Störche kann als ritualisierte Form der innerartlichen Kommunikation gedeutet werden.

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