Ringversuch

Methode der externen Qualitätssicherung für Messverfahren sowie Mess- und Prüflaboratorien

Ein Ringversuch oder Ringvergleich bzw. Laborleistungstest (englisch Round Robin Test / Proficiency Test) ist eine Methode der externen Qualitätssicherung für Messverfahren sowie Mess- und Prüflaboratorien. Grundsätzlich werden identische Proben mit identischen Verfahren oder mit unterschiedlichen Verfahren untersucht. Der Vergleich der Ergebnisse erlaubt es, Aussagen über die Messgenauigkeit generell bzw. über die Messqualität der beteiligten Institute zu machen. Ringversuche werden zudem zur Validierung von Vorschriften für Messverfahren verwendet.

So müssen akkreditierte Prüflaboratorien gemäß der Norm DIN EN ISO/IEC 17025 oder im Rahmen staatlicher Zulassungsverfahren regelmäßig an Ringversuchen teilnehmen, um die Qualität ihrer Ergebnisse zu sichern und ihre Kompetenz zu belegen. Für den Anbieter der Ringversuche wird die Akkreditierung nach EN ISO/IEC 17043 angeboten und teilweise gesetzlich gefordert (z. B. § 16 Abs. 4 Nr. 7a der 41. BImSchV).

AnwendungsfälleBearbeiten

Ringversuche werden beispielsweise in der Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen eingesetzt oder zur Bestimmung der Messgenauigkeit eines Messverfahrens z. B. zur Festlegung gesetzlicher Toleranzwerte, beispielsweise bei Blutalkoholtests.

Ringversuche im ArbeitsschutzBearbeiten

Aus § 5 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) ergibt sich, dass die Gesamtverantwortung für die Ermittlung und Beurteilung von Gefährdungen durch Gefahrstoffe am Arbeitsplatz beim Arbeitgeber liegt. Dafür eventuell erforderliche Gefahrstoffmessungen müssen durch eine geeignete Messstelle erfolgen. Diese ist geeignet, wenn sie über die notwendige Sachkunde und die erforderlichen Einrichtungen verfügt. Für außerbetriebliche Messstellen wird die Eignung durch eine Akkreditierung gewährleistet.[1]

Innerbetriebliche Messstellen, welche die Anforderungen für eine Akkreditierung nach der Norm TRGS 402 erfüllen, können sich (auch) akkreditieren lassen. Für diese Messstellen bietet das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) in Kooperation mit dem Bundesverband der Messstellen für Umwelt- und Arbeitsschutz e. V. (BUA) Ringversuche an, die der Eigenüberwachung und Außendarstellung der laborinternen Qualität dienen. Die Ringversuche stehen weltweit für alle Labore und Messstellen für Gefahrstoffe zur Verfügung und erfolgen nach den Normen DIN ISO 13528 und DIN EN ISO/IEC 17043.[2] Es werden Ringversuche zu organischen Lösemitteln, anorganischen Säuren, flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), Aldehyden und Metallen durchgeführt.[3][4]

WeblinksBearbeiten

Wiktionary: Ringversuch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • EPTIS – Internationale Datenbank von Anbietern für Ringversuche
  • ESA – Emissionsringversuche des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie

QuellenBearbeiten

  • DIN EN ISO/IEC 17025 Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Informationen für Teilnehmende an Ringversuchen für innerbetriebliche und außerbetriebliche Messstellen. Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA), abgerufen am 23. März 2020.
  2. Ringversuche des IFA. Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA), abgerufen am 23. März 2020.
  3. Welcome to EPTIS. Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), abgerufen am 19. Februar 2020.
  4. Qualitätssicherung durch Ringversuche an der dynamischen Prüfgasstrecke des IFA. In: IFA-Arbeitsmappe. Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA), abgerufen am 19. Februar 2020.